Oelder bei „The Voice UK“

Der 57-jährige Sänger Malcolm Holmes aus Oelde war am 30. Juni 2014 beim Vorsingen zu „The Voice UK„. Der OELDER ANZEIGER hat die Stimme aus Oelde zu ihrem Werdegang befragt.

Mal, der gebürtig aus dem Ort Wallasey in England kommt, hatte uns im Interview erzählt, dass er ein Demo von sich zu dem Sender geschickt hatte. Vor ein paar Wochen lag die Einladung im Briefkasten, um direkt vor Ort in London vorzusingen. Somit hatte er also eine der ersten Hürden genommen, um sich live vor Ort zu präsentieren. Bei der Show „The Voice UK“ geht es anders zu wie bei z.B.: Deutschland sucht den Superstar. Bei „The Voice UK“ erfolgt eine Vorauswahl.

Malcolm Holmes

Mal erzählte uns, wie es mit der Musik und dem Gesang angefangen hat. Die erste Erfahrung mit dem Singen hatte er als Fünfjähriger. Ältere Kinder sollten von den Beatles das Stück „She loves you“ vorsingen & spielen. Der Junge, der Paul McCartney nachmachen sollte, stand sehr schüchtern da und bewegte sich kaum, während der kleine Mal im Publikum mitsang und die Luftgitarre rockte. Dies ist auch der Lehrerin aufgefallen, die kurz entschlossen Mal eintauschte.

Etwas später war der junge Mal im Kirchenchor dabei. Nur durfte er hier nicht lange singen, da er das Kirchenkreuz bei einer Verkettung unglücklicher Umstände kaputt gemacht hatte. Mal meinte zu uns, dass er auch das große Talent habe, tollpatschig zu sein. Somit sang Mal eigentlich immer für sich oder später auf Partys.

Mal singt nun schon seit vielen Jahren auf Hochzeiten, Geburtstagen, Festen und bei Veranstaltungen. Im Jahre 2005 führte er bei der GEA Westfalia Separator Group GmbH, bei der er auch arbeitet, ein Casting für die „The GEA Allstars“ durch. Bei dem Casting fanden sich für die Band 18 musikalische Mitglieder aus allen Ländern und Töchtergesellschaften, die seither bei Meetings und Firmenfesten spielt.

Die „Liquid Solids“ in Aktion in der Alten Post Oelde

2011 erfolgte die Gründung seiner eigenen Band, die „Liquid Solids„. Dies ist eine Band, welche ausschließlich aus Oelder GEA Westfalia Separator Mitarbeitern besteht. Diese Band spielt ebenfalls auf Firmenfesten oder anderen Veranstaltungen wie z.B. Rock am Schacht in Ahlen am 17. Oktober 2014.

Mit vielen Glückwünschen die Mal erhielt, ist er gestärkt nach England gereist um sich der Jury dort zu stellen.
Hierfür wird sich Holmes mit einem Freikonzert in der Oelder Innenstadt bald bei allen bedanken. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber schnellstmöglich bekannt gegeben.




Sarajewo, 28. Juni 1914

gavrilo-princip

Gavrilo Princip

Mit dem Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin Herzogin Sophie, am 28. Juni 1914 in Sarajewo, begann die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Als Folge des Attentats erklärte Österreich-Ungarn am 28. Juli 1914 den Krieg gegen Serbien.

Die deutsche Kriegserklärung erfolgte am 1. August 1914.

Vor dem Hintergrund einer enormen Rivalität zwischen den damaligen Großmächten, vor dem bestehenden Nationalismus und Imperialismus und einer verheerenden Bündnispolitik entwickelte sich,durch Versagen der europäischen Diplomatie, ein Weltkrieg mit unfaßbaren Ausmaßen, der erst mit dem Waffenstillstand am 11. November 1918 zu Ende ging.

Wenn das Attentat von Sarajewo Anlass und Auslöser des „Großen Krieges“ war, was für einen Verlauf  hätte das Jahrhundert genommen, wenn es nicht zu diesem Mord gekommen wäre? Es hätte weder die Millionen von getöteten Soldaten und Zivilisten gegeben, noch die große Anzahl von Menschen, die durch Hunger und Krankheiten starben. Den russischen Bürgerkrieg, den folgenden Stalinismus, Faschismus, Nationalismus und die vielen Millionen Toten des zweiten Weltkrieges hätte es ebenfalls nicht gegeben. So wurde der bosnisch-serbische Attentäter Gavrilo Princip zu einer der wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts.

In ganz Deutschland brach eine ungeheure Begeisterung für den Krieg aus, und von großen Teilen der intellektuellen Elite wurde der Kriegsbeginn regelrecht gefeiert und auch durch Kriegsanleihen finanziert.

Andererseits gab es breite Schichten in der ländlichen Bevölkerung und der Arbeiterschaft, die sich anders äußerten und verhielten.

Auch in Oelde folgte man bereitwillig der Kriegspropaganda. Mit „Hurra“ und „Hoch“-Rufen auf den Kaiser zogen zahlreiche Männer in den Krieg. Die alte Lüge vom süßen und ehrenvollen Tod wurde erneut bemüht, um Helden zu schaffen.

Über die Oelder, die zwischen 1914 und 1918 gefallen sind, gibt eine kleine Kapelle am Eingang zum katholischen Friedhof Auskunft.

Es sollte uns in Erinnerung bleiben, dass zahlreiche Oelder in diesem Kriegsinferno umkamen, erschossen, zerfetzt und vergast wurden, oder als Kriegsinvaliden viele Jahre mit den Folgen der erlittenen Verletzungen leben mussten.

Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre (Bertrand Russell).

Heinz Werner Drees




Kreiswettbewerb vom Jugendrotkreuz in Oelde

Wer im Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde auf blutüberströmte Verletzte trifft, brauch sich nicht erschrecken. Das Jugendrotkreuz veranstaltet aktuell einen Wettbewerb für die Nachwuchshelfer.

Herr Klaus Kaffille, Kreiswerbeleiter vom DRK Kreisverband Warendorf- Beckum e.V. gab uns hierzu Informationen.

Bei dem heutigen Wettbewerb geht es um die Teilnahme am Landeswettbewerb, den die Sieger besuchen dürfen. Angetreten sind heute hier in Oelde elf Teams aus sieben Ortsvereinen aus dem gesamten Kreis Warendorf. Dabei gibt es 3 Altersstufen beim Jugendrotkreuz

Stufe I ist für 6 – 12 Jahre
Stufe II 13 – 16 Jahre
Stufe III über 16 Jahre

Dabei gibt es verschiedene Stationen, vier davon im DRK Haus an der Poststraße und fünf im Gelände des Vier-Jahreszeiten-Parks. Im Park werden z.B. Erste Hilfe Aufgaben gestellt, Spiel- und Spaß- Aufgaben oder das Rotekreuzwissen abgefragt. Im DRK Haus gibt es weitere Spiel- und Spaßaufgaben sowie eine kulturelle Station.

Der OELDER ANZEIGER hatte im Park live miterleben können, wie ein Mädchen Opfer eines gestellten Brandes wurde. Dabei hatte sich die Darstellerin beide Unterarme stark verbrannt und wurde durch die Nachwuchshelfer erstversorgt.

Dir rote Jacke diente als Feuer

Wundbehandlung und Aludecken wurden angewandt. Die jungen Helferinnen und Helfer simulierten eine Meldung an die Zentrale mit den wichtigen Informationen zum Unfall.

Eine andere Darstellerin ist im Vier-Jahreszeiten-Park von der Hängematte gefallen und hatte sich Knie- und Handverletzungen zugezogen. Eine Junge- Rotkreuzhelferin wählte aus der Verbandstasche die korrekten Utensilien zur Wundbehandlung und zum Wundverband.

Ein Sturz wurde in dieser Szene nachgestellt

Wer die Helfer noch in Aktion sehen möchte, kann dies heute bis ca. 16:00 Uhr. Um ca. 16:30 Uhr erfolgt die Siegerehrung der besten Helfer im DRK Haus.




Einzigartig und vielstimmig: eine Hommage ans Tagebuch

2014-06-10-Nottbeck-3Zwei Tage, sechs Tagebücher, sechs Fragezeichen. Auf den TAGEBUCHTAGEN am 13. und 14. Juni 2014 auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg widmet sich eine illustre Auswahl renommierter Künstler einer ebenso illustren Auswahl an Tagebüchern. Ein einmaliges Festival, bei dem Literatur auf Musik, Tanz, Theater und Performance trifft und die gelebte Zeit anderer zum Erlebnis wird!

Längst hat sich das Kulturgut Haus Nottbeck als Veranstaltungsort außergewöhnlicher Festivals und innovativer Literaturevents einen Namen gemacht, sei es durch das Open-Air-Wortfestival „Laut & Luise“, den Kurzhörspiel-Award „Short Cuts“ oder Veranstaltungsreihen von „Stadt-Land-Pop“ bis „Nottbeck City Limits“. Neuestes Projekt der Nottbecker Ideenschmiede sind die TAGEBUCHTAGE am 13. und 14. Juni, bei denen die gelebte Zeit anderer zur Inspiration einzigartiger Musik, Theater, Tanz und Literaturperformances wird.

Festival-Kurator Tom Liwa, Songschreiber und Sänger der Flowerpornoes, hat in Zusammenarbeit mit dem Kulturgut eine Gruppe namhafter deutscher Künstler um sich geschart, darunter die Post-Pop-Band Messer aus Münster, Gisbert zu Knyphausen & Band, Naema Faika, Cäthe, Barbara Morgenstern, das Tom Isfort Quartett, Thomas Hoeveler, Martin Becker und „sozialpalast“. Sie interpretieren auf der Bühne Tagebuchaufzeichnungen unter anderem der Grunge-Legende Kurt Cobain, der Schauspiel-Ikone Romy Schneider oder des Beat-Poeten Jack Kerouac. In einem einzigartigen Rahmen lassen sich Musikerinnen und Musiker der Gegenwart von Künstlerpersönlichkeiten der Vergangenheit, ihren Emotionen und Erlebnissen inspirieren und schaffen etwas vollkommen Neues. Die gelebte Zeit anderer trifft auf Theater, Performance, Tanz und natürlich Musik.

2014-06-10-Nottbeck-8Das Festival eröffnet am Freitag, 13. Juni um 19.00 Uhr der Schauspieler und Musiker Thomas Hoeveler. Der im Ruhrgebiet wirkende Mitbegründer des Kleinewelttheaters widmet sich dem Traumtagebuch des amerikanischen Beat-Poeten Jack Kerouac, vor allem bekannt durch seine zahlreichen Roadtrip-Romane. Die Dynamik aus Kerouacs Werken nutzt auch Hoeveler als Ausgangspunkt und Quelle seiner Erforschung der Grenzbereiche zwischen Ehrlichkeit und Selbstbetrug. Text, Musik und Spiel verschmelzen zu einer Darbietung. Um 20.30 Uhr geht es weiter mit der Sängerin Cäthe. Mit ihrer einzigartigen Stimme interpretiert die Wahlhamburgerin Aufzeichnungen der aus Elberfeld stammenden Autorin Else Lasker-Schüler, einer der experimentierfreudigsten Künstlerpersönlichkeiten der klassischen Avantgarde. Den Abschluss des Abends gestaltet die Münsteraner Band Messer ab 22.00 Uhr. Zwischen ihr und Romy Schneider besteht eine besondere Verbindung, hat die Gruppe der Schauspiel-Ikone doch bereits einen Song gewidmet und sich wiederholt in ihrem Artwork von der strahlenden wie abgründigen Filmgröße inspirieren lassen.

Die in Hagen geborene Sängerin und Songwriterin Barbara Morgenstern eröffnet den zweiten Festivaltag am Samstag, 14. Juni, um 18.30 Uhr. Die Tagebücher Sylvia Plaths, mit denen sie sich beschäftigt, sind gezeichnet von Konflikten. Plath, die bis zu ihrem Selbstmord im Jahr 1963 an Depressionen und einer bipolaren Störung litt, erfüllte nach Außen alle Klischees der amerikanischen Traum- und Hausfrau, während sie in ihrer Prosa, Lyrik und den Tagebuchaufzeichnungen schonungslos ihren Selbstzweifeln und ihrer Sehnsucht nach künstlerischer Anerkennung Ausdruck verlieh. 1982 erhielt sie als erste Schriftstellerin postum den Pulitzer-Preis. Um 20.00 Uhr betreten das Tim Isfort Quartett und der Song-Poet Tom Liwa die Bühne. Sie widmen sich den Texten der finnischen Gegenwarts-Songwriterin Laura Naukkarinen, die ihre musikalischen Wurzeln im experimentellen Pop und Acid Folk hat. Isfort und Liwa kennen sich seit vielen Jahren und haben oft musikalisch zusammengearbeitet. Als weiterer Höhepunkt des Festivals folgt Gisbert zu Knyphausen & Band mit Naema Faika, die sich einer Ikone der 1990er Jahre annehmen: Kurt Cobain. Zu ihrem Auftritt wird noch nicht viel verraten, stattdessen schicken sie ein Statement des Nirvana-Sängers voraus: „Ich dachte ich würde der Welt mitteilen, wie sehr ich die Menschen liebe. Wenn ich nochmal drüber nachdenke, habe ich vielleicht nur versucht, der Welt mitzuteilen, wie sehr ich mich selbst liebe. Wie ein Scheinheiliger im Heiligenschein.“

Das Festival TAGEBUCHTAGE verspricht besondere Begegnungen und interdisziplinäre Kunst: Eine Symbiose aus dem, was die jungen Künstler mitbringen, und dem, was die persönlichen Aufzeichnungen der Tagebuchautorinnen und -autoren als Inspirationsquelle bieten. An beiden Festivaltagen ist im Innenhof eine Installation von „sozialpalast“ zu erleben, die Alltagsobjekte und Begriffe wie Innen und Außen, Bühne und Daheim miteinander verschmilzt. Als Chronist des Events fungiert der Radiojournalist und Schriftsteller Martin Becker – denn was wäre eine Hommage an das Tagebuch ohne ein eigenes Festivaltagebuch?

Zur Einstimmung auf die TAGEBUCHTAGE bietet der Songpoet und Kurator Tom Liwa einen dreitägigen Workshop rund ums Tagebuch auf dem Kulturgut: FR 30.05. – SO 01.06.2014. Infos und Anmeldung: 02529 945590.

Die TAGEBUCHTAGE werden präsentiert vom deutschen ROLLING STONE und gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen unter Tel.: 0 25 29 / 94 55 90 und www.kulturgut-nottbeck.de

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FR-SA 13.-14.06.2014
Festival
TAGEBUCHTAGE
Literatur – Musik – Theater – Tanz – Kunst

Freitag 13.06.2014
19.00 Uhr I Thomas Hoeveler / Kleinewelttheater: Jack Kerouac
20.30 Uhr I Cäthe: Else Lasker-Schüler
22.00 Uhr I Messer: Romy Schneider

SA 14.06.2014
18.30 Uhr I Barbara Morgenstern: Sylvia Plath
20.00 Uhr I Tim Isfort Quartett & Tom Liwa: Laura Naukkarinen
21.30 Uhr I Gisbert zu Knyphausen & Band / Naema Faika: Kurt Cobain

sozialpalast (Installation) und Martin Becker (Festivaltagebuch)

Karten (Stehplätze)
Tageskarte: VVK: 22,00 EUR / 20,00 EUR; AK: 24,00 EUR / 22,00 EUR
2-Tageskarte: VVK: 38,00 EUR / 36,00 EUR

Kartenvorverkauf:
Die Glocke – Kartenservice (Tel.: 02522-73300)
Forum Oelde (Tel.: 02522-72800)
Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590)
www.adticket.de

Alle Bilder © OELDER ANZEIGER, frei für Haus Nottbeck




Haupteingang zum Vier- Jahreszeiten- Park wieder spät nachts offen

Gerade erst eineinhalb Wochen sind vergangen, als Vandalen nachts eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben. Die lokale Tageszeitung „Die Glocke“ hatte hierzu berichtet. Der Geschäftsführer des Vier-Jahreszeiten-Parks war über die Tat der Randalierer „fassungslos“, wie man dem Bericht entnehmen konnte.

 

Die Aufnahmen stammen von 00:15 Uhr

Der Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde ist an allen Eingängen mit dreh- und abschließbaren Toren versehen, wie der OELDER ANZEIGER bereits vor einigen Wochen berichtete. Der Park stand nun wieder in der Nacht vom 08. auf den 09.06 2014 um ca. 00:15 Uhr am Haupteingang offen.
Somit gelang es uns in das Gelände rein und wieder heraus zu kommen. Wie im damaligen Bericht, wird die Schließanlage weiterhin nicht konsequent genutzt.




Barrierefreiheit nachgerüstet am Eingang des Vier- Jahreszeiten- Parks

Nach der Installation der neuer Dreh- und Einlasstechnik war der Zugang für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen, sowie für Radfahrer am Eingang „Am Stadtgarten“ nicht mehr möglich. Der OELDER ANZEIGER berichtete über die Einlasstechnik und wie sich Anwohner und Vier-Jahreszeiten-Park- Besucher beschwerten.

Der Parkbetreiber Forum Oelde hatte den Mangel erkannt. Forumsleitung Ludger Junkerkalefeld hatte versprochen nachzubessern und Wort gehalten.

Der Zugang zum besagten Eingang ist für Besitzer der Vier-Jahreszeiten-Parkkarte wieder barrierefrei möglich. Nachdem die Karte in das Lesegerät eingeschoben wird, schaltet das Schloss frei. Der Besucher muss das Tor nur noch aufschieben.

Dank dem Tor können Radfahrer, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer wieder passieren

 




Pfingstenkranz: Wotanskult in Oelde

So sah es in Oelde zu Pfingsten vor einem halben Jahrhundert aus. Foto: © Wolfgang F. Pestel

So sah es in Oelde zu Pfingsten vor einem halben Jahrhundert aus. Foto: © Wolfgang F. Pestel

Jedes Jahr zu Pfingsten wird in Oelde ein dreibeiniger Maibaum aufgestellt: Das ist der Pfingstenkranz, um den Jung und Alt begeistert tanzen. Doch woher stammt dieses Brauchtum?

Pfingstenkranz in Oelde
Fotos mit freundlicher Genehmigung:
©Meik Libor/Pfingstenkranzgemeinschaft St. Joseph

Der Tanz um den Pfingstenkranz stammt aus den Zeiten des Odin-Kultes. Odin (auch Wotan genannt) war der Gott der Ernte, des Ackerbaus und der Viehzucht. Er wurde von den Germanen als Hauptgott verehrt. Gehuldigt wurde ihm unter anderem von den Sachsen, deren Kernland sich im heutigen Westfalen befand.

Kreuzzüge gegen heidnisches Brauchtum

Karl der Große versuchte, die heidnischen Sachsen zu unterwerfen und rückte vom Rhein gen Norden vor. Zweiunddreißig Jahre lang führte er von 772 bis 804 einen Unterwerfungskrieg gegen die „Ungläubigen“. Als „Sachsenkriege“ schmücken diese blutigen Schlachten die Annalen der Geschichte. Es ging Karl dem Großen dabei weniger um den wahren Glauben als um Macht, Einflussbereiche und tributpflichtige Vasallen.

Pfingstenkranz auf der Warendorferstraße ca. 1954. Foto: © Norbert Löbbert

Pfingstenkranz auf der Warendorfer Straße ca. 1954.  OeA Leser Norbert Löbbert war selber dabei, die Straße wurde extra damals abgesperrt. Man beachte den Straßenbelag.  Foto: © Norbert Löbbert

Mit dem Niederschlagen der heidnischen Religion und der Durchsetzung des Christentums wurde auch das Brauchtum verändert. Im Gesetzeswerk Lex Saxonum ließ Kaiser Karl seine Rechtsauffassung festschreiben: „Alle stimmen dem Prinzip zu, dass die Kirchen Christi in Sachsen nicht geringere, sondern erheblich höhere Geltung haben sollen als die Götzenstätten.“ Spätestens damit hieß der offizielle neue Gott der Sachsen nicht länger Odin oder Wotan sondern Jesus Christus.

Wotanskult in Oelde

kinderbauerIm ehemals sächsisch-westfälischen Ackerbürgerstädtchen Oelde, einstmals Ulithi geheißen, hält sich der Wotanskult indes bis heute. Jeweils zu Pfingsten wird ein dreibeiniger Baum aufgestellt und geschmückt. Mit diesem Maibaum feierten die Vorväter alljährlich im Wonnemonat das „Mai- und Blumenfest“.

In seiner ursprünglichen Form handelte es sich um eine mit Bändern und Fähnchen geschmückte Birke als Symbol der Gesundheit. Die Birke war der heilige Baum der Fruchtbarkeitsgöttin Freya, die in vielen Gegenden unter Gesang von Haus zu Haus getragen und zuletzt auf dem Marktplatz des Ortes aufgestellt und von jung und alt bis in die Nacht hinein umtanzt wurde.

Amtskirchen nutzen den Brauch

2013_1Im Laufe der Jahrhunderte erhielt der Maibaum einen christlichen Einschlag, und der „Pfingstenkranz“ wurde bewusst vor den Oelder Kirchen aufgestellt. Uralte Lieder, die ursprünglich der Naturverehrung dienten, wurden vermischt mit Liedern der christlichen Religion, um dem bäuerlichen Volk den neuen Glauben nahe zu bringen. Heute wissen nur noch wenige Historiker um den wahren Kern des uralten Brauchs.

Der Oelder Pfingstenkranz wird heutzutage als Dreifuß aus drei Holzbalken gebildet, der in der Spitze zusammengebunden und durch Querbalken Standfestigkeit bekommt. Das Gestell wird mit Birkengrün oder auch Tannengrün umwickelt, mit Fähnchen besteckt und mit Fackeln behängt, die den Pfingstenkranz am Abend stimmungsvoll beleuchten.

Die Oelder Pfingstenkranzlieder

2013_7Nachmittags tanzen vor allem Kinder im Reigen um den Pfingstenkranz und singen Lieder, die ihnen bereits im Kindergarten vermittelt werden. Typische Pfingstenkranzlieder sind „Oh Buer wat kost‘ ju Hei?“, „Oh Bauer hast Du Geld“, „Wir öffnen jetzt das Taubenhaus“, „Guter Freund ich frage Dir“, „Schön Hannchen in der Mühle“ und „Das Oelder Lied“.

Das bekannteste und beliebteste Pfingstenkranzlied wird auf plattdeutsch gesungen. Es handelt sich um einen Wechselgesang mit Reigentanz, bei dem immer mehr Teilnehmer in einen inneren Reigen, der gegenläufig wandert, einbezogen werden. Inhaltlich wird einem als westfälischer Bauer verkleideter Sänger, dem »buer«, der ganze Hof und der Hausstand eingerichtet. Die Mitspielenden geben ihm nacheinander Frau Kind, Wagen, Piärd, Ossen, Knächt, Swiepe, Kauh, Magd, Maschine, Pott, Släif, Liäpel, Schinken und Schamiesken. Zum Schluss kriegt er einen Schubs und wird unter großem Gejohle aus dem Kreis hinaus geprügelt.

Oh Buer, wat kost‘ Ju Hei?

Chor: Oh Buer, wat kost‘ Ju Hei? Oh Buer, wat kost‘ Ju Hei? Oh Buer, wat kost‘ Ju Kirmeshei, et gäiht so viel fö Kirmeshei, Oh Buer wat kost‘ Ju Hei?

Bauer: Min Hei, dat kost‘ ne Kraun, Min Hei, dat kost‘ ne Kraun, Min Hei, dat kost‘ ne Kirmeskraun, et gäiht so viel fö ne Kirmeskraun, Min Hei, dat kost‘ ne Kraun!

Chor: Ju Hei is viel to düer, Ju Hei is viel to düer, Ju Hei is viel to kirmesdüer! Et gäiht so viel fö kirmesdüer, Ju Hei is viel to düer!

Bauer: Min Hei is nich to düer, Min Hei is nich to düer, Min Hei is nich to kirmesdüer! Et gäiht so viel fö kirmesdüer. Min Hei is nich to düer.

Chor: Nu gifft den Buer ne Frau, Nu gifft den Buer ne Kirmesfrau, Et gäiht so viel fö ne Kirmesfrau! Nu gifft den Buer ne Frau!

Bauer (zeigt auf ein Mädchen im Kreise): Dat is min läiwe Frau, Dat is min läiwe Frau, Dat is min läiwe Kirmesfrau! Et gäiht so viel fö Kirmesfrau, Dat is min läiwe Frau … usw.

Im Anschluss an dies plattdeutsch gesungene Lied wird meist ein hochdeutsches Lied gesungen. Wieder wird ein Bauer in den Kreis gestellt. Diesmal singt der Darsteller des Buer aber nicht mit. Der Chor singt allein: „Oh Bauer, hast du Geld? Oh Bauer, hast du Kirmesgeld, Kirmes-, Kirmes-, Kirmesgeld, Oh Bauer, hast du Geld?“

Termine der Oelder Pfingstenkränze und weitere Informationen: http://www.pfingstenkranz.de




Green up Party am Sportplatz Ortsteil Stromberg

VereinswappenAm kommenden Wochenende gibt es auf dem Sportplatz des SC Germania Stromberg eine Feier. Auf dem Sportgelände, welches aus einem Ascheplatz und einem Grasplatz besteht, wird eine Party mit DJ Musik veranstaltet. Der Einlass ist am Samstag um 21 Uhr gegen einen Eintritt von 5€.

Damit alle gut durch die Party kommen, wird für Speis und Trank gesorgt. Der gesamte Erlös der Feier wird in das Projekt „Kunstrasen für Stromberg“ gesteckt.

  

Fair Play nicht nur beim Fußball, sondern auch beim Feiern ist die Devise. Bevor die Party- People auf das Gelände kommen, wird eine Ausweiskontrolle durchgeführt. Jeder unter 18 Jahren muss die Veranstaltung um 24:00 Uhr verlassen, oder einen Erziehungsberechtigen dabei haben.

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Bilder © Torsten Schwichtenhövel, frei für SC Germania

Nachtrag 04.06.2014

Nach Veröffentlichung des Artikels hat Herr Michael Hart, erster Vorsitzender hierzu im Telefoninterview dem OeA weitere Informationen mitgeteilt.

Stromberg als größter Ortsteil von Oelde benötigt dringend einen zeitgemäßen Kunstrasenplatz. Die Umrandungen, wie man auf den Bildern sieht, sind noch aus Beton hergestellt worden. Oelde und der Ortsteil Lette haben sehr gute Anlagen, während der Sportplatz in Stromberg aus den 60er Jahren stammt und diesem hinterherhinkt und sogar noch einen roten Ascheplatz hat.

Damit das Projekt überhaupt starten kann, muss SC Germania Stromberg eine Summe von ca. 80.000 € bis 85.000 € aufbringen. Der Verein wird natürlich versuchen durch viele ehrenamtliche Einsätze, diese Summe schrumpfen zu lassen. Muskelhypotheken oder geldbringende Veranstaltungen wie z.B. die GREEN UP-Party sollen dabei helfen. Der Verein peilt dabei einen Kunstrasenplatz mit dem Mindestmaß von 60 x 90 Meter an.

Mehr wäre natürlich schön, sagte uns Herr Hart.