Mein 1968

Mitmach-Ausstellung im Literaturmuseums Haus Nottbeck. Gesucht werden persönliche Erinnerungsstücke aus dem Jahr 1968.

Machen Sie mit! Werden Sie selbst Teil einer Ausstellung! Das Museum für Westfälische Literatur in Oelde-Stromberg lädt alle Interessierten ein, ihre Erinnerungen an das Jahr 1968 in die Mitmach-Ausstellung „Mein 1968“ einzubringen. Im Stile eines großen Flohmarkts werden Gegenstände gesucht, die für Sie von Bedeutung sind und mit dem Jahr 1968 zu tun haben (Schallplatten, Fotos, Persönliches, Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Modeaccessoires…). Und für Spätergeborene: Welche Songs oder welches Buch aus dem Jahre 1968 war und ist für Sie „epochal“ und darf auf keinen Fall in einer solchen Retrospektive vergessen werden? Versehen Sie Ihre Erinnerungen bitte mit einem kurzen persönlichen Text, der ihr „Highlight“ näher erläutert.

Inspiration für eine solche Alltagsgeschichtsschreibung kann man noch bis zum 28. Januar 2018 in der Ausstellung „1968 – Pop, Protest und Provokation“ erhalten, die das Literaturmuseum aktuell gleich an mehreren Orten auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zeigt. Ein ausführliches Begleitbuch stellt die wichtigsten Themen des Epochenjahres – von der bildenden Kunst bis zum Film und Popsong.

Für uns ist die Ausstellung ‚Mein 68‘ ein Experiment

, sagt Museumsleiter Walter Gödden, von dem die Idee zu dieser Präsentation stammt.

Wir hoffen, dass das Publikum nicht durch Hemmschwellen vom Mitmachen abgehalten wird. Uns interessiert wirklich alles, was aus regionaler Sicht mit dem Jahr 1968 zu tun hat.

Egal ob bis zum Exzess gespielte Vinylplatten, jugendliche Schreibexperimente, Fotos in Flower-Power-Optik oder Werbematerialien, die den Geist jener Zeit atmen – alle eingehenden Exponate werden zum Gegenstand einer Ausstellungsinstallation und – falls das Experiment gelingt – eines möglichst bunten Ausstellungskatalogs.

Wenn auch Sie ein Stück Zeitgeschichte zur Verfügung stellen möchten, wenden Sie sich auf einem der untenstehenden Wege an das Kulturgut Haus Nottbeck. Je größer Ihre Beteiligung ausfällt, desto vielschichtiger wird der Einblick in das turbulente 1968!

„Mein 1968“ ist ein Projekt der LWL-Literaturkommission für Westfalen als Epilog zur Ausstellung „1968 – Pop Protest und Provokation“ im Museum für Westfälische Literatur. Gefördert vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost.

Infos und Kontakt

LWL-Literaturkommission für Westfalen, Tel.: 0251-591 6735,

E-Mail: rieke.paetsch@lwl.org

www.kulturgut-nottbeck.de

Siehe auch Bericht von Heinz-Werner Drees. Mythos 1968.




Theater in Ennigerloh

„Se kann´t nich loaten!“

Es berichtet Thomas Hermes-Huerkamp von der plattdeutschen Heimatbühne Enniger.

Enniger. Die Leseproben bei der plattdeutschen Heimatbühne aus Enniger haben begonnen. Die ersten Lachanfälle haben die Spieler bereits hinter sich. Denn die Bühne verspricht, dass auch im kommenden Frühjahr die Lachmuskeln wieder sehr strapaziert werden. Unter der Regie von Elisabeth Senger trifft sich die Crew momentan einmal wöchentlich, um sich mit den Texten vertraut zu machen. Mitte November geht es zu einem intensiven Probewochenende nach Baccum bei Lingen.

Michael Becklas und Christina Beermann stehen nach jeweiliger Pause wieder auf der Bühne. Heinz Brune, das Theaterurgestein der Bühne, ist auch 2018 wieder dabei. Er wird in seiner Rolle wieder alle Register ziehen können und Gaby Heidrich im Flüsterkasten ab und an wieder zum Schwitzen bringen. Ebenso Annette Berste, Petra Helbeck, Tina Beermann, Claudia Hoppe und Oliver Rösler. Um Ludger Demski und Thomas Hermes-Huerkamp herum, ist es in diesem Stück etwas ruhiger.

Beide sind aus der Vergangenheit dafür bekannt, die etwas „anderen“ Rollen zu spielen, doch im Frühjahr können die Fans der Bühne die beiden, einmal in ganz normalen Rollen sehen. Ludger Demski schlüpft in die Rolle eines Richters und Thomas Hermes-Huerkamp in die kleine Rolle des Klinikarztes der Kurklinik „Regent“. Genau an diesem Ort, im Eingangsbereich der Kurklinik „Regent“ spielt das unterhaltsame Stück. Für Bühnenbauchef Ludger Beermann und seine Mannschaft sind einige schlaflose Nächte vorprogrammiert, denn die Bühnenleitung und Spieler, haben ihre eigenen Vorstellungen, wie das Bühnenbild aussehen könnte… Für das gesamte Team heißt es nun in den kommenden Wochen, die bevorstehende Saison weiter zu planen und zu organisieren.

Wann und wo?

Am Samstag, 24.2.2018 öffnet sich um 19.30 Uhr zum ersten Mal der Vorhang. Es heißt dann: „Premiere für >>Se kann´t nich loaten!<<

Der Vorverkauf, für die Abendvorstellungen, startet am 15.12.2017 ab 17.00 Uhr in „Ole´s Inn“, Hauptstraße 56 in Enniger, 02528/3232 (Donnerstag Ruhetag).

Für die beiden Seniorenvorstellungen, am 25.2.2018, sowie am 4.3.2018 sind Karten bei Gaby Rose-Demski 02528/1987 oder bei Ruth Rose 02528/1342 telefonisch vorzubestellen.

Weitere Infos und Aufführungstermine unter www.enniger-theater.de




Oelde Akustisch am ersten Dezember

Am Freitag dem 01. Dezember 2017 wird der Bielefelder Musiker Bad Temper Joe die beliebte Veranstaltungsreihe „Oelde Akustisch“ in der Alten Post eröffnen.

Bad Temper Joe Foto: Helga Schöning

Um 20:00h wird der mürrische 25 Jährige mit der knarzigen Stimme seine Lieder darbieten.

Nach dem Auftakt wird die Bühne wieder freigegeben, erst werden die vorangemeldeten Akteure ins Rampenlicht treten, danach ist noch Platz und Zeit für Menschen, die spontan eine offene Bühne erleben möchten.

Bad Temper Joe,

dieser Name steht für Blues. Doch man hüte sich, den Bielefelder sofort in eine Schublade zu stecken! Man kann sich sicher sein, wenn Bad Temper Joe sich über seiner Lap Slide Gitarre beugt und den Blues spielt, liefert er einen herzzerreißenden, gefühlvollen und einmaligen Sound, der komplett sein Eigen ist. Das ist der richtige, wahre, aber ungewöhnliche Blues.

In der heimischen Szene hat sich der mürrische 25jährige mit der rauhen, knarzigen Stimme durch eine Vielzahl an Konzerten schnell einen Namen gemacht und gilt Insider längst nicht mehr nur als Geheimtipp. Mit seinem Debütalbum „Sometimes A Sinner“ (Timezone/2014) machte er den ersten Schritt in Richtung nationaler Bühnen und deutete noch im gleichen Jahr mit dem Livealbum „Man for the Road“ an, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende ist.

Beide Alben wurden vom Online Magazin Wasser-Prawda 2014 ausgezeichnet (Sometimes A Sinner: Platz 2 Bestes Debütalbum, Man For the Road: Platz 4 Bestes Bluesalbum National) und das Magazin Blues in Germany zeichnete ihn beim BiG Blues Award 2014 in der Kategorie Acoustic mit dem 3. Platz aus. Im April 2015 folgte das Album „Tough Ain’t Easy“, das von Fans und Kritikern gleichermaßen gelobt wurde, im Februar 2016 das balladeske „Double Trouble“ und im September des gleichen Jahres die „Double Trouble EP“.

Wenn es um akustischen Blues in deutschen Landen geht, dann führt mittlerweile kein Weg mehr an Bad Temper Joe vorbei. Das Online-Bluesmagazin Waser-Prawda nennt Joe „einen der wirklich wichtigen Songwriter und Gitarristen der deutschen Bluesszene“, germanblues.org sieht ihn „auf dem Weg an die Spitze der deutschen Akustikszene“ und mit seinem neustem Album „Solitary Mind“ (Februar 2017) dürfte er nun endgültig die Betitelung „Geheimtipp“ abgelegt haben.

Und auch Live kennt der Bielefelder keine Rast. Ob solo oder mit elektrischer Band ist der 1,95m Hühne stetig auf Tour und interpretiert seine eigenen Songs immer wieder neu, lässt die Slidegitarre aufheulen und versinkt tief in seiner Musik. Da flüstert, ja haucht er seine Texte mal leise ins Mikrofon, bevor er sie laut, ohne Verstärkung shoutet und legt dabei einen Bann über sein Publikum, der bis zum letzten Song anhält. Man vergisst schnell, dass Joe selten ein Wort an sein Publikum richtet, was zählt, sind seine Songs über Liebe, Verdruss, Hoffnung und Glaube. Er lässt in einem Moment Robert Stevensons „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ wieder aufleben, so dass man glaubt der verrückte Doktor nebst seinem Monster säße direkt vor einem, doch schon im nächsten Moment erzählt er die Geschichte der alten Eiche („Old Oak Tree“), bevor man von der einzigen Sache erfährt, die ihn glücklich macht („I’ll Be Happy When You Cry“) oder der Erzählung vom Traum reich zu sterben („Rich Man Blues“) lauscht.

Wenn dann der „Sleeping Giant Blues“ angeschlagen wird, hört man, dass hier etwas ganz großes wach geworden ist. Mit Bad Temper Joe ist die Zukunft des deutschen Blues gesichert.

Wann und wo:

1 Dezember 2017

Alte Post in 59302 Oelde, Bahnhofstr. 27

Einlass 19.00 Uhr | Start 20.00 Uhr

Eintritt frei!




Konzert des Musik-Vereins Oelde am 28.November

Paul Wiegelmann gibt heute Informationen zum Konzert des Musk-Verein Oelde. Der Musik-Verein Oelde und die Capella Loburgensis, Ostbevern laden zum Herbstkonzert ein. Unter der Leitung von Matthias Hellmons und unter Mitwirkung der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford erklingen die „Ode for St. Cecilia’s Day“ von Georg Friedrich Händel und das „Requiem“ von John Rutter.

Im 17. und 18. Jahrhundert feierte man in England am 22. November die heilige Cäcilie als Schutzheilige der Musik mit besonderen Konzerten und Gottesdiensten. In seiner Hymne verherrlicht Händel das Können einzelner Instrumente und als Krönung die menschliche Stimme mit festlicher Musik.

John Rutter schrieb das Requiem im Gedenken an seinen 1984 gestorbenen Vater, wobei er Teile der bekannten katholischen Liturgie durch Psalmen der anglikanischen Kirche ersetzte bzw. ergänzte. Traurige Melodien wechseln dabei schnell in freudig erhellte Rutter eigene, fast sphärische Harmonien und geben dem Werk eine hoffnungsvolle und friedvolle Botschaft.

Als Solisten konnten Stephanie Henke (Sopran) und Marcus Elsäßer (Tenor) verpflichtet werden.

Wann und wo?

Das Konzert findet statt am Dienstag 28. November 2017 ab 19.30h in der St.Vitus-Kirche in Oelde-Lette.

Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 20 € in Oelde:

Confiserie Rochol und Lottogeschäft Schreiber;

in Ennigerloh: Buchhandlung Güth;

in Herzebrock: Postfiliale Rickel;

in Beelen: Schreibwaren Luhmeyer;

in Clarholz: Blumenhaus Hankemeier sowie bei allen Chormitgliedern.

Karten an der Abendkasse 22 € (Schüler 5 €).

Am Konzertabend bieten wir einen kostenfreien Busshuttle an (18:45 Uhr ab Carl-Haver-Platz und 18:50 Uhr ab Gustav-Stresemann-Straße),

Rückfahrt nach Oelde direkt nach dem Konzert.

Der Musik-Verein Oelde gestaltet zwei Konzerte pro Jahr und freut sich immer über neue Sänger und Sängerinnen.

Mehr unter www.mvoelde.de




Tilman Allerts Lesung rief Erinnerungen an Geschmäcker aus Kindheit hervor

Am vergangenen Sonntag, dem 19. November 2017, wurde den Gästen des Kulturguts Haus Nottbeck in Oelde eine besondere Lesung geboten.

Tilmann Allert Foto: Dirk Bogdanski

Tilman Allert, emeritierter Soziologieprofessor und Publizist, las im Gartenhaus gut gelaunt und unter Beigabe diverser Alltagsanekdoten aus seinem Werk „Der Mund ist aufgegangen. Vom Geschmack der Kindheit.“ (2016). Im Zentrum des schönen Bändchens stehen geschmackliche Erinnerungen an die Kindheit in der Nachkriegs-BRD.

Vom aufmüpfigen Gestus des Kaugummi-Kauens zum Geschick beanspruchenden Essen eines Nappo-Riegels vermochte Allert den geschmacklichen Erlebnissen ihre kindliche Magie zurückzugeben. Der für seine Alltagssoziologie bekannte Autor konnte Mal um Mal beweisen, dass er sich wunderbar darauf versteht, alltägliche Erfahrungen auf lebhafte und detailversessene Weise nachzuempfinden. Quittiert wurden seine literarischen Süßigkeiten deshalb vom wohligen Raunen eines wissenden Publikums – ja, genau so schien es tatsächlich geschmeckt zu haben, das Naschwerk einer unwiederbringlichen Kindheit!

Tilman beweist: Süßigkeiten heben die Stimmung Foto: Dirk Bogdanski

 




Ausstellung zum Advent Atelier Pit Weber

A uch in diesem Jahr findet in den Räumen des Kunstfördervereins Pit Weber die Weihnachtsausstellung statt. Diese wird von 12 Ausstellern gestaltet.

Wer auf der Suche nach dem ein oder anderen besonderen Geschenk ist, könnte hier fündig werden. Die ausstellenden Künstler sind Mitglieder des Kunstfördervereins.

Mechthild Berkenheide (Textiles) Elisabeth und Peter Lewanschkowski (Scherenschnitte, Postkarten) Elsbeth Thüner-Loges (Keramik) Ludger Bischoff (Bilder)  Josef Raker (Eichenholzkrippen) Gerda Richter (Textiles) Rainer Brüggenkamp (Holzschnitzarbeiten) Simone Reinker (Gold- und Silberschmuck)  Marita Utlaut (Prosa auf Postkarten) Werner Fricke (Kunst auf Postkarten) Edda Patzwahl (Puppenhäuser, Rezeptbücher etc)

Verlosung

Wie jedes Jahr findet wieder eine Verlosung am Sonntag, dem 3.12.2017 um 17.00 Uhr statt.

Wann und wo?

Zur Dicken Linde 37 in Oelde

Immer mittwochs, samstags und sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr bis zum 03.12.2017

 




Philosophischer WDR 5-Radio-Salon im Haus Nottbeck

Philosophieren in inspirierender Atmosphäre: Moderator Jürgen Wiebicke und das „Philosophische Radio“ von WDR 5 laden zum Mithören und -diskutieren auf das Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg ein. Am Donnerstag, dem 23. November, bietet sich die Gelegenheit, Wiebickes anregendem Austausch mit dem Schweizer Philosophen Yves Bossart beizuwohnen. Ab 20.00 Uhr sprechen die Herren des Geistes über das Thema „Gelassenheit“.

(Kultur/Westfalen). Hektik, Stress, Dauerbeanspruchung kennzeichnen oft den Alltag. Wie kann man mit Hilfe der Philosophie Gelassenheit erreichen? Gibt es Konzepte für unsere hektische Welt mit ihrem ständigen Überforderungspotential? Einen Weg, der hinaus führt aus dem Hamsterrad? Wie geht Gelassenheit heute?

„Selber denken hat was“ – unter diesem Motto steht „Das philosophische Radio“ bei WDR 5. Es bietet philosophisch interessierten Menschen jeden Freitagabend die Möglichkeit, sich mit einem Philosophen oder Autor über eine anregende These auszutauschen. Moderator ist der Publizist Jürgen Wiebicke, der mit seinem Team vom Philosophischen Radio am 23.11. auch das Kulturgut Haus Nottbeck ansteuert. Ab 20.00 Uhr wird – statt nur im Radio – live vor Ort philosophiert. Der Mitschnitt wird im kommenden Jahr auf WDR 5 ausgestrahlt.

Gesprächspartner ist diesmal der aus Zürich stammende Schriftsteller Yves Bossart, der für das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF1) seinerseits die „Sternstunde Philosophie“ anleitet und produziert. Seine philosophischen Gedankenspiele sind unter dem Titel „Ohne Heute gäbe es morgen kein Gestern“ im Blessing Verlag erschienen. Schon der originelle Name des Bandes verspricht dem Publikum einen geistreich-wortgewaltigen Gast.

Yves Bossart Foto Copyright: SRF/Oscar Alessio

Wenn sie sich zum Thema „Gelassenheit“ unterhalten, will Moderator Jürgen Wiebicke nicht belehren, sondern zur aktiven Beteiligung anzuregen. Ihn interessiert, wie die Menschen denken, welche Ansichten sie haben und wie diese zustande kommen. Durch seine geistige Unbefangenheit bietet das „Philosophische Radio“ keine Patentlösungen, sondern im Gegenteil einen offenen Austausch mit viel Raum für Diskussionen, aber auch Toleranz.

Das Kulturgut Haus Nottbeck ist bei der Rundreise des Philosophischen Radios eine von insgesamt fünf Anlaufstellen auf einer Tour durch NRW – wie jedes Jahr in der letzten Novemberwoche. Quer durch das Bundesland werden dann Fragen wie „Was bedeutet Glück?“ oder „Was heißt Luxus?“ verhandelt, die den Ausgangspunkt für ungeahnt lebendige und ertragreiche Diskussionen liefern.

Jürgen Wiebicke Foto Copyright: WDR/ Bettina Fürst-Fastré

Der 1962 in Köln geborene Moderator Jürgen Wiebicke studierte Germanistik und Philosophie und begann 1997 als freier Journalist beim WDR 5. Dort moderiert er bis heute das Vormittagsprogramm „Neugier genügt“, die Sendung „Das Tagesgespräch“ und jeden Freitagabend „Das philosophische Radio“. Weiterhin moderiert er die Sendung „Länderzeit“ im Deutschlandfunk, schreibt für die Zeitschrift Philosophie-Magazin und arbeitet am Programm des internationalen Philosophie-Festivals „phil.Cologne“ mit. Ebenfalls philosophisch zeigen sich seine beiden bisher veröffentlichten Werke „Dürfen wir so bleiben, wie wir sind? Gegen die Perfektionierung des Menschen“ (2013) und „Zu Fuß durch ein nervöses Land“ (2016), das er auch auf dem Kulturgut Haus Nottbeck präsentierte. 2012 wurde er mit dem Preis Hochschule für Medien Stuttgart ausgezeichnet.

Wann und wo?

Donerstag 23.11.2017 ab 20.00 Uhr

Live-Diskussion

„Der philosophische Radio-Salon“ mit Jürgen Wiebicke und Yves Bossart

In Kooperation mit WDR 5

Eintritt: frei, um Anmeldung wird gebeten!

Informationen und Anmeldung: Tel. 02529/945590 und www.kulturgut-nottbeck.de




Tilman Allert liest aus „Der Mund ist aufgegangen.“

Eine ganz besondere Lesung erwartet die Zuhörer am morgigen Sonntag, den 19. November, auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg.

Tilman Allert, Copyright Uwe Dettmar

Im Mittelpunkt stehen kulinarische Genüsse, denen unwiderruflich der „Geschmack der Kindheit“ anhaftet: Himbeer-Bonbons, Lakritze, Zuckerwatte, Vivil-Pastillen und mehr. Zusammengetragen wurden geschmacklichen Verheißungen in dem Buch „Der Mund ist aufgegangen“ von Tilman Allert, der mit Werken wie „Latte Macchiato“ oder jüngst „Gruß aus der Küche“ eine ebenso eloquente wie heitere „Soziologie der kleinen Dinge“ betreibt. Nun gibt der Autor und Kolumnist in amüsanten Capriccios Geschmacksgeschichten aus der Zeit des Wirtschaftswunders zum Besten. Ein nostalgischer Hochgenuss, ganz ohne jeden „klebrigen Beigeschmack“ (Walter Gödden im Westfalenspiegel). Allerts Gartenhaus-Lesung aus „Der Mund ist aufgegangen. Vom Geschmack der Kindheit“ beginnt um 16.30 Uhr – und wird sicherlich auch mit der einen oder anderen Leckerei garniert.

Wer kennt es nicht – das Lässigkeitsversprechen des Kaugummis, die giftgrüne Verheißung der Götterspeise oder den fast schmerzlich süßen Genuss eines Himbeerbonbons. Über derart köstliche Erfahrungen ruft Tilman Allert in „Der Mund ist aufgegangen“ den Kindheitsgeschmack seiner Generation wach und lässt damit gleichsam seine Leser in Erinnerungen schwelgen. Allert sinniert aber nicht nur über Süßes, Herzhaftes oder Saures, sondern auch über die gesellschaftlichen Gegebenheiten dieser Zeit.Wie ein vorsorglich in der Hosentasche verstautes „Vivil“ über die Befangenheit vor dem ersten Kuss hinweghalf, was der verlockend leuchtende Liebesapfel seinem Esser an Geschicklichkeit abverlangte und welcher Zungenakrobatik es bedurfte, um die Hostie vom Gaumen zu lösen, vermag Allert – bei aller mitschwingenden Nostalgie – äußerst amüsant und lebhaft vor Augen zu führen.

Dass Allerts „hochbekömmliche Essaypralinen“ (Die literarische Welt) dem Hörer auch bei seinen Lesungen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, ist keinesfalls eine unerwünschte Nebenwirkung.

Als emeritierter Professor für Soziologie und Sozialpsychologie versteht es Tilman Allert, nie allein bei der sinnlichen Erfahrung zu verharren, sondern immer auch kluge und überraschende Anschlüsse an kulturhistorische und alltagssoziologische Diskurse zu finden. Bekannt wurde der 1947 im westfälischen Lübbecke geborene Schriftsteller vor allem durch seine Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie in der Neuen Zürcher Zeitung und seine Werke „Der deutsche Gruß: Geschichte einer unheilvollen Geste“ (2005) und „Latte Macchiato. Soziologie der kleinen Dinge“ (2015). So schrieb er in einer Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Ausgabe vom 26. Februar 2011) auch über die abenteuerliche Geschichte seines Vaters – ein schiitischer Moslem aus Aserbaidschan, der nach Deutschland gekommen war, um Arzt zu werden. Ihm wurde im September 1939 die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkannt.

Wann und wo?

19.11.2017 um 16.30 Uhr

Lesung im Gartenhaus

Tilman Allert: Der Mund ist aufgegangen. Vom Geschmack der Kindheit.

Eintritt: VVK: 10 / 8 EUR; AK: 12 / 10 EUR

Weitere Informationen unter Tel.: 0 25 29 / 94 55 90 und www.kulturgut-nottbeck.de




Wagners »Ring des Nibelungen« in Oelde

Wer bislang einen Riesenbogen um Richard Wagners verwirrend-pompöse Oper »Der Ring des Nibelungen« gemacht hat, kann sich jetzt bei freiem Eintritt im Kultursalon Wiegelmann davon überzeugen, was es wirklich mit diesem Gesamtkunstwerk auf sich hat.

Am Freitag, dem 17. November um 19.30 Uhr erzählt und übersetzt Opern-Kenner Ruprecht Frieling die monumentale, ergreifende und bodenlos tiefe Geschichte vom »Ring« als spannendsten Krimi der Opernwelt.

Ruprecht Frieling, aufgewachsen in Oelde und wohnhaft in Berlin, ist Verfasser mehrerer Wagner-Opern(ver)führer. Seine eigene Produktion des »Ring des Nibelungen« wurde mit dem Bestenpreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 

Ruprecht Frieling © Malte Klauck

Basierend auf Wagners Original-Libretto erzählt Frieling an dem Abend im Kultursalon die mystische Handlung destilliert und völlig neuartig. Der Autor geht dabei wie der Schöpfer der Oper vor, er präsentiert die vier Teile des insgesamt rund dreizehnstündigen Bühnenfestspiels: »Das Rheingold«, »Die Walküre«, »Siegfried« und schließlich »Götterdämmerung«.

Ildefons Klein • Foto: privat

Der Oelder Pianist und Musikpädagoge Ildefons Klein spielt dazu am Klavier eigene Transkriptionen der Wagner-Stücke, die an dem Abend zur Uraufführung kommen.

Klein ist als Musik- und Religionslehrer am Einstein-Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück tätig. Neben dieser Haupttätigkeit tritt er als Chorleiter sowie als Musikkabarettist u.a. mit Chansons von Georg Kreisler auf.

Die Redaktion von Kulturstrom schreibt über den Abend: »Das, was auf der Bühne so bedeutungsschwer, ehrfurchteinflößend und gewaltig daherkommt, wird durch Frieling zum köstlichen und unterhaltsamen Event.« Und der Sender ARTE urteilt: »Die komplexe und für Laien oft verwirrende Handlung der Wagner-Opern wird plötzlich ganz logisch.«

  • Wann? Freitag, 17.11.2017, 19.30 Uhr
  • Wo? Kultursalon Haus Wiegelmann, Grüner Weg 41/Ecke Steinstraße
  • Karten? Platzreservierungen im Lottogeschäft Schreiber, Bahnhofstr., Tel 02522-901576.
  • Der Eintritt ist frei. Nach der Veranstaltung ist eine freiwillige Spende willkommen.

 




Musical „Lupinia Silbermond“ an der Overbergeschule

Ein kleines aber feines Musical-Märchen führten am letzten Donnerstag die Streicher und Chorkinder der gesamten 4a der Overbergschule vor.

Die Musik des Stückes entsprang dabei der Feder von Dr. Wolfgang König, während das Libretto von Veronika te Reh stammt. Beide sind durch unzählige Musicals und Inszenierungen weit bekannt.

Die Streicher- und Chor-Kinder werden grundschulbegleitend von der Musikschule Beckum-Warendorf an der Overbergschule ausgebildet.

Die Geschichte

Eine Frau und ein Mann wünschten sich ein Kind. Die gute Fee Lupinia ließ einen Zauber wirken, nachdem die Eltern einen Kürbis mit Milch füllten. Als wenig später der kleine Ramadhani das Licht der Welt erblickt, kommen sechs Feen zur Tauffeier. Diese legen dem Kleinen ein Amulett um, welches er gebrauchen solle, wenn er jemals in Not gerate.

Viele Jahre später ist aus dem kleinen Ramadhani ein stattlicher junger Mann geworden, der sich auf den Weg in die weite Welt macht. Dabei trifft er im Königsgarten auf Prinzessin Rosalia und beide verlieben sich Hals über Kopf.

Die Prinzessin hat es nicht leicht

Das schmeckt dem Königsvater Knut überhaupt nicht, und er macht kurzen Prozess mit dem Möchtegern-Schwiegersohn und lässt ihn von seinen Wachen Harald und Günter in den Kerker werfen.

Die Wachen stecken Ramadhani in den Kerker

Der König lässt seine geliebte Tochter nur heiraten, wenn ihm ein bis dato nie dagewesenes Geschenk auf Erden gemacht wird.

König Knut gibt sein geliebtes Kind nicht leicht her

Der im Kerker sitzende Ramadhani ruft in seiner finsteren Not die Feen herbei. Fee Lupinia Silbermond, Fee Hyazinthia Seidenfein, Fee Begonia Wundersüß, Fee Hesperisell Goldflöckchen, Zahnfee Colgate und Wetterfee Morgentau eilen dem Eingesperrten zur Hilfe und überreichen ihm einen Holzkasten.

In diesen Holzkasten geben die Feen ihr Lachen und Weinen. Weiter wird ein goldenes, ein silbernes, ein gläsernes und ein seidenes Haar der Feen in den Holzkasten gegeben, und sie bitten den Gefangenen, die Haare auf den Holzkasten zu spannen.

MIt magischen Feen-Haaren wird die Geige bespannt

Bei dem Holzkasten handelt es sich um eine magische Geige, die der Verliebte dann im Kerker spielt. Die Musik, die aus dem Kasten dabei erklingt, ist so lieblich und froh, dass selbst die knallharten Wachen des Königs dahinschmelzen.

Die Gefühle der Zuhörer spielen verrückt vor Glück wenn Ramadhani auf seiner Geige spielt

Der König ist fassungslos, dass seine Wachen einknicken und er selber gibt letztendlich auch klein bei, da diese Musik so einzigartig und schön ist. Rosalia und Ramadhani dürfen nun glücklich werden.

Ramadhani macht dem König ein Geschenk was es so noch nie gab

Damit der König nun aber nicht einsam zurückbleibt, darf er einen Wunsch nach einer Ehefrau an die Feen äußern. Diesem Wunsch kommen die Feen nach und finden Ignatia. Diese spielt so wunderbar auf dem Violoncello, dass alle glücklich und zufrieden sind.

Mit einem Zauberspruch sorgt die Wetter-Fee Morgentau noch für Sonnenschein an den Hochzeitstagen.

Das Stück

Die Bühne der Aula war wunderschön geschmückt mit bunten Vorhängen und einem Thron des Königs. Die Kostüme wurden von der „Montagswerkstatt“ (Förderverein „Der kleine Mombotz“) liebevoll angefertigt. Die Feen kamen mit langen schönen Kleidern, Feen-Flügeln und Lorbeerreifen auf die Bühne. Der König wurde in edlen blauen Stoff gehüllt und mit einer eines Königs würdigen Krone versehen, während die Prinzessin mit einem langen schönen Kleid auf der Bühne spielte. Aber nicht nur die Akteure auf der Bühne, sondern auch die Streicher davor waren einheitlich in rote Gewänder gekleidet.

Qualität

Unter den Gästen waren zum großen Teil Eltern mit Geschwistern der Musicaldarsteller. Die Qualität des Musicals war unter anderem deutlich daran zu erkennen, dass jüngere Geschwister brav auf den zugewiesenen Plätzen sitzen blieben und gespannt das ca. 30-minütige Geschehen verfolgten. Wir sahen in den Zuschauerreihen unzählige Eltern die mit ihren Smart-Phones Erinnerungsfotos schossen.

Arbeit der Kinder

Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 4a vom Klassenlehrer Herrn Stricker haben sich für das Stück ordentlich ins Zeug gelegt. Dieser fasst am Ende des Stücks passend zusammen:

Danke, dass ihr uns diese schöne halbe Stunde beschert habt. Aber mit dieser halben Stunde war es ja nicht für euch getan. Ihr habt freiwillig freitags an einer sechsten Schulstunde teilgenommen, um uns dieses schöne Stück vorführen zu können.

Wolfgang König und Veronika te Reh erhalten ein Dankeschön von den Eltern