Auftritt eines Rechtspopulisten in Kirchengemeinde aktiv verhindert

Durch Hinweise von Lesern, die den OELDER ANZEIGER informierten, konnte der geplante Auftritt eines Rechtspopulisten im Oelder Dietrich-Bonhoeffer-Haus verhindert werden. Damit bleibt der Evangelischen Kirchengemeinde eine große Peinlichkeit erspart.

Am 17. Januar sollte um 19.30 in Oelde ein Vortrag zum 65. Gründungsjahr des Staates Israel stattfinden. Als Referent wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde zum wiederholten Mal Henry Preneux geladen. Mit dem erneuten Auftritt des Rechtspopulisten in Oelde war leider alles andere als eine unabhängige Informationsveranstaltung vorprogrammiert. Der OELDER ANZEIGER recherchierte.

Am 14. Mai 1948 endete das britische Mandat über Palästina. Am gleichen Nachmittag proklamierte Ben Gurion den Staat Israel. Damit ging ein jüdischer Traum in Erfüllung. Für die Araber ging der Tag als »Nakba« (Katastrophe) in die Geschichte ein. Zu diesem spannungsreichen Thema wollte die Gruppe 55+ der Evangelischen Kirchengemeinde Oelde einen Vortragsabend durchführen. Einziger Haken an der Sache: Als Referent für das sensible Thema wurde ein Herr Henry Preneux angekündigt. Der Oelder Betreiber einer Oldtimer-Garage äußert sich gern zum Thema, wie sich im Internet nachvollziehen lässt.

So trat Preneux unter anderem am 15.06.11 in Recklinghausen im Rahmen einer Veranstaltung der UBP »gegen die Christenverfolgung« auf. Bei der UBP handelt es sich um die rechtslastige »Unabhängige Bürger Partei«. Ziel dieser Rechtspopulisten ist es, den Bau von Moscheen zu verhindern und vor dem »autoritären Machtanspruch« des Islam zu warnen. »Wir wollen nicht, dass der Muezzin vom Minarett ruft«, erklären seine »unabhängigen« Glaubenskrieger.

Rechtsextreme betreiben Hetze unter dem Mantel guter Christen

UDP-Fraktionschefin Claudia Ludwig rühmt sich ihrer guten Kontakte zu Henry Preneux und erklärt ihn zum »renomierten Buchautor«. Von dem mangelhaften Deutsch dieser Formulierung abgesehen ist das Renommee des Referenten schon deshalb zweifelhaft, weil weder das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) noch Barsortimente und Buchhändler wie Amazon auch nur eine einzige Veröffentlichung aus seiner Feder listen.

Preneux selbst spricht der rechten UDP öffentlich »Dank für ihr Engagement« aus (Hertener Allgemeine 19.05.11). Entsprechend ablehnend äußert er sich zum Islam. So erklärt er öffentlich, »gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit« einzutreten, sei »Unsinn«, über den er »nur noch milde lächeln« könne.

Auf seiner Unternehmens-Homepage schreibt der als Referent geladene Oelder über »eine nie da gewesene Christenverfolgung in aller Welt«. Dort erfährt man auch, dass Moscheen Orte seien, »wo Waffen gelagert und Kriegspläne geschmiedet« würden.

Es passt in diesen Zusammenhang, dass Herr Preneux bei seinem letzten Auftritt nach Auskunft von Teilnehmern im Hause der Evangelischen Kirche ein Moschee-Verbots-Schild von »pro NRW« zeigte. Pro NRW  ist eine rechtsextreme deutsche Kleinpartei, die vom NRW-Verfassungsschutz seit 2011 als verfassungsfeindliche Organisation eingestuft wird. Besonders peinlich wirkt in diesem Zusammenhang, dass der Rechtspopulist im Dietrich-Bonhoeffer-Haus auftreten darf, wurde Dietrich Bonhoeffer doch  immerhin am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg von den Nazis ermordet.

Ex-Pfarrer Bovekamp distanziert sich

In einem ausführlichen Telefongespräch mit dem OELDER ANZEIGER distanzierte sich der frühere Gemeindepfarrer Wolfgang Bovekamp von dem Redner. Er habe aufgrund einer früheren Veranstaltung, bei der Preneux »einen gemeingefährlichen Film voller subtiler Gemeinheiten« gezeigt habe, den Kontakt abgebrochen.

Bovekamp distanziert sich nachdrücklich von Preneux, der auf Verantwortung des Arbeitskreis 55+ auftrete. »Ich habe mich an den Kopf gefasst, als ich von der Veranstaltung gehört habe«, antwortete der Kirchenmann, nachdem ihn der OELDER ANZEIGER auf den Auftritt ansprach.

Gemeinde sagt Vortrag ab

Der OELDER ANZEIGER fragte die Evangelische Kirchengemeinde Oelde, ob der ideologische Hintergrund des geladenen Referenten bekannt sei. Mit Mail vom 10.01.2013 teilte Herr Hermann Schubert nun mit, »dass der Vortrag am 17.01. anlässlich der Gründung des Staates Israel nicht stattfinden wird.«

Wir freuen uns, dass journalistisches Engagement auch in Oelde „kleine Wunder“ bewirken kann.

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Gegendarstellung

In dem Beitrag des Ruprecht Frieling werde ich als Rechtspopulist bezeichnet und in die Nähe von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremen gerückt.

1. So heißt es u.a: „Es passt in diesen Zusammenhang, dass Herr Preneux bei seinem letzten Auftritt nach Auskunft von Teilnehmern im Hause der Evangelischen Kirche ein Moschee-Verbots-Schild von pro NRW zeigte. Pro NRW ist eine rechtsextreme deutsche Kleinpartei, die vom NRW-Verfassungsschutz seit 2011 als verfassungsfeindliche Organisation eingestuft wird …“

Hierzu stelle ich fest, dass ich zu keinem Zeitpunkt und an keinem Ort, also auch nicht im Hause der Evangelischen Kirche, ein-Verbots-Schild von pro NRW gezeigt habe.

2. Unter der Zwischenüberschrift „Ex-Pfarrer Bovekamp distanziert sich“ heisst es weiter: In einem ausführlichen Telefongespräch mit dem OELDER ANZEIGER distanzierte sich der frühere Gemeindepfarrer Wolfgang Bovekamp von dem Redner. Er habe aufgrund einer früheren Veranstaltung, bei der Preneux »einen gemeingefährlichen Film voller subtiler Gemeinheiten« gezeigt habe, den Kontakt abgebrochen. Bovekamp distanziert sich nachdrücklich von Preneux, …“

Hierzu stelle ich fest: Ex-Pfarrer Bovekamp hat nach der Vorführung des genannten Films am 12.6.2009 den Kontakt zu mir nicht abgebrochen. Er hat mich im Gegenteil nach vielen weiteren Kontakten z.B. im Bibelgesprächskreis am 17.11.2010 zu Hause besucht und wollte mich (und meine Frau) als Helfer für seine politische Arbeit gewinnen; nach diesem zweistündigen Gespräch gab es bis zur Einstellung des Bibelgesprächskreises über diesen weitere regelmäßige Kontakte mit regem Gedankenaustausch.

gez. Henry Preneux, 25.01.2013

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Gegendarstellungen werden unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt veröffentlicht. Das Zeigen des Verbots-Schild von pro NRW bestätigt u.a. der bei dem Vortrag anwesende Oelder Hans Preckel (s.u.)

Redaktion OELDER ANZEIGER

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Stellungnahme W. Bovekamp

Nach dem Lesen der „Gegendarstellung“ des Herrn Preneux vom 29. Januar im „Oelder Anzeiger“ möchte ich mich wie folgt dazu äußern:

1.

Der Hausbesuch von mir am 17.10. 2010 im Hause Preneux hatte nicht-  wie Herr Preneux behauptet – seinen Grund darin, ihn und seine Frau für meine politische Arbeit zu gewinnen

Ein absurder Gedanke!

Ich wollte aus meiner pastoral-seelsorgerlichen Verantwortung  den Rekonvaleszenten Henry Preneux besuchen. Dieser schon lange geplante Krankenbesuch sollte mir auch zeigen, ob und inwieweit Herr Preneux unter dem Eindruck seiner sehr schweren Erkrankung gegebenenfalls seine evangelikal-fundamentalistische Einstellung revidiert hatte. Ich  war damals wirklich von der Hoffnung erfüllt, er habe sich in den langen Monaten seiner Krankheit einer moderateren Glaubenshaltung gegenüber geöffnet.

Aber schon sehr schnell wurde deutlich, dass Herr Preneux-aus meiner Sicht-keine Wende zum Besseren vollzogen hatte. Damit waren für mich die Fronten endgültig geklärt.

Ein zweites Gespräch dieser Art hat es nicht wieder gegeben.

2.

Seine Mitwirkung im seinerzeitigen Bibelgesprächskreis, der von mir geleitet wurde, habe ich auch deshalb nicht in Frage gestellt, weil ich strikt darauf geachtet habe, dass der selbsternannte Islam-Experte seine wenig diskussionswürdigen Thesen nicht in die Runde einbringen konnte. Da er sich in dem Kreis nicht auffällig-provokant benahm, sah ich keinen Grund, ihn mit einem Hausverbot zu belegen. Uns beide trennten aber seit der schlimmen Filmveranstaltung im Juni 2009 gewaltige geistig-geistliche Welten. Diese Art der Auseinandersetzung mit dem Islam ist mir zutiefst zuwider. Die Veranstaltung endete in einem offenen Streitgespräch zwischen Herrn Preneux und mir.

3.

Seine Reaktionen in den letzten Tagen und Wochen zeigen mir, wie sehr er mir mit Unterstellungen und Behauptungen schaden will. Ich empfinde seine unterschiedlichen verbalen Einlassungen wie einen Rachefeldzug. Er schreckt sogar vor drohenden Bibeltexten auf seiner Homepage nicht zurück. Er, der Gute, kämpft für die Sache der Gerechtigkeit.

4.

In der Sache habe ich nichts, aber auch gar nichts zurechtzurücken oder gar zu streichen. Was ich allerdings konkreter hätte benennen müssen im Interview mit dem „Oelder Anzeiger“, ist der Verlauf der Abkehr von Herrn Preneux: nach dem eklatanten Filmabend eine lange Zeit der Entfremdung, dann der Versuch, Herrn Preneux aufgrund existentieller Grenzerfahrungen neu zu kontaktieren und schließlich der relativ  kurze Zeitraum der öffentlichen Bibelgespräche im Bonhoefferhaus-ohne persönliche 4-Augen-Gespräche mit ihm.

Vor Ein dreiviertel Jahren  habe ich das letzte Mal mit Herrn Preneux gesprochen. Auf seine E-Mails in den Jahren 2011 und 2012 habe ich nicht geantwortet.

Es tut mir Leid, wenn es aufgrund der äußerst knappen und zugespitzten Beschreibung meiner Abwendung von Herrn Preneux zu Irritationen und Missverständnissen gekommen ist.

Ich konnte während des Interviews nicht ahnen, dass dieser Punkt einmal diese  Bedeutung erlangen würde.

Beim Interview war es mir wichtig, die Eignung von Herrn Preneux für Vorträge mit hochsensibler Thematik bewusst in Frage zu stellen.

Er ist in meinen Augen nicht der Brückenbauer, der mit Einfühlungsvermögen zusammenführt; Trennendes behutsam verbindet.

Mit freundlichen Grüßen

Pfarrer Wolfgang Bovekamp

Helmut-Rahn-Str.4. 59302 Oelde. 02522/838563

 

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20 thoughts on “Auftritt eines Rechtspopulisten in Kirchengemeinde aktiv verhindert

  1. Man muss dem Verfasser ein großes Lob aussprechen.
    Dem Artikel liegt eine hervorragende Recherche zu Grunde, und bewahrt die genannte Gruppe vor einem peinlichen Eklat.

  2. Dankeschön!

    Mich freut vor allem, dass journalistische Arbeit immer noch „kleine Wunder“ vollbringen kann. Der OELDER ANZEIGER ist genau die richtige Plattform, um auch „heiße Eisen“ öffentlich anzupacken.

  3. Gut, dass Herr Bovekamp so eindeutig Stellung bezogen. Ich frage mich nur, warum die Glocke nicht über diesen Fast-Skandal berichtet hat.

    • Ernüchternd ist ebenfalls der Hinweis in der Lokalpresse der Samstagsausgabe. Hier wird nur kurz und knapp berichtet, dass der Vortrag ausfällt.

      Schade das es von dieser Seite überhaupt keine Stellungnahme kommt. Das sollte doch bei den Professionellen eigentlich dazu gehören.

  4. ich freue mich über das aktuelle von diesem Oelder Anzeiger, so auch über den verhinderten Vortrag von Preneux, der jetz nicht mehr durchgeführt wird. Die Recherche ist gut, aber irgendwie nicht gut genug. Gut ist, dass die evangelische Gemeinde den Vortrag abgesagt hat. Herr Bovekamp, der jetzt in Rente ist, hat als er Pastor war, Preneux 2x die Gelegenheit für einen Vortrag gegeben. Herr Preneux war auch Mitglied in seinem Bibelkreis. Warum schlägt er jetzt die Hände über den Kopf? Wie ich nun mitbekam waren es doch jetzigen Pastoren, die den Vortrag nicht zugelassen haben auf Grund der Recherche. Der Oelder Anzeiger ist doch nicht dafür da, eine schillernde Figur wie Bovkamp in den Himmel zu heben. Wenn ich das lese, könnte ich den Eindruck bekommen, da will jemand im nachhinein der envangelischen Gemeinde schaden.

    • Liebe Lena, niemand soll hier hin den Himmel erhoben werden, der noch nicht im Himmel ist … 😉

      Aber leider haben es die amtierenden Pastoren bislang vorgezogen, sich in den Mantel des Schweigens zu hüllen. Das sagt doch auch einiges aus …

  5. Hochwürdiger Prinz,
    haben Sie denn einmal mit denen telefoniert? Wenn ich richtig lese, haben Sie nur mit dem Pastor in Rente (nicht im Himmel :)! Warum sind Sie sicher, dass er dahin kommt??) gesprochen. Die neue Pastorin ist erst wenige Monate in Oelde, die würde ich nicht in das Thema ziehen.
    Die nächste Überschrift sollte nicht lauten „Rentenpastor tritt ehemaliger Gemeinde vors Schienbein“.
    Weiter gute Recherche bitte!

    • Ich glaube nicht, dass der Arbeitskreis 55+ identisch ist mit der evangelischen Gemeinde. Und der Herr Preneux wird ja bei seinen ersten Auftritten sich nicht mit den Worten „hallo, ich habe da ein paar merkwürdige Ansichten“ vorgestellt haben. Insofern ist an den heutigen Ansichten von Herrn Bovekamp doch nichts auszusetzen. Außerdem sollte so ein Vorgang nicht überbewertet werden. In Oelde ist die Welt doch noch in Ordnung.

  6. Ich finde es erschreckend, dass man durch Medien und Presse einen Stempel ausgedrückt bekommt, und dass man wegen solcher Artikel in die Ecke gedrängt wird, nur weil man sich für eine Sache etwas mehr engagiert als andere. Das Schlimme daran ist, dass viele Leser auf den „gleichen Zug aufspringen“ wie die Autoren, ohne sich überhaupt mit der Sache auseinandegesetzt zu haben. Seit dem Erscheinen des Artikels „Auftritt eines Rechtspopulisten in Kirchengemeinde aktiv verhindert“ in Oelder Anzeiger beschäftige ich mich mit diesem Thema, und habe viel dazu gelesen. Einen Zusammenhang zwischen Herrn Preneux und dem Thema „Nazis“ konnte ich bisher nicht entdecken. Wer die Seiten von Herrn Preneux gelesen hat – http://www.borgward.com/AktioneninOelde.htm – wird feststellen, der er sich seit Jahren mit dem Thema Christenverfolgung im Islam auseinandersetzt und er versucht, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, das dieses geschieht. Ferner setzt er sich dafür ein, dass die im „3 Reich“ verfolgenten Juden auch heute noch ein ehrwürdiges Gedenken erhalten. Was bitteschön hat das mit Denken und Handeln eines Nazis zu tun? Das Schlimme an der ganzen Pressekampagne ist, dass nicht nur H. Prenuex, sondern auch seine ganze Familie, als auch die Kirchengemeinden in Oelde dabei in den Dreck gezogen werden. Welche Bedeutung hat eigentlich das Wort „Ethik“ in der Pressewelt?

    • Mechtild »Mecki« Wittelmann, Du lässt Dich in der Angelegenheit P. instrumentalisieren und stehst dabei nicht mal zu Deinem Klarnamen. Wer in der rechten Ecke sudelt, und das ist in diesem Fall unbestritten, der stempelt sich selbst und zieht alle mit in den Dreck. Eine Distanzierung von Auftritten vor verfassungsfeindlichen Gruppen findet mit keinem Wort statt, dafür wird über Christenverfolgung geredet. Das ist aber überhaupt kein Thema der Debatte. Bitte bleib beim Thema, auch wenn Dir anderes diktiert wird

    • Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema nicht weiter äußern, aber die scheinheiligen Äußerungen und die Gegendarstellung von Hrn. Prenuex zwingen mich dazu.

      @Mecki Witt

      Wie Ruprecht Frieling schon sagt, merken Sie leider nicht, wie Sie von Hr. Preneux manipuliert werden. Dann wollen wir uns Hrn. Preneux doch mal ein wenig näher anschauen, und nachsehen, ob da nicht doch
      ein Wolf im christlichen Schafspelz unterwegs ist…

      Dazu brauchen wir auch nicht viel: Internet, Google und eine spezielle Suchmaschine, die ich Ihnen später noch nennen werde…

      Vorab möchte ich klar stellen, das ich uneingeschränkt zum Existenzrecht Israels stehe, und dieses vor jedem(!) verteidige bzw. habe das wiederholt verteidigt habe. Ich stehe aber auch zum deutschen Grundgesetz, das jeder(!) Religion das Recht einräumt seine heiligen Stätten zu bauen. Seien es Kirchen, Tempel oder Moscheen. Und jeder, der an diesem Recht rührt, bewegt sich in meinen Augen außerhalb der freiheitlich-demokratischen Verfassung unseres Landes, und versucht diese auszuhebeln. Selbiges gilt für jede religiöse Seite: Ob christlich-fundamentalistisch oder islamistisch. Unsere Verfassung bildet den Wertekanon in dem sich alle einfinden und respektieren müssen.

      Ich finde auch den Einsatz von Hr. Prenuex zur Erinnerung an die jüdischen Gemeinde sowie für den jüdischen Friedhof durchaus als positiv, und nehme das zur Kenntnis.
      Umso mehr verwirrt mich das Auftreten von Hr. Preneux als Redner vor einer rechtspopulitischen Partei wie der UBP. Natürlich mache ich es niemand zum Vorwurf, wenn man von einer Partei als Redner angefragt wird – Auch von Parteien die einem vielleicht erstmal nichts sagen. Aber dann macht man sich kundig, welchen Ruf die Partei hat, und sagt entsprechend der eigenen Gesinnung ab oder eben zu. Immerhin, und da werden Sie mir bestimmt zustimmen Fr. Witt, zwingt einen Niemand vor oder für eine Partei zu reden.

      Nun ist es in dem besondern Falle ja nicht nur beim Vortrag geblieben, sondern man hat sich auch noch wiederholt mit einem Leserbrief (http://www.marler-zeitung.de/lokales/marl/leserbriefe-stellungnahmen/UBP-hat-die-Aengste-der-Buerger-aufgenommen-und-offen-diskutiert;art1882,416348) und (http://www.westline.de/lokales/herten/nachrichten/ln/Wo-eine-neue-Moschee-gebaut-wird-ziehen-die-Anwohner-weg;art1528,523591) hinter diese Partei gestellt.

      Bei letzterem Leserbrief, man muss fast schon von entblödet reden, schreibt Hr. Preneux „Nettigkeiten“ wie dieses wörtliche Zitat:
      „Es ist durch zahlreiche Erfahrensberichte erwiesen, dass immer dort, wo eine neue Moschee gebaut wird, die Immobilien an Wert verlieren und die Anwohner wegziehen, weil sie die fremde Kultur und Lebensweisen unfreiwillig „aufgedrängt“ bekommen.“

      Halten wir fest: Wo eine Moschee gebaut wird, ziehen, nach „zahlreichen Erfahrensberichten“ die uns als Leser natürlich nicht zugänglich gemacht werden, Anwohner weg. Weiterhin verlieren, ebenfalls durch die gleichen „zahlreichen Erfahrensberichten“ durch den Moscheebau „Immobilien an Wert“ und „Anwohner ziehen weg“. Und das, weil Sie eine „fremde Kultur und Lebensweise unfreiwillig „aufgedrängt“ bekommen. Gerade dieser Satz tropft förmlich vor subtilem Rassismus bzw. Islam-Hass. Glauben Sie nicht? Nun, dann machen wir doch einfach mal ein kleines Spiel: Tauschen Sie doch einfach mal Moschee gegen Synagoge aus und lesen Sie den Text dann noch mal… Wenn der Text bar jedem Rassismus ist, sollte das eigentlich ein harmloser Spaß sein. Upps…

      Und als Oelderin wissen Sie auch, das an der Moschee an der Wallstraße noch genügend Christen leben, und das Viertel nicht in „muslimische Hand gefallen“ ist. Gleiches gilt für die Moschee am Landhagen. Aber das sind bestimmt die rühmlichen Ausnahmen von den „zahlreichen Erfahrensberichten“ die uns leider, leider vorenthalten werden. Ich will ja gar nicht ausschliessen, das es solche Effekte gibt, aber an dem „zahlreich“ möchte ich dann doch mal etwas zweifeln. Auch dürfte der Bau einer Moschee nicht der einzige Faktor sein…

      Achja, unnötig zu erwähnen, das bisher keinerlei Distanzierung von den Vorträgen oder Leserbriefen erfolgte. Statt dessen versucht man sich in die Rolle des armen, verfolgten, einzig wahren Christen in Oelde zu flüchten, was aber nichts mit dem auftreten vor der UBP zu tun hat. Vorträge vor Rechtspopulisten bleiben Vorträge vor Rechtspopulisten bleiben Vorträge vor Rechtspopulisten!

      Weiterhin haben Sie, Fr. Witt, die Homepage von Hr. Preneux angeführt. Leider hat Hr. Preneux seine Seite, natürlich rein zufällig zeitnah zum Artikel im OA, überarbeitet. Aber, wie heisst es so schön: Das Netz vergisst nichts.
      Also werfen wir einmal die Suchmaschine „Wayback Machine“ (http://web.archive.org) an, die das Internet und seine Veränderungen archiviert. Wenn wir dort einmal „http://www.borgward.com/NeuesausderWeltderChristenverfolgung.htm“ eingeben, stellen wir fest, das auf den Seiten plötzlich Seiten wie „Nachrichten aus Deutschland“, „Kirchen“ oder auch „Menschenrechte“ fehlen. Nun, wer manipuliert da wohl etwas… Wo ist da die von Ihnen zitierte „Ethik“?? Pikantes Detail: Das Recht auf freie Religionsausübung ist ein Menschenrecht.

      Bliebe noch die Frage nach dem ProNRW-Moschee-Verbotsschild, das ja angeblich nie gezeigt wurde. Da Hr. Preneux ja auf seinen Seiten auf mich anspielt, spiele ich auch gerne mit und den Ball zurück…
      Bei dem Vortrag von Hrn. Preneux zur „Wirtschaftsmacht Islam“ vor 55+, war ich auch anwesend, und durfte mir die gesammelten Halb- und Unwahrheiten anhören. Als letzte Powerpoint-Folie des Vortrages, an dem es ja angeblich fachlich nichts auszusetzten gab – So kann man das natürlich auch sehen – zeigte Hr. Preneux eine Folie auf der eine Moschee in einem roten Kreis mit einem roten Querbalken zu sehen war. Also so, wie es in unserem Kulturkreis immer üblich ist, wenn wir auf ein Verbot hinweisen wollen, oder etwas verbieten wollen.

      • Danke für die Recherche!

        Es wird schwierig sein, Herrn Preneux davon zu überzeugen, dass unsere Gesellschaften nur mit einem Nebeneinander verschiedener Religionen oder Weltanschauungen sich weiterentwickeln sowie Frieden und Wohlstand generieren können. Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, wenn Mitbürger wie Herr Preneux keine Verantwortung in einem politisch oder gesellschaftlich relevanten Amt bekommen. Nach meinem Kenntnisstand hat Herr Preneux kein relevantes Amt inne, so dass man seine Agitationen zur Kenntnis nehmen sollte, um zu überprüfen, ob er zum Beispiel Einfluss auf junge Erwachsene hat. Wäre er Amtsträger, müssten man sich mindestens für eine Abwahl von Herrn Preneux einsetzen. – Sehr gut finde ich, dass Herr Preneux von Oelder Christen ausgeladen worden ist. So spielen eine aufgeklärte Gesellschaft und die Presse (Hut ab vor der Redaktion des Oedler-Anzeigers!) gut zusammen, was mich ein wenig ruhiger schlafen lässt. 🙂

  7. Ist denn jeder Bäcker, der einem Mitglied einer verfassungsfeindlichen Gruppe ein Brötchen verkauft, gleich ein Nazi? Was ist schlimm daran, wenn man sich ein religiöses Thema zum Hobby macht und seine Ansichten der Öffentlichkeit mitteilen möchte? Der Mutmaßung, in der Sie mir unterstellen, ich würde mich in Ecke drängen lassen und mir würde etwas „diktiert“, fehlt jeder Grundlage. Könnten man aus Ihren Äußerungen nicht schließen, dass Sie das Thema auch nur aus „einer Ecke heraus“ betrachten?

    • Meine »Ecke« ist konsequent antifaschistisch. Ich werde mich, so lange wir in einer Demokratie leben, immer gegen Rechts einsetzen, unter welchem Mäntelchen dies auch geschehen mag.

  8. Wer so „konsequent antifaschistisch“ (Antifa?) ist, müsste sich doch freuen, wenn Bürger endlich gegen den faschistischen Islam auftreten! Das „heilige“ Buch des Islam, Koran, bezeichnet alle Nicht-Mohammedaner, besonders Juden und Christen, als „Affen und Schweine“! „Schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen“ (Sure 8:55). Und Sure 8:39 untermauert die Ansprüche dieser Ideologie, die Welt zu unterwerfen (=Islam): „Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist, und alles an Allah glaubt!“
    Eine „Religion“, die Abtrünnige mit dem Tod bestrafen will, sollte nicht unsere freiheitlich-demokratische Ordnung unterwandern dürfen und dazu den Schutz unserer Verfassung genießen. Der Prohet des Islam sagte: „Wer die Religion (Islam) verlässt, den tötet!“ aus dem Hadith nach al-Bukhari.

    • Danke für die Information: Hr. Preneux wollte also „gegen den faschistischen Islam auftreten“. Offiziell hieß es doch, es sei ein Informationsgespräch zur Gründung des Staates Israel gewesen …

      Islamhassern und Feinden eines friedlichen Miteinanders der Kulturen, Meinungen und Auffassungen gibt der OELDER ANZEIGER keinen Raum. Wir diskutieren gern zur Sache. Das Thema „Religion“ hat damit nichts zu tun, und wir bieten dazu auch kein Forum.

  9. Jeder merkt: der Fall wandelt sich von Preneux zu Bovekamp. Was ist dieser Kommunalpolitiker eigentlich für eine schillernde Gestalt? Der Fall „Rechtpopulist wurde verhindert“ wird zu „Rentenpfarrer verarscht die Leute“. Aus allen Texten höre ich heraus:
    Er tritt der Gemeinde vors Bein.
    Er verleugnet seinen Mitbürger.
    Er belügt das Online Forum.
    Er nennt sich Pfarrer, obwohl er in Rente ist.
    Was bleibt?

  10. Was beibt? : Der Fall Preneux! –
    und die Erkenntnis, was passiert, wenn man sich mit falschen Freunden umgibt.

  11. Zum einem würde mich mal interessieren, ob sich die Verfasser des Artikels und die Kommentargeber darüber bewußt, welche Auswirkungen die Texte haben? Je mehr darüber geschrieben wird, desto publiker wird die Angelegenheit. Einmal das, was gegen Herrn P. spricht, und auch die Ansichten und Meinungen von ihm selbst.

    Zum anderen bin ich der Meinung, dass es hier so aussieht, als ob hier eine einfache Lösung zu einem komplexen Thema gesucht wird: Stempel drauf und weg!
    Welche Erwartungen verknüpfen die Verfasser mit dieser populistischen Art und Weise?

    • Sinn und Zweck der Veröffentlichung war, Schaden von der Evangelischen Kirchengemeinde abzuwenden und damit ein weiterhin friedvolles Miteinander der Religionen und Kulturen in Oelde zu gewährleisten. Dieses Ziel wurde durch das Absetzen der Veranstaltung des selbst ernannten Kreuzfahrers gegen den »faschistischen Islam« in vollem Umfang erreicht.

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