Wichern-Kindergarten zeigte rasantes Musical

Große und kleine Stars konnten gestern Nachmittag von stolzen Eltern, Opas und Omas, Erzieherinnen und ihren Geschwistern bestaunt werden. Das Musical Felicitas Kunterbunt von Goldstein, Schulze, Schulze kam bei allen sehr gut an!

Die Aula der Overbergschule füllte sich um 17:00 Uhr bis auf den letzten Platz mit ca. 100 Besuchern. Viele Zuschauer konnten die Vorführung nur noch auf einem Stehplatz genießen. Das Haus war komplett ausverkauft!

Volles Haus in der Aula der Overbergschule
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Zu Beginn begrüßte die Leiterin des Wichern- Kindergartens, Frau Gertrud Grohmann, die Besucher und bedankte sich bei der Overbergschule sowie allen Helferinnen und Helfern für die geleistete Arbeit. Die Erzieherinnen haben in den letzten Wochen mit vollem Einsatz getanzt, gesungen und gelernt. Kostüme wurden hergestellt, Eltern spendeten Kleider, so Frau Grohmann.

Rechts Frau Grohmann, links Frau Rohde
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Diese Arbeit wurde mit einem kleinen Eintrittspreis honoriert, der dem Umbau des Kindergartenspielplatzes zu Gute kommen wird.

Pünktlich um 17:15 Uhr startete dann das Musical. Das kleine Mädchen Martha, gespielt von Laura Flaskamp, hat eine neue Puppe mit dem Namen Felicitas bekommen.

Martha fährt zu Beginn mit Ihrem Tretroller über die Bühne
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Ihre alten Spielkammeraden wurden nun in eine Kiste gestopft und mussten sich dem Schicksal der Ablehnung ergeben. Der Pinguin, der Indianer, Georg der Gorilla und die Piratenbraut hatten ausgedient.

Um Mitternacht erwachten die lieblos weggeworfenen Plüschtiere zum Leben und fragten sich, warum Martha jetzt nur noch die neue Felicitas, dargestellt von Maike Supplie, mochte!? Ein jeder Charakter suchte und fand gleiche Merkmale zu Felicitas.

Von links, Georg der Gorilla, Felicitas die „NEUE“ und die Indianierin
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Der Pinguin, dargestellt von Frau Tatjana Penner, hatte die gleichen schönen Beine.

Man achte auf die gelben Stulpen der Pinguine !
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Felicitas sieht aus wie eine Piratenbraut, rief die Anführerin der Seeräuberbande, gespielt von Frau Nicole Sagurna-Bettmann.

Schwarze Segel in der Nacht, auf der Jagd nach goldener Fracht, sangen die kleinen Piraten
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Die Stammesführerin der Indianer, Jeanette Finger, betete den großen Geist an, in allen strömt dasselbe rote Blut! Unterstützt wurde sie dabei von einer Horde Indianer und Indianerinnen die in einem Nebel- und blauen Lichtdunst sangen und tanzten.

Kleine Indianer tanzten zur Musik
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Renate Godbersen steckte in dem Kostüm von Georg, dem Gorilla. Zusammen mit den Affenkindern, dem Löwen Simba und dem Zebra sangen sie von der Serengeti und Georg, der laute Brüller ausstieß.

Bei jeder Tanzeinlage wurden die liebevoll verkleideten Kinder von einem kleinen Kinderchor sowie von einigen Eltern begleitet. Damit auch jeder Einsatz passte, nahm Frau Gertrud Grohmann das Dirigentenzepter in die Hand und sang an.

Im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass Felicitas doch nur jemanden zum Spielen oder einen Freund zum Reden sucht. Sie steht alleine da. Am Ende des Musicals merken aber alle, dass sie etwas Gemeinsames haben und werden Freunde. Und unter dem Motto und dem Lied Kinder dieser Welt, woher Du kommst, wo du geboren bist und lebst, gibt es nur eins das zählt: Wir sind alle Kinder dieser Welt endete das Musical mit einem Riesenbeifall.

Die Kinder staunten und waren festgewurzelt.
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

Während der Aufführung konnte man die Besucherkinder in den ersten Reihen beobachten, wie sie mit riesen Augen das Stück verfolgten. Auch die Erwachsenen reagierten begeistert.  Vater Carsten Pieper zum OELDER ANZEIGER: „Ein starkes Stück war das!“. Ebenso angetan war Jürgen Everszumrode. Herr Jöster meinte: „Da haben die ganz schön was auf die Beine gestellt!“

Doch hiermit endete der Abend noch nicht. Pfarrerin Melanie Erben der evangelischen Kirchengemeinde, Frau Marion Rohde vom Wichern-Kindergarten und Pfarrer Hartmut Suppliet von der Friedenskirche verabschieden Frau Gertrud Grohmann. Für fast 17 Jahre Einsatz im Kindergarten wurde Frau Grohmann herzlichst gedankt.

Pfarrerin Melanie Erben verabschiedete die Leiterin mit einem Blumenstrauß und wünschte für den neuen Lebensabschnitt alles Gute. Hartmut Suppliet berichtete in seiner Rede von der damaligen Bewerbung und über die richtige Entscheidung. Marion Rohde, die in all den Jahren zusammen mit Frau Grohmann zusammengearbeitet hatte, überreichte ein Abschiedsgeschenk und wird in Zukunft das Erbe von Frau Grohmann als neue Kindergartenleitung antreten. Am Ende überreichte der Förderverein, vertreten durch Judith Vosseberg, noch ein Geschenk.

Von links, Pfarrer Hartmut Suppliet, zukünftige Kindergartenleiterin Marion Rohde, Pfarrerin Melanie Erben und Frau Gertrud Grohmann
Foto: ©Torsten Schwichtenhövel

An dieser Stelle möchte ich im Namen des OELDER ANZEIGER ein Riesenkompliment  aussprechen. Wir sind überzeugt, dass diese Veranstaltung den Kindern genau wie den Erwachsenen ein unvergessliches Erlebnis bleibt.

Wir bitten um Verständnis, das alle Kinder auf den Bildern unkenntlich gemacht wurden. Vielen Dank.




Ehrenamtszentrale Oelde sucht sozial engagierte Mitbürger

Jürgen Langhoff, Norbert Brinkschneider und Wolfgang Schmitz (von links) leiten die Ehrenamtszentrale
Foto: ©Sabine Grigowski

Der Monat November endete für die Mitarbeiter der Oelder Ehrenamtszentrale mit einer positiven Überraschung: Erstmalig seit ihrem Bestehen hat sich in der vergangenen Woche eine Schülerin gemeldet, um sich über das Angebot an neuen Aufgaben zu informieren. Auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, wenn man aber das Alter der Interessentin betrachtet, eine bemerkenswert positive Nachricht.

Der OELDER ANZEIGER führte ein Hintergrundgespräch mit den drei ehrenamtlichen Mitarbeitern der Oelder Ehrenamtszentrale und erhielt viele interessante Informationen. Jürgen Langhoff, Norbert Brinkschneider und Wolfgang Schmitz (alle im Un-Ruhestand) verstehen sich als Vermittler zwischen Organisationen, die Hilfe benötigen, und Menschen, die helfen wollen.

Zu finden ist die Zentrale im Souterrain der ehemaligen Overbergschule, in der nun auch die Pestalozzischule und das Seniorenforum untergebracht sind. Die Mitarbeiter sind zufrieden mit den Räumlichkeiten, allerdings fehlt hier ein wenig die Außenwirkung, die am vorherigen Standort im Bahnhofsgebäude gegeben war und die auch mal den einen oder anderen Bürger dazu veranlasst hat, sich spontan vor Ort zu informieren. Nun ist man mehr auf die Öffentlichkeit durch die Presse und Mundpropaganda angewiesen.

Befragt zu den Beweggründen, warum die drei Männer diese Arbeit ehrenamtlich und ohne Entgelt machen, sind sich alle einig: Es ist der Wunsch nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung, die Idee Gutes für andere zu tun und soziales Engagement zu zeigen, das anderen als Beispiel dienen soll.

Herr Langhoff und Herr Schmitz sind neben ihrer Arbeit in der Ehrenamtszentrale auch noch als Integrationslotsen tätig. Eine Arbeit, die einer guten Schulung bedarf, damit sie Früchte trägt. Außerdem hilft Herr Langhoff an der Theodor-Heuss-Schule als Jobpate und auch Herr Brinkschneider war früher an einer anderen Schule in dieser Funktion tätig.

Die Ehrenamtszentrale bietet derzeit 54 verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten an. Für zwei davon sind Fortbildungen notwendig. Hierbei handelt es sich um die Trauerarbeit mit Kindern und um Familienpatenschaften. Alle anderen Aufgaben können auch ohne Fortbildung ausgeübt werden. Das Angebot ist groß und die gesuchten Fähigkeiten hierfür ganz unterschiedlich. Von Kreativität, technischem Verständnis, Musikalität bis hin zum grünen Daumen und einigem mehr ist alles vertreten.

Neben Aufgaben wie Betreuung in den Offenen Ganztagsschulen und Kindergärten, in der Alten- und Behindertenarbeit etc. gibt es auch einige andere Angebote, von denen vielleicht noch nicht jeder gehört hat. Z. B. sucht die Stadtbücherei männliche Verstärkung bei den wöchentlichen Vorlesestunden, die Alte Post Hilfe bei kulturellen Veranstaltungen und die CEMM einen Klavier- / Akkordeonspieler usw. Die komplette Angebotsübersucht und Informationen über mögliche Aus- und Fortbildungen findet man auf der Seite der Stadt Oelde.

Der Bedarf an ehrenamtlichen Helfern ist groß und kann noch nicht ausreichend abgedeckt werden. In den Bereichen der Betreuung älterer Menschen, der Beschäftigung mit Behinderten oder auch der Arbeit in Offenen Ganztagsschulen sieht es relativ gut aus und dort konnten schon einige Helfer erfolgreich vermittelt werden.

Auffällig ist, wie sich der Personenkreis, der sich bislang in der Zentrale informiert hat, zusammensetzt. Es sind hauptsächlich ältere Mitbürgerinnen, die sich für eine entsprechende Aufgabe melden. Möglich ist der Einsatz für Menschen ab 16 und ohne Altersgrenze nach oben.

Die Bezeichnung „Ehrenamt“ bedeutet übrigens nicht automatisch, dass es kein Entgelt für den Helfer gibt. Es gibt auch Aufgaben, die geringfügig entlohnt werden. Die Grenze liegt bei 2.100,00 Euro im Jahr. Allerdings ist der Teil der Aufgaben, die vergütet werden, eher gering. Hierzu gehören z. B. die Arbeit in Offenen Ganztagsschulen oder aber auch die Hilfe im häuslichen Bereich.

Als Anreiz und Würdigung für freiwillige Helfer gibt es die Ehrenamtskarte. Diese kann man beantragen, wenn man wöchentlich mind. fünf Stunden ehrenamtliche Arbeit leistet, und mit ihr kann man zahlreiche Vergünstigungen erhalten. Allein in Oelde gibt es 19 interessante Vergünstigungspartner (u. a. Einzelhandel, Fitness, Kino, Restaurants), aber auch in anderen Städten hat man Vorteile durch diese Karte, die übrigens auch für junge Leute interessant sein dürften.

Wer überlegt, sich zu engagieren, hat verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu der Ehrenamtszentrale:

09.30 Uhr bis 11.30 Uhr (Vorherige Anmeldung nicht notwendig)

Das Team der Ehrenamtszentrale steht für alle Fragen gerne zur Verfügung und freut sich über jeden Bürger, der Interesse zeigt und helfen möchte.




Adventsmarkt im Drostenhof

Zum zwölften Mal laden die Vereine der Begegnungsstätte Drostenhof e.V. zum Advent auf dem Drostenhof ein. Rund um den geschmückten Innenhof sind die Scheunen und der Saal adventlich gestaltet. In gemütlicher Atmosphäre wollen sie alte Freunde treffen und neue Freunde gewinnen.  Dies teilt Frank Oßenbrink, Mitarbeiter des OELDER ANZEIGER, mit.

Heute nachmittag um 16 Uhr wird der Markt von Bürgermeister Knop gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Drostenhof e.V. und dem Nikolaus eröffnet. Abends bringt der Posaunenchor Musik zum Advent.

Freitag geht es wieder um 16 Uhr los. Hier wird der Abend vom Musikzug Glockenland gestaltet. Samstag öffnen die Stände und das Advents-Cafe ab 14:30 Uhr. Auf der Bühne sorgt am Abend ein Akkordeonorchester mit „Liedern zum Advent“ für Unterhaltung.
Am Sonntag geht der Adventsmarkt zu Ende. Ab 14:30 Uhr gibt es als stimmungsvollen Ausklang einen „Kessel Buntes“ mit Marie und Klaus auf der Bühne.
Für Jung und Alt ist auf dem Adventsmarkt gesorgt. An jedem Tag kommt beispielsweise der Nikolaus. Außerdem wird für die Kleinen in der Kleintierzüchterscheune eine große Modeleisenbahnanlage aufgebaut.



Update: Der Ömmes kommt: Riesiger Weihnachtsbaum im Anmarsch

Zu monströs für Oelder Ampelanlagen:
Der diesjährige Weihnachtsbaum
Foto: ©Sandra Gronau

Zu einem kleinen Verkehrschaos kam es heute Vormittag auf einigen Oelder Straßen, als ein Ömmes von Weihnachtsbaum auf einem Transporter des Baubetriebshofes  Richtung Marktplatz rollte. Wie Leserin Sandra Gronau dem OELDER ANZEIGER berichtete, tat sich der Schwerlasttransport besonders an den Ampeln der Stadt schwer.

Die Stadt Oelde suchte in diesem Jahr wieder einen Nadelbaum, der während der Advents- und Weihnachtszeit festlich geschmückt auf dem Oelder Marktplatz stehen wird.

„Der Baum sollte mindestens 12 Meter hoch sein und einen Durchmesser von 4 Metern haben“, erklärte Ralf Guddorf, stellv. Leiter des städtischen Baubetriebshofes. Damit er in der Innenstadt toll wirken kann, sollte er gleichmäßig gewachsen sein, möglichst frei stehen und „keine Löcher“ haben.

Den 35jährigen Tannenbaum durch Oelde zu kutschieren, erwies sich als Millimeterarbeit. Torsten Schwichtenhövelvom OELDER ANZEIGER wurde früh um 07:00 Uhr durch eine Straßensperrung auf dem Weg zur Arbeit überrascht. Mitarbeiter der Stadt hatten unter anderem eine Sperrung an der Ecke Deipenweg / Kerkbrede errichtet. Dort wurde der mächtige Baum aus dem Garten der Familie Bussiewekes, die ihn gestiftet hatten, abtransportiert. Wie Nachbarn berichteten, war der Transport für groß und klein ein dickes Ding.

Bei dem riesigen Baum gab es Probleme, an den Gerüsten der Johanneskirche vorbei zu kommen. Foto: Sven Schneider

Die Feuerwehr hilft bei dem Aufstellen des Baumes.
Fotos: (2) Martin Bischoff

Er steht …

Lokalreporterin Sandra Gronau kreiste im Helikopter des OELDER ANZEIGER über der Stadt, um Luftaufnahmen zu machen …

Jetzt ist er geschmückt, aber die Lichter sind noch aus ….




Oelde beschließt Errichtung einer Gesamtschule

Die Stadt Oelde hat die Errichtung einer Gesamtschule beschlossen. Sie soll sechszügig zum Schuljahr 2013/2014 an den Start gehen. Dies berichtet die Online-Ausgabe der Westfälischen Nachrichten. H I E R  geht es zum Artikel.




Die wundersame Rückkehr des Bücherprinzen

Dass Oelde durchaus gute Autoren und Poeten hat, weiß sicherlich jeder. Da wäre z.B. Maria Bexten, die mit ihren Geschichten über Oelder Normalbürger, die die Herzen rühren, den Leser anspricht, Kantor Heribert Klein oder die Dichterin Marita Utlaut und etliche andere.

Dass es auch Autoren gibt, die in Oelde unter dem Ladentisch verkauft werden, wissen wir alle seit der „Wallraff-Affäre“ des Dr. Schmänk, der die Zensur bis ins Maximum kultivierte und Bücher aus dem Zugriffsbereich der Oelder Bürger nahm, indem er sie aus der Stadtbücherei entfernte. Wahrscheinlich wußte er selbst nicht, dass sie in der katholischen öffentlichen Bibliothek von Sankt Joseph noch auszuleihen waren …

Aber es gibt ja noch den Superlativ …

Da gibt es einen Oelder Autor, der in früher Jugend nach Berlin „ausgewandert“ ist, um dem Wehrdienst zu entgehen, das war damals schwer angesagt, und dort, nach einer ereignisreichen Jugend hier im Städtle, eine eindrucksvolle Karriere als Verleger und Buchautor hinlegte. Sein Name ist: Ruprecht Frieling – aka „Prinz Rupi“

Eben dieser Prinz Rupi hat in Oelde eine Wallraffiade der besonderen Art erlebt: Seine Bücher stehen wohl in der Stadtbücherei, aber man konnte sein Buch „Der Bücherprinz“ nur kurze Zeit in Oelde erhalten und musste dann auf Onlinedienste wie Amazon zurückgreifen, um seine Autobiographie lesen zu können.

In dem Buch geht es um sein Leben in Oelde und Berlin. Als Schulabbrecher wanderte er ins damalige Westberlin aus, gründete dort einen Verlag und fasste Fuß in der kulturellen Szene unserer Hauptstadt. Dies alles beschreibt er detailliert, gewürzt mit pikanten Kleinigkeiten aus dem Familienleben und mehr. Absolut lesenswert, nicht nur für jene, die diese Zeit mehr oder weniger aktiv miterlebt haben.

Aber die Krux ist einfach, dass man das Buch in einem der Oelder Buchläden nicht erhalten konnte, da der Autor sich durchaus kritisch über Oelde und dessen Spießbürgerlichkeit äussert und damit in den Augen einiger alteingesessener Poahlbürger „Oelde schlecht macht“. Das Buch war daraufhin in Oelde plötzlich „nicht mehr lieferbar“, so wurde  interessierten Kunden, die danach fragten, beschieden. Torsten Schwichtenhövel und viele andere Oelder mussten daraufhin auf den Versandhändler Amazon ausweichen, um das Buch bestellen zu können.

Durch die Facebook-Gruppe „Du bist Oelder, wenn …“ entstand inzwischen eine solche Nachfrage nach dem Buch, dass sich der Buchhandel in Oelde gezwungen sah, das Werk wieder in den Bestand aufzunehmen. Seitdem ist es auch in allen Buchhandlungen wieder erhältlich. Unabhängig von der Druckausgabe gibt es den „Bücherprinz“ als E-Book für € 3,99.

Wir Oelder lassen uns nicht bevormunden. Wie im Fall Wallraff war auch hier die öffentliche Meinung wieder stärker als eine Indoktrination von oben.

Ruprecht Frieling
Der Bücherprinz oder: Wie ich Verleger wurde.
Eine Lebensabschnittsgeschichte
ISBN-13: 978-3941286501



UPDATE: Brand auf dem Ponyhof – es geht weiter…

Foto: © Martin Bischoff

Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen heute der Familie Reiling beistehen und helfend mit anpacken. Als ich die Wiedenbrücker Straße von Oelde kommend entlangfuhr, konnte ich schon aus einiger Entfernung die Autos, Anhänger und die vielen Helfer erkennen, die sich auf dem Hof versammelten. Dieser Hof befindet sich nicht weit von dem ursprünglichen Sitz der Familie Reiling. Es ist an der Wiedenbrückerstraße von Oelde kommend der letzte Hof auf der linken Seite. Das Gehöft steht schon seit längerer Zeit leer und wurde von den Eigentümern für die Unterbringung zumindest einiger Pferde und Ponies zur Verfügung gestellt.

Ich steige aus und werde sofort herzlich begrüßt. Die mitgebrachten Eimer für die Wasserversorgung der Pferde werden dankend entgegengenommen. Claudia Reiling:, „Es sind so viele Leute da, die helfen wollen, wir wissen gar nicht wo wir alle einteilen sollen. Damit haben wir nicht gerechnet und müssen uns erstmal einen Überblick verschaffen.“ Wohin man schaut, es wird gearbeitet, gehämmert, geflext, gefegt und geräumt. Das erste Stroh wird bereits von einigen Helfern auf den Dachboden verbracht. Es scheint ein ehemaliger Kuh- oder Schweinestall zu sein, der provisorisch für die Pferde hergerichtet wird. Gitterwände werden aufgestellt und befestigt und Frau Reiling achtet dabei sehr genau auf Einzelheiten, damit keine Verletzungsgefahren für ihre geliebten Tiere übersehen werden. Auch wir von der Redaktion des OeA fassen kräftig dort mit an, wo Hände gebraucht werden.

Entgegen der ersten Befürchtungen und Berichterstattungen haben glücklicherweise alle Pferde und Ponies den schrecklichen Brand überlebt, aber einige müssen weiterhin tierärztlich versorgt werden. Es handelt sich dabei um Brandverletzungen und Rauchvergiftungen, die behandelt werden müssen. Auch den verletzten Anwohnern geht es den Umständen entsprechend gut und alle fassen heute schon wieder mit an. Frau Reiling ist es wichtig, dass ihre Tiere alle gut versorgt werden, ihr eigenes Wohlergehen stellt sie hinten an. „Das Haus und die Möbel sind versichert und das können wir später ersetzen. Jetzt geht es darum, den Pferden wieder ein Dach über den Köpfen zu erstellen,“ sagt sie. Für sich persönlich brauche sie keine Hilfe. Ihr geht es darum, dass der Betrieb mit den Ponies irgendwie weitergehen kann. Einige ihrer „Reitkinder“ sind mit den Familien ebenfalls vor Ort und helfen. Alle sind besorgt um die Tiere und möchten so gut es geht helfen, damit die Kinder sich auch bald von dem Schreck und der Sorge um die geliebten Ponies erholen können.

Momentan wird noch geschaut, was von dem Sattelzeug noch aus der Brandruine geborgen werden kann und brauchbar ist. Eigentlich sollten die Ponies demnächst auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt laufen, ob das jetzt möglich ist, ist noch unklar. Die Familie hat ihr gesamtes Herzblut in den Betrieb mit den Pferden gesteckt und will sich jetzt nicht unterkriegen lassen. „Vor allem in ein paar Tagen werden hier noch weitere Helfer benötigt, nicht nur heute. Dann können wir auch schon besser absehen, was noch alles getan werden muss.“, sagt die Besitzerin. Sie betont auch, dass sie nicht nur im Schaustellergewerbe tätig sind, sondern auch die Reitstunden für die Kinder weiter ausbauen möchten. „Es ist traurig, dass der Reitunterricht zurzeit wegen des Feuers ausfallen muss.“

Es fehlt momentan hauptsächlich an Heu, Stroh, Sägespänen, Sätteln, Trensen, Halftern, Decken, etc. Die Wasserversorgung auf dem Hof ist momentan noch nicht gesichert, es werden aber Lösungen gesucht, die Pferde vorübergehend mit Wasser zu versorgen. Nach ersten Angaben wird wohl mit der Feuerwehr Kontakt aufgenommen, in wie fern die Möglichkeit besteht eine erste Ladung Wasser in bereit stehende Fässer zu bringen. Gerne werden auch leihweise Tränkewagen oder große Kanister und Wannen entgegengenommen. „Zur Not müssen wir erst mal selber Wasser hierherfahren. Aber das bekommen wir dann schon hin, bis dass das Wasser hier wieder läuft.“ meint Frau Reiling.

Foto: © Jorrit Müller
Helfer und Malteser vor Ort.

Durch die Facebookgruppe „Du bist Oelder, wenn….“ Haben sich bereits Menschen gemeldet, die bereit sind zu helfen, sei es mit Sachspenden oder auch finanziell. Für Geldspenden würde die Familie zeitnah ein Extra-Konto einrichten. „Dafür müssen wir zwar Steuern zahlen, aber das müssen wir sowieso, weil wir ein Betrieb sind. Ist zwar schade, aber es wird uns helfen die Tiere weiter zu versorgen.“, so Frau Reiling.

Die bisherigen Angebote haben wir an die Familie weitergeleitet, und diese wird sich in ein paar Tagen bei den Anbietern melden, sobald sie sich einen Überblick verschafft hat. Man darf nicht vergessen, dass man seinen eigenen Stolz zunächst überwinden muss, bevor man sich entschließt Hilfe anzunehmen. Ich denke dieses Gefühl wird der ein oder andere kennen. Der OELDER ANZEIGER bleibt am Ball und bedankt sich bei allen, die weiterhin helfen möchten. Es ist Vorweihnachtszeit, sollten da nicht alle Menschen glücklich sein?

Update 25.11.2012, 21.00 Uhr

Nach Absprache mit der betroffenen Familie Reiling ist auf der Reitanlage St. Vit eine zentrale Sammelstelle für Spenden eingerichtet worden. Aktuelle Infos und Ansprechpartner erfahrt ihr auf der Homepage des Vereins unter

http://www.reitverein-wiedenbrueck.de/index.php?page=aktuelles

Auszug aus der Homepage:

25.11.2012 Hilfe für Pferdehof Liebetrau nach Feuer

Am frühen Samstag Morgen kam es auf dem Pferdehof Liebetrau/Reiling nahe des Gewerbegebietes Aurea zu einem Großbrand. Auf dem Hof, welcher über 70 Pferde beherbergte, brannten die kompletten Stallungen einschließlich Futter und Stroh für die nächsten Jahre komplett ab. Auch die Utensilien wie Sättel, Zaumzeug und Decken wurden durch das Feuer vernichtet. Alle Pferde konnten glücklicherweise gerettet werden und nur 3 Ponys mussten zur Behandlung in die Tierklinik. Mitglieder unseres Reitvereins waren schon um 8:00 Uhr mit Transportern an der Brandstelle und fuhren 20 Pferde auf die Reitanlage nach St.Vit. Bereits Mittags waren alle Ponys versorgt und in Boxen untergebracht. Auch die anderen 50 Ponys wurden gut in umliegenden Ställen untergbracht.

Spenden für den Pferdehof

Nach Absprache mit der Familie Reiling, den Besitzern des abgebrannten Pferdehofes, haben wir an unserer Reitanlage in St.Vit eine zentrale Sammelstelle für Sachspenden eingerichtet. Benötigt wird alles, was man für die Versorgung von Ponys gebraucht. Dies sind Dinge wie Zaumzeug,Halfter,Führstricke, Decken, Putzzeug sowie Sättel usw.Solche Spenden können an unserer Reitanlage an der Stromberger Strasse 104 abgegeben werden.

Ansprechpartner für Sachspenden: Andrea Hahne Tel.: 0175/4317699 Abgabe dieser Spenden ist der Reitverein St.Vit an der Stromberger Strasse 104 in St.Vit.

Ansprechpartner für Futter- und Heu-Spenden: Vera Schauren Tel.:0160/94601277 (Heu,Stroh und Futter müssen direkt zu den Unterstellplätzen der Ponys geliefert werden oder werden abgeholt)

Ein Spendenkonto für Geldspenden wird am Montag eingerichtet. Die Kontonummer wird dann umgehend hier eingepflegt.

Postanschrift:
Reitverein Reckenberg Wiedenbrück
Stromberger Strasse 104
33378 Rheda-Wiedenbrück
(Dieser Text wurde von der o.g. Homepage kopiert. Für weitere Infos und Neuigkeiten bitte die Homepage des Vereins besuchen.)
Update 26.11.2012 10:00 Uhr
Die Koordination der Spenden werden in einer extra dafür erstellten Facebookgruppe Organisiert. Wer spenden möchte, kann die benötigten Dinge dort einsehen und die Dinge ankündigen für die man sich Engagieren möchte. Es sollte verhindert werden, dass 5 verschiedene Leute bei einem Unternehmen anfragen stellen.
Hier geht es zur richtigen Hilfegruppe: Für Pferde in Not



Limerick-Contest

Die Facebook-Gruppe „du bist Oelder, wenn…“ hat zu einem Wettbewerb aufgerufen. Und zwar zu einem Gedichtwettbewerb im Formschema des Limericks.

Ein Limerick ist ein meist lustiges fünfzeiliges Gedicht in dem Reimschema aabba. (Nein, das ist keine schwedische Popgruppe)

Hier soll eine kleine Geschichte erzählt werden, die in diesem Fall einen Oelder Bezug haben sollte und auch gerne lustig sein darf.

Dem Autor des Limericks, der die meisten „Likes“ bis zum 3. Advent 12 Uhr Mittags bekommt (ausgenommen Redakteure des OELDER ANZEIGERS), erhält von der Redaktion das Buch „Aravia, Legenden der Blutwölfe“ von Jörg Ringhoff als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.




Das ultimative Sonntagsrezept: Mediterraner Gemüseauflauf mit Fisch

Foto: Martin Bischoff

Ich bin ein begeisterter Krimileser. Und als solcher kommt man an den Schwedenkrimis, die ja mittlerweile eine eigene Sparte in diesem Genre bilden, nicht vorbei. Einer derjenigen, der diesen Schweden-Boom mit begründet hat,  ist Henning Mankell.  In einem seiner Bücher fand ich folgendes Gericht, dass er rudimentär beschreibt und ich jetzt nachkochen möchte.

Es handelt sich um einen mediterranen Gemüseauflauf mit Fisch. Bei Mankell ist es Dorsch – mir ist es wurscht.

Ein ganz einfaches Rezept, das auch der typische Spiegeleiverbrenner hin bekommen sollte.

Man nehme zunächst eine Menge Gemüse, in der heutigen Version – man darf hier ruhig kreativ sein – ist das:

Fisch

Zucchini

Schwarze Oliven

Kartoffeln

Paprika

Tomaten

Aubergine

Ne grüne Pepperoni

Knoblauch

Olivenöl

Kräuter

Das Einzige, das etwas Aufwand erfordert, ist die Aubergine. Diese soll nämlich ausbluten. Deswegen fang ich mit ihr an. Sie wird in Scheiben geschnitten, diese werden von beiden Seiten mit Salz bestreut und weggestellt. Nach einiger Zeit fangen sie an zu weinen wie ich beim Zwiebelschneiden. Wenn sie genug geheult haben streife ich die Flüssigkeit und das Salz ab und brate sie in einer trockenen Pfanne an. Dann erst mal wieder zur Seite mit ihnen.

Alles andere wird gewürfelt. Besonders die Kartoffeln sollten recht klein werden, damit sie die Chance bekommen, durchzugaren. Ich mag keine rohen Kartoffeln. Erfahrungsgemäss übernimmt die Arbeit der Zerstückelung die Köchin, da der Koch keine Lust dazu hat. Der degustiert derweil den Wein, der zum Menu gereicht wird.

Naja, und die Oliven werden gescheibelt. Günstige Oliven gibt es übrigens bei Ipek, da kostet eine Konserve mit 350 Gramm entkernter Oliven (Abtropfgewicht) 2,19 €, besorgt man sie sich von Kattus oder so, dann verliert man schnell die Lust auf dieses Rezept.

So, jetzt kommt alles in eine Auflaufform und wird ordentlich durchgemengt. Jetzt kommt das Olivenöl zum Einsatz, und zwar nicht zu knapp. Das Zeug muss ordentlich schwimmen! (das übrig bleibende Olivenöl kann man nach dem Essen abseihen und später noch mal weiterverwenden – und da bleibt sicherlich was übrig) Kräuter aus dem Garten dazu – was halt grad so da ist und ab in die Röhre. So eine 3/4 Stunde sollte es schon brutscheln.

Dann einfach den etwas gewürzten Fisch oben drauf und noch mal brutscheln lassen, bis dieser sich windet. So circa 15 Minuten. Dann gehts ran an den Mampf.

Dazu serviere ich wieder einmal Baguette, da das das einzige Mittel ist, um dem Olivenöl auf dem Teller Herr zu werden.

Bon appetit!

Nachtrag: Der Auflauf ist gegessen und wieder einmal überrascht die geschmackliche Vielfalt. Bei jedem Kauen erfährt der Gaumen einen neuen Genuss…




Oelde hilft: Brand auf dem Ponyhof

Dicker Nebel und Rauch liegt über Oelde, man kann den Geruch von Qualm und Feuer bis hin zum Westring riechen. Die Ursache ist ein Brand auf einem Ponyhof nahe der Stadtgrenze Oelde – Rheda an der Autobahnabfahrt Oelde-Ost/Herzebrock.

Wie ein Familienmitglied gegenüber dem OELDER ANZEIGER sagte, konnten alle Tiere gerettet werden. Einige mussten mit Brandverletzungen in eine naheliegende Tierklinik gebracht werden. Die übrigen Pferde wurden zunächst auf umliegenden Höfen in der Nachbarschaft verteilt.  Zwei Anwohner wurden leicht  verletzt.

Es wird derzeit eine Liste angefertigt, wo die Tiere sind und was  an Soforthilfe benötigt wird. Insgesamt handelt es sich um das Schicksal einer siebenköpfigen Familie, ihrer Angestellten und von ca. 72 Pferden und Ponies.  Stall und Scheune sind komplett vom Feuer zerstört worden, das Wohnhaus ist nach ersten Angaben unbewohnbar. Was das Feuer nicht geschafft hat, wurde von Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Über die Brandursache ist derzeit noch nichts bekannt.

Der Hof ist vielen Oeldern von den Volksfesten bekannt. Was aber viele Leute nicht wissen ist, dass die Ponies auch richtig geritten werden, dort auch Reitunterricht und Reiten für behinderte Kinder angeboten wird bzw. wurde. Es bestand auch seit längerem das Angebot, die Pferde im Wiedenbrücker Stadtwald zu Ausritten auszuleihen. Eine Reithalle befand sich gerade im Aufbau, um das Angebot zu erweitern und den Pferden auch witterungsbedingt bessere Bewegungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Inwiefern der Betrieb aufrechterhalten werden kann, ist momentan noch nicht klar.

Durch einen frühzeitigen Hilfeaufruf in der Facebookgruppe „Du bist Oelder, wenn…“ haben den OELDER ANZEIGER hilfsbereite Stimmen erreicht. Redakteurin Sandra Förster-Campell leitete persönlich  die Liste mit Hilfsangeboten an die betroffene Familie weiter.

An dieser Stelle bedanken wir uns auch im Namen der betroffenen Familie recht herzlich beim Reit- und Fahrverein Oelde für das uneigennützige Angebot. Auch der Pferdeschutzhof Four Seasons in Rheda-Wiedenbrück ist bereit zu helfen. Weiter liegen auch private Angebote von Familien vor, die das Schicksal der betroffenen Familie und ihrer Tieren nicht kalt lässt.

Es werden Heu, Stroh, Sägespäne und ähnliches gebraucht. Auch Sattelzeug, Zaumzeug, Halfter, Decken und Pflegezubehör wurden ein Raub der Flammen. Schön wäre es, eine Möglichkeit zu finden, wo alle Tiere gemeinsam untergebracht werden können, damit man eine zentrale Futterstelle einrichten kann. Die Familie kommt zunächst bei Verwandten unter und hat somit die Möglichkeit, sich gegenseitig Trost und Kraft zu spenden.

Wer also konkrete Hilfe anbieten kann, bitte eine Mail an: Redaktion@Oelder-Anzeiger.de Wir leiten dann weiter.