Oelder Geschichte und Geschichten

Von „Ewigen Lampen“ und „Rosengärten“

Eine Geschichte von Heinz Werner Drees mit Bildern von Norbert Löbbert.

Meine erste Bekanntschaft mit einer Oelder Gaststätte hatte ich im zarten Alter von ungefähr vier Jahren. Mein Vater, der sonntags zum Frühschoppen ausging, nahm mich eines Tages an die Hand und sagte: Komm mit, ich gebe einen aus! Doch bevor wir das Haus verließen, wurde der Junge von Mutter und Großmutter sonntagsmäßig angekleidet und gekämmt. Mein Vater, wie immer am Sonntag, trug Anzug, Oberhemd und Schlips. Seine wenigen Haare waren ordentlich frisiert, sein Kinn nass rasiert und von einer leichten Pitralon-Wolke umhüllt.

Schon bald betraten wir gemeinsam eine Gaststätte in der Nachbarschaft. Der kleine Gast wurde auf einen Thekenschemel gesetzt und staunte die Welt an. Die Herren um mich herum tranken vorzugsweise Bier oder Pils, ich bekam einen Apfelsaft. Der gesamte Thekenraum war in eine gewaltige Qualmwolke gehüllt, bestehend aus Zigaretten-, Pfeifen- und Zigarrenrauch. Nachdem ich allen möglichen Leuten nach Art der Erwachsenen freudig zugeprostet hatte, bekam ich von einem Bekannten meines Vaters zehn Pfennige geschenkt. Das Geldstück verschwand schon bald im Geldschlitz eines Automaten, der mir wie ein Wunder vorkam. Geld einwerfen,  kräftig drehen und schon war die Kinderhand voll mit gesalzenen Erdnüssen. Herrlich !

Mit der Zeit erfuhr ich dann, dass es allein auf dieser Straße vier „Kneipen“ gab. Vorneweg die Gaststätte Feldmeier, später war dort ein Imbissbetrieb, oder auch die berühmte KAKO-BAR. Gegenüber der Lindenhof mit einer wunderschönen Terrasse im Garten. An Sommerabenden funkelten dort bunte Laternen, Kellner huschten hin und her und zur Tanzmusik drehten sich die Paare im Kreis. Schräg gegenüber vom Lindenhof befand sich der „Blaue Täuber„, ein Vereinslokal für Sportler und auch Treffpunkt für die zahlreichen Taubenfreunde, eine Gaststätte mit einem angegliederten Saal, in dem Kasperletheater und viele Jahre später auch Beatmusik gespielt wurde. Im Oelder Sagenschatz gibt es auch die Anekdote über den „angesäuselten“ Herrn, der die Strecke vom Blauen Täuber zum Lindenhof, oder auch umgekehrt, mit dem Taxi bewältigte! Oder auch die Geschichte vom Oelder Schrotthändler, der mit Pferd und Wagen durch Oelde rumpelte und wo das Pferd angeblich genau wusste, an welcher Gaststätte es anzuhalten hatte!

Und am Ende der Straße gab es noch die Gaststätte Bentler, eine Mischung aus Kneipe und Lebensmittelgeschäft. Gut erreichbar war der Hintereingang der Gaststätte über das „Gängsken“, einem kleinen von Gärten und Hecken umsäumten Fußweg zwischen Bult- und Lindenstrasse.

Auf dem Moped Jochen Köning auch Oese genannt. Im Fenster sieht man Werner Hövel

Insgesamt gab es in der Stadt eine  hohe Kneipendichte, so dass mehrere Gaststätten auf einer Straße keine Seltenheit waren. So zum Beispiel  auf der Ruggestrasse: dort befand sich auch die ehrwürdige „Ewige Lampe“. Ein älterer Oelder Bürger erzählte mir, dass  diese Gaststätte so hieß, weil dort immer geöffnet war. Ein interessanter Gedanke, ein Leben ohne Sperrstunde. Niemand muss verdursten! Ich bin mir allerdings sicher, dass diese Sperrstunden immer wieder kontrolliert wurden, aber ich bin mir ebenso sicher, dass es viele „zugekniffene“ Augen gab.

Es gab zahlreiche Nachbarschafts-, Eck- oder Arbeiterkneipen, wo sich die Leute nach Feierabend trafen, um sich bei einem „Kluck“ und Bier von der Arbeit zu erholen. Zur Stärkung der Gäste wurden auch überall leckere Speisen angeboten. Ob Mettbrötchen, selbst gemachte Frikadellen, Wurstbrötchen, Suppen, Bockwurst, Kartoffelsalat: die angebotenen Speisen waren immer willkommen, lecker und häufig schnell ausverkauft.

Die Gaststätten waren immer gut besucht und besonders am Freitag  füllten sie sich schnell und regelmäßig. Das Wochenende nahte und viele Arbeitnehmer bekamen ihre wöchentliche Lohntüte ausgehändigt. Viele Männer gingen – statt nach Hause – direkt ins Gasthaus. Zum Lohntütenball! Nicht selten erwarteten die Ehefrauen ihre Männer an den Werktoren oder Kinder wurden in die Gaststätten geschickt, um den Vater mit der noch gefüllten Lohntüte nach Hause zu holen.

Auch für die Unterhaltung der Gäste wurde gesorgt, so stand fast in allen Kneipen eine Musikbox. Darin wurden – nach Einwurf von Geldstücken – Schallplatten abgespielt. Über eine Liste wurde die gewünschte Musik ausgesucht, angewählt und schon ging es los.

Knobelbecher gab es eigentlich an allen Theken, dort wurde mit „Meier“ und „Chicago“ so manche Runde ausgeknobelt. Beliebt waren auch das Kegeln und das Kickern. Später kamen dann Billardtische dazu oder die herrlich blinkenden und fiependen Flipperautomaten.

In manchen Gasthäusern bildeten sich Sparclubs: alle Mitglieder zahlten regelmäßig ihren Beitrag ein, dann wurde der Betrag meistens um die Weihnachtszeit bei einem Sparfest ausgezahlt.

Beliebt waren auch die gelegentlich stattfindenden Brauereibesichtigungen. Dazu luden die Wirte ein und ganze Busladungen wurden zu den umliegenden Brauereien gekarrt. Nach einer Betriebsbesichtigung erfolgte dann der von Vielen schon erwartete gemütliche Teil.

Natürlich gab es in unserer Stadt auch die „feineren“ Adressen. Hotels, wie das ehemalige Bahnhofhotel oder Gaststätten, in denen sich die Honoratioren der Stadt trafen. Dort fanden häufig Empfänge, Tanzveranstaltungen oder Feiern statt. Das Oelder Bahnhofhotel war in den fünfziger und sechziger Jahren das gastgebende Hotel für die alljährlich stattfindende Diplomatenjagd. Mit der Anwesenheit des Bundespräsidenten und seinem Gefolge schnupperte die Stadt für kurze Zeit am Duft der großen weiten Welt.

Die Sharks von links: Erich Lobemeier, Peter Lobemeier, Burkhardt Heringhof † (auch Haifisch genannt) und Uli Remfert Foto: © Peter Lobemeier

2014-11-02-Sharks copyEtwas außerhalb der Kernstadt lagen die Gasthöfe Düding und Kramer’s Mühle. Gegenüber letzterer Gaststätte, am Rande des ehemaligen Stadtparks, stand seit Jahrhunderten die Wassermühle, deren Mühlräder vom Axtbach und vom Mühlenteich mit Wasser versorgt wurden. In der Gaststätte waren in den sechziger Jahren die Wirtsleute Lilo und Robert zu Hause. Durch die gemütliche Atmosphäre und die Freundlichkeit der Gastgeber war der Schankraum immer gut gefüllt. In der ehemaligen Wassermühle probte damals die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Band LITTLE SHARKS. Die Musiker, mit ihren zahlreichen Freunden und Bekannten der Band und viele Schüler der Oelder Technikerschule waren häufig Gäste in Kramer’s Mühle.

Ganz besonders an den Sonntagen, zu Kaffee und Kuchen, zogen viele Oelder in die umliegenden Gasthöfe, zu Niehüser, Thüer’s, Eck-Willm oder in den Gasthof Dämmer.

Ende der sechziger Jahre kündigte sich eine neue Zeit an ! Die Disco-Welle rollte an und auch in Oelde eröffnete im Jahre 1968 die unweit vom Marktplatz und Johannes-Kirche gelegene Discothek MERANCHITO.

Nette Damen hinter der Theke

Leute treffen, laute Musik hören, tanzen, eine spezielle Beleuchtung: der Laden war ein echter Knüller. Legendär waren im MERANCHITO die Pils-Stunden. Dann wurde für die Dauer einer Stunde der Bierpreis gesenkt, was immer für eine gehobene Stimmung und Massenbestellungen sorgte.

Im Norden der Stadt, am Plümmerskotten, betrieb die Familie Strauhal viele Jahre lang die Gaststätte Rosengarten. Der Schankraum und die nebenan gelegene Haifisch-Bar waren immer gut besucht, im Rosengarten ging es hoch her. Im saalähnlichen Raum neben der Theke fanden ab Ende der sechziger Jahre regelmäßig am Wochenende Disco-Abende statt. Detlef und Wolfgang Strauhal präsentierten dort den SUNDAY-CLUB.  Mit viel Musik, bunten Lichtern und Tanz wurde eine tolle Disco-Atmosphäre geschaffen, wo sich dann zu später Stunde das Publikum aus Kneipe und Disco vermischte.

Abseits dieser Schilderungen gab es natürlich weitere Gaststätten, Bars und Nachtlokale.

Und es gab unsere damaligen Jugend-Treffpunkte im Kupfergrill, Hahnenteller oder in Stucki’s Imbissbude.

Text: Heinz Werner Drees

Zeichnungen: Norbert Löbbert

Fotos: Heinz Werner Drees




Deutschunterricht für Flüchtlinge

Im heutigen Gastbeitrag geht es um den ehrenamtlichen Deutschunterricht für Flüchtlinge in Oelde. Über Nächstenliebe, Erfahrungen, den kleinen fünfjährigen Ahmad mit seinem Vater und seiner Schwester berichtet uns Frau Karin Schöneberger, der wir hiermit recht herzlich danken.

Karin Schöneberger berichtet:

Von links hinten: Ute Ahmad und Claudia Leewe mit 3 Schüler vom Anfängerkurs beim einstudieren vom Einkaufszettel.

Ich werde immer wieder gefragt, wie das denn eigentlich abläuft und ob wir denn alle Lehrer/innen sind oder wie man sich das vorstellen muss. Deshalb möchte ich an dieser Stelle mal unseren Deutschunterricht vorstellen und vielleicht ja auch so die eine oder den anderen für uns gewinnen. Wir sind alles ehrenamtliche Helfer, von denen der größte Teil keine pädagogische Ausbildung hat. Wir sind keine Lehrer, sondern Sprachbegleiter. Man darf sich den Deutschunterricht nicht so wie in der Schule vorstellen oder wie man ihn aus den VHS-Kursen kennt, wenn man selber mal einen Sprachkurs belegt hat, sondern viel lockerer und auch praxisbezogener. Zu uns kann jeder kommen, der möchte, wobei wir für Anfänger und Fortgeschrittene zwei getrennte Gruppen haben. Aber auch da gibt es noch Unterschiede zwischen Leuten, die eventuell auf Englisch in ihrem Heimatland studiert haben oder dem Landarbeiter, der ein paar Jahre die Schule besucht hat.

Der Unterricht

Anschließender Besuch auf dem Wochenmarkt.

Unseren Unterricht gestalten wir spontan. Wir üben mit den Schülern Alltagssituationen, wie die Begrüßung, die Uhrzeit, Fragen oder mal einen Einkaufszettel und anschließend geht es auf den Markt einkaufen. Wir erfragen die Hobbies, um sie eventuell in einem Verein unterzubringen, zeigen ihnen die Stadtbücherei oder oder oder. Wir sind so viele, dass wir immer mindestens zu zweit bei dem Unterricht sind und auch jeder nur so oft Unterricht machen muss, wie er persönlich kann, d.h. die meisten machen einmal pro Woche Unterricht. Hier im Stadtgebiet heißt das konkret, dass wir inzwischen 5 x pro Woche den Anfänger- und Alphabetisierungskurs anbieten können und 4 x pro Woche den Kurs für die Fortgeschrittenen. Gerne würde ich auch noch Unterricht für die neue Regelunterkunft am Landhagen 88 anbieten können oder Nachhilfe-/Hausaufgabengruppen für diejenigen, die  Unterstützung bei einem VHS-Kurs gebrauchen könnten.

Eingedeckt für die Weihnachtsfeier

Parallel dazu findet auch Deutschunterricht in der Notunterkunft am Landhagen statt. Dieser gestaltet sich anders, da dort die Leute gerade erst in Deutschland angekommen sind und auch nicht wissen, wie lange sie hier in Oelde bleiben. Der Unterricht findet dort vor Ort in dem Versorgungszelt statt. Die Anzahl der Schüler kann zwischen 5 und 50 Leuten variieren. Der Unterricht geht über die Anfänge wie Begrüßung, unser Alphabet, Zahlen, etc. nicht hinaus, da in der nächsten Woche wieder andere Leute dort sitzen können. Von dem Unterricht dort erzählte mir die Sprachbegleiterin Claudia Leewe die folgende Geschichte:

Der kleine Ahmad

Der kleine 5-jährige Syrer Ahmad kam mit seinem Vater und seiner Schwester zum Deutschunterricht. Ich dachte zunächst, er könne nicht schreiben, aber er strahlte mich die ganze Zeit an und „kritzelte“ eifrig auf einem Blatt mit. Es nahmen ca. 20 Erwachsene und Kinder an meiner Runde der Anfänger teil. Die Kinder wurden im Laufe der Stunde immer ungeduldiger und hörten irgendwann nicht mehr zu. Nachdem ich dann den Unterricht mit einem „Dankeschön“ beendet hatte, lief der Kleine auf mich zu, umklammerte meinen Oberschenkel und gab mir den Zettel.

Gesten und Werte

Solch kleine Gesten sind der Grund, warum wir das tun. Die Leute sind unheimlich dankbar, dass wir ihnen helfen und sie unterstützen. Auch als Frau wird man dort respektiert und höflich behandelt. Wir vermitteln dort nicht nur unsere Sprache, sondern auch unsere Werte. Noch ein kleines Beispiel:

Wir haben Alltagssituationen durchgenommen, so z.B. auch die Situation, dass ich einen in der Stadt treffe und ihn frage: „Sollen wir einen Kaffee trinken gehen?“ oder „Darf ich dich auf einen Kaffee einladen?“. Zwei ähnliche Fragen, aber unterschiedliche Bedeutungen in Hinsicht auf die Bezahlung. In meinem Beispiel bekam ich dann die Antwort: „Nein, ich trinke keinen Kaffee.“ Wir erklären dann, dass es nur bedeutet, dass man in ein Café gehen möchte, da es vielleicht gerade draußen regnet und man sich lieber irgendwo im Warmen unterhalten möchte, aber es bedeutet nicht, dass man einen Kaffee trinken muss, sondern gerne auch ein Wasser oder ähnliches. Aber wir machen dann auch sehr deutlich, dass es nur heißt einen „Kaffee“ trinken und nicht mehr. Gerade mit Rückblick auf die Ereignisse in Köln, sehe ich unseren Unterricht auch als Chance den Flüchtlingen nicht nur die Sprache, sondern auch unsere Werte beizubringen.

Mitmachen

Wer sich gerne selber ein Bild machen oder sogar mithelfen möchte, ist jederzeit gerne willkommen. Kontaktaufnahme über mich, telefonisch unter 02522-63501 oder per Mail Karin.schoeneberger@web.de

Karin Schöneberger




Generalprobe vom Winterstück der Burgbühne Stromberg e.V.„Mörder mögen´s messerscharf“

Einen Blick hinter und vor die Kulissen der Burgbühne Stromberg e. V. konnte der OELDER ANZEIGER am letzten Mittwoch werfen, als er der Generalprobe zum Stück „Mörder mögen´s messerscharf“ beiwohnte. Mit dieser Krimi-Komödie startet die Stromberger Theaterspielgruppe in die Wintersaison auf dem Kulturgut Haus Nottbeck an der Landrat-Predeick-Allee 1.

Foto von Marek Frankrone

Foto von Marek Frankrone

Als wir den großen Saal gegen 20:00 Uhr betraten, waren an die 20 Personen bereits seit einer guten Stunde damit beschäftigt, das Bühnenbild herzurichten, den Ton sowie das Licht einzustellen und an den Requisiten auf der Bühne wurde letzte Hand angelegt. Das Kissen auf dem alten Sofa wurde aufgeschüttelt und im Hintergrund die alte Pendeluhr ausgerichtet.

Letzte Handgriffe

Letzte Handgriffe

Das gesamte Bühnenbild bestand dabei aus einer Bar inklusive zweier Barhocker, einem breiten Sofa in der Mitte mit Tisch und zwei Sesseln, einer Stehlampe mit altem Schirm, rotem Telefon, einem Kamin sowie einigen Hirschgeweihen, die dem Ganzen ein adeliges Flair verleihen.

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Liebevolle Details sind auf der Bühne zu entdecken

Baron Ansgar von Herrschershausen, gespielt von Sven Singedonk aus Stromberg, ist seit kurzer Zeit dahingeschieden, wie er nach und nach feststellt und sich der Tatsache bewusst wird, dass er als Geist des einst sympathischen Barons nun durch die Räumlichkeiten des Anwesens geistert nach einem heimtückischen Mord.

Der Baron wandelt als unsichtbarer Geist um seine Gemahlin Lukretia herum

Der Baron wandelt als unsichtbarer Geist um seine Gemahlin Lukretia herum

Zurück lässt der Baron seine Gattin Lukretia, gespielt von Dorothee Allendorf, die beiden leicht tütteligen Tanten Restituta und Honoria, gemimt von Mareen Brinkmann und Eva Brameier, dem Verwalter des Anwesens, Dietmar Knör, dargestellt von Richard Laustroer, dem Butler Johann, welcher gerne mal tiefer ins Glas schaut, präsentiert von Tobias Huster. Manuela Föge  stellt das Hausmädchen Sophia dar, für die Kommissarin Else Nehrlich ist Schauspielerin Katja Einhoff verantwortlich und den Kommissar-Assistenten Hugo Geist verkörpert Fabian Thielbeer.

Eva Brameier und Mareen Brinkmann spielen die Tanten des Barons

Eva Brameier und Mareen Brinkmann spielen die Tanten des Barons

Staunend über die grausige Tat begleitet nun der Geist des Barons die Anwohner und Kommissare dabei, wie die Jagd auf den oder die Mörder gemacht wird.

Hugo Geist spielt Fabian Thielbeer, während Butler Johann von Tobias Huster dargestellt wird

Hugo Geist spielt Fabian Thielbeer, während Butler Johann von Tobias Huster dargestellt wird

Das Stück kommt dabei mit einer breiten Palette an Humor, Heuchelei, Liebe (Geilheit) und einer guten Portion Alkohol daher, welche uns beim Zuschauen teilweise an „Dinner for one“ oder dem Spielfim „Ghost – Nachricht von Sam„erinnerte. Die Akteure auf der Bühne bringen die Gefühle sehr gut herüber und geifern, streiten, heucheln und torkeln über die Bühne, sodass wir uns oftmals mit einem breitem Grinsen oder Lachen von der eigentlichen Arbeit haben köstlich ablenken lassen.

Das Hausmädchen Sophia spielt Manuela Föge

Das Hausmädchen Sophia spielt Manuela Föge

Richard Laustroer schauspielert den Verwalter Dietmar Knorr

Richard Laustroer schauspielert den Verwalter Dietmar Knorr

Am Ende der Probe wird uns durch die Regisseurin Kathrin Hoffmann klar, dass unser Empfinden nicht dem Zufall geschuldet ist, sondern ihrer wirklichen Detailversessenheit. Während der gesamten Probe schrieb sie jedes kleinste Detail zu Texten, dem nicht korrekt abgestellten Tablett, dem zu wenig geputzten Interieur, der noch etwas fehlenden Farbe auf einer der Seitenwände und zu Begrüßungen der Darsteller auf. In lockerer familiärer Atmosphäre wurden die kleinen Kritikpunkte am Ende besprochen.

Kathrin hat sich alles notiert

Kathrin hat sich alles notiert

Kathrin Hoffmann spielt selber seit dem achten Lebensjahr Theater und schloss erfolgreich 2009 die Ausbildung zur Theaterpädagogin ab.

Aber nicht nur der Blick auf die Bühne hat uns Interessiert, sondern auch die Technik die dahinter steckt. Daher suchten wir am anderen Ende des Saals den Technik- und Ton-Raum auf, wo Herr Wolfgang Mackel und Markus Haarmeyer am Drücker sind. Markus Haarmeyer kümmert sich während der Aufführung um den guten Ton, während Wolfgang Mackel verantwortlich ist für das Bühnenlicht. Bei Betrachtung der vielen Knöpfe und Regler (welche aber nicht alle genutzt werden) wird uns klar, dass hier ebenfalls eine Menge Know How und Erfahrung am Werke sind.

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Wolfgang Mackel und Markus Haarmeyer

Wer nun gerne wissen möchte, warum es Kommissare auch am Telefon nicht leicht haben, Alkohol so manches wahre Wort hervorlockt und nach dem Aufstieg ein tiefer Fall folgt, sollte sich schnell Karten für das Stück besorgen.

Die Premierenvorstellung spielt jetzt Samstag, den 09. Januar ab 19:30 Uhr. Wem dies zu knapp ist, der kann die Vorstellung noch an folgenden Spieltagen sehen:

Sonntag        10. Januar 2016     17:00 Uhr

Freitag          15. Januar 2016     19:30 Uhr

Samstag       16. Januar 2016     19:30 Uhr

Sonntag        17. Januar 2016     17:00 Uhr

Freitag          22. Januar 2016     19:30 Uhr

Samstag       23. Januar 2016     19:30 Uhr

Sonntag        24. Januar 2016    17:00 Uh

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Handgemachte Musik zwischen den Feiertagen im Anno 1890 in Stromberg

Frank Handschuhmacher spielte am letzten Sonntag in der kleinen gemütlichen Kneipe „Anno 1890“ im Ortsteil Stromberg mit einem breiten Song-Repertoire. Der OELDER ANZEIGER hat die Gelegenheit genutzt, um sich die Ohrwürmer der Weihnachtsschlager auszuspülen.

Der bekannte Stromberger Musiker (Oelde Akustisch, seine Band Dirty Stuffs, Cash & Young) hatte in einer kleinen Ecke der Kneipe sein minimalistisches Equipment aufgebaut. Zwei akustische Gitarren, eine Mundharmonika, ein Mikrofon und Verstärker waren leidglich notwendig, um dem Publikum in der gut besuchten Kneipe am Stromberger Marktplatz drei Musik-Sets von jeweils ca. 50 Minuten zu liefern.

Mit seiner Songauswahl überließ Frank bei seinem Auftritt nichts dem Zufall. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. Lieder von Neil Young (Heart of Gold / Hey Hey, my my), Billy Idol (Sweet 16), Bon Jovi (Living on a Prayer), U2 (one), Johnny Cash (Ring of Fire), Eric Claption (Wonderful tonight), Depeche Mode (Personal Jesus), Hooters (Johnny B.) oder Bob Dylan mit Knockin on Heavens door, sprangen auf die Gäste über. Aber nicht nur die Musik passte, sondern auch die Moderation durch Handschuhmacher. Er verstand es, Lieder mit kleinen Geschichten anzukündigen bevor z.B. die „Ghost Riders in the Sky“ losgaloppierten. Ein kleiner Small Talk hier und dort mit den Gästen rundete das gemütliche Paket ab.

Dem aufmerksamen Live-Musik-Freund wird auffallen, dass Handschuhmacher nicht nur an der Gitarre sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, sondern auch mit der Stimme. Bei vielen der gebrachten Lieder kam diese tief aus dem Keller bis hoch aufs Dach. In den luftigen Höhen hat man vereinzelt mal einen nicht ganz passenden Ton wahrgenommen, was jedoch dem Gesamtbild nicht schadete.

Alte Bilder in der Kneipe locken die Blicke der Gäste an

Wer die wie oben genannten nicht leichten Songs kennt, wird wissen was gemeint ist. Aber genau das zeichnet Frank auch aus. Es werden nicht nur 08/15 Lagerfeuer-Songs geboten, die im Jugendlager noch ausreichen, um die Teenie-Herzen zum Erweichen zu bringen, sondern es werden dem Zuhörer knackige Songs um die Ohren gehauen, um diese später wieder sanft mit weicheren Titeln zu streicheln.

Der Musik-Blogger Lothar Hertwig war ebenfalls unter den Gästen um Aufnahmen zu machen.

Einen Eindruck, den nicht nur der OELDER ANZEIGER hatte, sondern auch der Wirt Michael Sieding der Frank vor einem Jahr kennenlernte. Die beiden waren schnell auf einer Wellenlänge und es wurde auf dem kurzem Dienstweg beschlossen, Live-Musik zwischen den eher mauen Tagen von Weihnachten bis Neujahr zu bieten. Eine Rechnung, die aufging. Das Anno 1890 war mit ca. 35 – 45 Besuchern gefüllt. Diese gaben Applaus, sangen mit, forderten Zugaben und einer rief am Ende der Vorstellung „Wie Feierabend?! Hats schon gehupt?!“

Gemütlich war es im Anno 1890

Michael Sieding ist sich jedoch sicher, dass diese Veranstaltung weiter fortgesetzt und zum festen Bestand des Anno 1890 werden soll zwischen den Feiertagen. Vielleicht kann man daraus noch mehr machen, so Michael am Ende.

Wer sich einen Eindruck machen möchte, sollte sich das Video im OELDER ANZEIGER KANAL dazu anschauen und anhören.