Syrien – Zwei Brüder ziehen Zuhörer in ihren Bann

Hamed und Ahmed Alhamed sind seit 15 Monaten in Deutschland, seit letztem Herbst teilen sie die Eindrücke und Erlebnisse ihrer Flucht aus Syrien. 170 Zuhörer lauschten den Erzählungen am Donnerstagabend, den 2. März 2017 im Bürgerhaus in Oelde. Doch der Abend begann für Hamed bereits vor der ersten Geschichte überraschend.

Ein voller Saal im Bürgerhaus. Die Erwartungen der Veranstalter wurden weit übertroffen.

Am Donnerstagabend luden der Ortsverein Oelde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und die Familienbildungsstätte Oelde-Neubeckum zu einem Vortrag der beiden Brüder Hamed und Ahmed Alhamed ein. Die Brüder stammen aus Syrien, sind vor 15 Monaten jedoch nach Deutschland geflüchtet. Mittlerweile wohnen sie in Ennigerloh. Seit Herbst letzten Jahres erzählen sie in ihrer neuen Heimat ihre Geschichte.

„Keine alternativen Fakten, sondern Erfahrungen aus erster Hand.“

Ingo Baum berichtete von den Anfängen der Flüchtlingsarbeit in Oelde

Dieter van Stephaudt fand direkte Worte zur Begrüßung

Dieter van Stephaudt, Leiter der Familienbildungsstätte Oelde-Neubeckum, eröffnete den Abend und fand direkte Worte zur aktuellen politischen Entwicklung in Deutschland und der Welt.

In einer Zeit, in der alternative Fakten das Geschehen in der Welt bestimmen, wollen wir heute den beiden zuhören. Heute Abend gibt es keine alternativen Fakten, sondern Erfahrungen aus erster Hand.

, so van Stephaudt. Diese Worte fanden bei den 170 Besuchern großen Zuspruch. Ingo Baum, Rotkreuzleiter des DRK-Ortsvereins Oelde, berichtete über die Oelder Flüchtlingsunterkunft „Am Landhagen“. Diese wurde vom DRK ehrenamtlich aufgebaut und betreut, bis hauptamtlich Angestellte dies übernahmen.

Wir haben in der Flüchtlingshilfe viele freundliche und aufgeschlossene Menschen kennengelernt und konnten viel von ihnen erfahren.

Baum schloss mit einer Bitte:

Im Saal stehen Spendendosen. Die Brüder bekommen kein Geld für ihren Vortrag. Die gesammelten Spenden gehen an die Familie der beiden, die noch in Syrien lebt.

Syrien vor dem Krieg – bunt, freundlich und offen

In seinen Händen hält Hamed Alhamed seinen Asylbescheid.

Als Hamed Alhamed das Wort übertragen wurde, musste dieser kurz nach Worten suchen.

Ich bin sprachlos. Das Papier hier in meinen Händen ist mein Asylbescheid für drei Jahre. Ich habe lange gewartet, aber ich darf bleiben.

sagte er sichtlich ergriffen. Die Bescheinigung wurde ihm noch im Bürgerhaus von seinem Rechtsanwalt überreicht.

Ihr erstes Getränk gebe ich aus.

fügte er in Richtung seines Anwaltes hinzu.

Die Präsentation der beiden begann mit Bildern und Filmen, die man in Deutschland kaum noch kennt. Syrien vor dem Krieg – bunt, freundlich und offen. Doch diese Bilder änderten sich. Und mit ihnen die Stimmung bei den Besuchern. Das letzte Lächeln verschwand, als die ersten Schüsse aus den Lautsprechern zu hören und die ersten Explosionen auf der Leinwand zu sehen waren. Aus allen Stadtteilen Oeldes und allen Generationen waren Besucher vertreten. Hamed und Ahmed waren begeistert.

Trotz aller Hetze und Gerüchte: Es gibt immer Menschen, die so etwas hören wollen. Sie interessiert unsere Geschichte. Und das macht uns froh.

Warum Karneval?

Sprache, Kultur, Regeln und Bräuche. Dinge, die ein neuer Bürger erst lernen muss. Ein Beispiel für die Schwierigkeiten bei der Sprache war „Kommst‘ klar?“ „Da fehlt etwas.

Wie sollen wir eure Sprache lernen, wenn ihr sie nicht richtig sprecht?

fragte Hamed in das Publikum. Ein Lachen schallte durch den Raum, die Stimmung war gehoben.

Es gibt Traditionen, die verstehe ich nicht.

fuhr er fort.

Karneval. Warum? Ich verstehe es nicht! Bier trinken gehört dazu, das habe ich verstanden.

Abschluss fand die Präsentation mit einem Video, welches den Alltag heute darstellt. Erstellt wurde dieses Video von Hamed, der in Syrien als Lehrer und Grafikdesigner tätig war. Hilfe hatte er von Freunden, die er in Deutschland kennengelernt hat.  Auch der Abend wurde von einer Freundin der beiden Brüder begleitet. Jana Nivelnkötter übersetzte an Stellen, an denen das Deutsch der beiden, welches „für die kurze Zeit in Deutschland schon sehr gut“ sei, nicht ausreichte und sie so Englisch sprachen.

Ein gelungener Abend trotz des ernsten Themas

Waren mit der Veranstaltung zufrieden: v.l.: Ingo Baum, Michael Schmidt (DRK), Dieter van Stephaudt, Sandra Senger (Familienbildungsstätte), Hamed Alhamed, Ahmed Alhamed und Jana Nivelnkötter

Hamed war auch am Ende der Veranstaltung noch sprachlos:

Ein voller Raum, viele interessierte Menschen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Ahmed fand Worte:

Es ist schön zu sehen, dass so viele Leute zuhören wollen. Niemand ist gezwungen hier zu sein. Alle sind freiwillig hier. Vielleicht konnten wir den Menschen hier etwas Neues zeigen, vielleicht das Denken ändern.

Viele Besucher stellten den beiden noch Fragen, bedankten sich oder sprachen ihnen Mut zu für die nächste Zeit.




Leserbrief zur Eigenkapitalaufstockung von Forum Oelde

Es erreichte uns ein Leserbrief von Dr. Ralf Wohlbrück zur beschlossenen Eigenkapitalaufstockung von Forum Oelde. Hier erfolgen nach Ratsbeschluss nun buchhalterische Umwandlungen von Forderungen der Stadt Oelde an den Eigenbetrieb Forum. Es geht dabei um einen ungedeckten Deckel von ungefähr 500.000 € an Personalkosten die Eigenbetrieb Forum Oelde an die Stadt hätte zurückzahlen müssen.

Leserbrief Dr. Ralf Wohlbrück

Trotz eines auf Steuervermeidung gegründeten Geschäftsmodells, Erhebung von Eintrittsgeldern für den Parkbesuch und jährlicher Zuschüsse in Millionenhöhe ist der Geschäftsgang von Forum Oelde über viele Jahre gekennzeichnet durch Liquiditätsengpässe, Aufbau von Verbindlichkeiten, Eigenkapitalverbrauch und Leistungskürzungen.

Der Forderung der Politik, dass Forum Oelde mit dem zu Verfügung gestellten Budget auskömmlich zu wirtschaften hat, ist die Betriebsleitung über viele Jahre nicht nachgekommen. Das Geschäftsmodell von Forum Oelde wird vom Bürgermeister und der Ratsmehrheit bis zum heutigen Tag nicht nur geduldet sondern durch Hilfsmaßnahmen – wie nachträgliche Geldzahlungen als Liquiditätsausgleich und jetzt aktuell durch Forderungsverzicht für Personalgestellung – am Leben gehalten. Der städtische Forderungsverzicht in Höhe von 491.554,53 Euro wurde per Ratsbeschluss genehmigt, er muss noch den Betriebsausschuss Forum Oelde passieren und soll dann – als buchhalterische Maßnahme – dem Eigenkapital von Forum Oelde zugeführt werden. Dieser Schuldenschnitt ist belastend für den Haushalt der Stadt Oelde hinsichtlich Liquidität und Eigenkapital. Es geht bei dem Ratsbeschluss also nicht um eine zukunftsweisende Problemlösung, sondern um eine Verlagerung zu Lasten aller Steuerzahler.

Für das Geschäftsjahr 2017 steht im Haushaltsplan von Forum Oelde ein städtischer Zuschuss in Höhe von 1.594.368,00 Euro. Für 2016 – als die Politik mehrheitlich noch Sparsamkeit verordnete – stand dort lediglich ein Betrag von 1.200.000,00 Euro. Jetzt genehmigt der Rat 394.368,00 Euro mehr als Zuschuss zuzüglich einem einmaligen Schuldenschnitt in Höhe von 491.554,53 Euro, also in Summe 885.922,53 Euro. Dem aufmerksamen Betrachter des Geschehens stellt sich die berechtigte Frage zur Nachhaltigkeit.

Bis heute hat die Politik darauf keine mehrheitlich einvernehmliche Antwort gefunden. Forum Oelde definiert seine Aufgabenstellungen weitestgehend selbst, leitet daraus den eigenen Finanzierungsbedarf ab und setzt ihn durch Eigenkapitalverbrauch und Verschuldung durch. Demzufolge ist es sicher keine Übertreibung, wenn man im übertragenen Sinne davon spricht, dass in dieser Angelegenheit der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Leserbrief Ende

 




Schimmelschule, Integrations- und Platzprobleme? Oder viel Rauch um nichts?

Dem OELDER ANZEIGER wurden Fotos anonym vom inneren der Gesamt- / Realschule zugesendet. Auf diesen sieht man auf den ersten Blick stark defizitäre Zustände der Gebäudesubstanz. Wir haben mit dem Leiter der Gesamtschule, Herrn Jütte, gesprochen und mit der Stadt Oelde. Dabei haben wir unterschiedliche Aussagen erhalten.Realschule Oelde

Der Direktor berichtete uns im Telefoninterview, dass beim Schulgebäude in der Bultstraße „Einiges im Argen liegt“.

Wassereinbruch

Doch zunächst zum Anfang. Am Gebäude sollte im letzten Sommer das alte Satteldach abgerissen und durch ein neues ersetzt werden.  Diese Abrissarbeiten sind im Sommer leider nicht mehr fertiggeworden. Eine Regenfront erwischte das geöffnete Dach.

Schäden im Treppenhaus Realschule Schäden im Treppenhaus

Seit August 2016 sei der Bau nicht mehr trocken geworden, erklärte uns Jütte. Die restlichen Arbeiten erfolgten dann in den Herbstferien, wobei zwischenzeitlich immer wieder Wasser ins Gebäude eindringen konnte. Dies trat an Kabel- und Luftschächten sowie aus den Steckdosen aus. Deckenpaneele kamen als brauner Brei von der Decke herunter. Oder das Wasser tropfte z.B. im Kunstraum direkt von der Decke auf die Tische.

Vermutlich drang hier das meiste Wasser in das Gebäude ein

Regen wird hier leichtes Spiel gehabt haben

Weiter erklärte er uns, dass es im gesamten Keller starke Ausblühungen an Decken und Wänden geben würde. In den Kellerräumen können keine Schulmaterialen mehr gelagert werden, welche somit in die Gruppenräume gewandert sind. Platz, der nun dringend für die Gruppenarbeiten fehlen würde, erklärte uns Direktor Jütte.

Wasser tropfte durch die Decke bis auf den Boden

Wasser floss aus Schächten an der Wand herunter

Weiter erzählte uns der Schulleiter, dass eine Kollegin aufgrund einer Erkrankung in einem Klassenraum überhaupt nicht mehr unterrichten könne. Man würde den Mief auch richtig riechen.

Integration

Schulleiter Jütte plagt jedoch nicht nur der feuchte Bau, sondern auch die Problematik der Integration. Wer das verwinkelte Realschulgebäude kennt, weiß, dass es im Inneren viele Treppenstufen und -häuser gibt. Viele Bereiche sind nicht für Rollschulfahrer passierbar, hörten wir bei dem Gespräch heraus.

Züge

Laut Herrn Jütte wurde bei der Planung mit sechs Klassenzügen gerechnet. Aktuell sei man bereits bei sieben Zügen und in Zukunft wird sich diese Zahl wahrscheinlich weiter nach oben entwickeln, so der Direktor. Einen Platzbedarf, den die Schule aktuell nicht annähernd decken könne. Die Situation in der Mensa sei bereits jetzt schon grenzwertig.

Aktionen

Zusammen mit der Stadt habe man bereits am runden Tisch gesessen, um die Problematiken anzugehen. Jütte sprach der Runde großes Lob aus und empfand, dass sich daraus etwas Gutes entwickeln kann.

 

Stadt Oelde

Herrn Frank Siemer, Fachdienst Schule, Bildung und Sport bei der Stadt Oelde, haben wir gefragt,

–          wie man erklärt, dass massiv Wasser in den Bau eindringen konnte.

–          wie man erklärt, dass Schimmel sich in Klassenräumen und im kompletten Keller befindet.

–          wie man sicherstellt, dass die o.g. Punkte fachmännisch und zum Wohle der Kinder behoben werden.

–         ob Bauarbeiten in die Ferienzeit gelegt werden.

 

Dazu haben wir eine ausführliche Pressemitteilung erhalten, wofür wir Herrn Siemer recht herzlich danken an dieser Stelle und welche wir im vollen Umfang folgend veröffentlichen:

 

Pressemitteilung Stadt Oelde

 

PRESSE – INFORMATION NR. 233 / 23.12.16

Stellungnahme zum Gebäudezustand der Realschule / Gesamtschule

Abrissarbeiten am Dach sind grundsätzlich stets mit einem gewissen Risiko verbunden, dass während der Baumaßnahmen witterungsbedingt Wasser in darunter liegende Räume eindringt.

Die eingetretenen Schäden sind im vorliegenden Fall sehr gering, da überwiegend unsanierte Bereiche der Schule betroffen waren. In den sanierten Klassenräumen wurden einzelne Platten der abgehängten Decken durch Verfärbungen in Mitleidenschaft gezogen, die nach Abtrocknung der Oberflächen ausgetauscht wurden.

Insbesondere weil während der gesamten Sanierungsmaßnahme auf schulische Belange Rücksicht genommen wird, ist es nicht gelungen, das gesamte Satteldach im Zeitraum der Sommerferien anzureißen. Hierdurch wurde es erforderlich, in zwei Teilabschnitten, in den Sommer– und Herbstferien, zu arbeiten. Die Dachabdichtung erfolgte parallel zu den Abrissarbeiten, wobei sich Fehlstellen naturgemäß erst bei Niederschlag zeigen und dann unverzüglich, sobald dies die Witterung zuließ, nachbearbeitet wurden.

Schimmel gab und gibt es in den Unterrichtsräumen nicht. Unterricht ist in allen benötigten Klassenräumen uneingeschränkt möglich gewesen.  Der Schulbetrieb war zu keinem Zeitpunkt wesentlich beeinträchtigt.

Der Verwaltung ist bekannt, dass Fotos gemacht und offensichtlich verbreitet wurden, die bei Eltern und Außenstehenden, die sich im Gebäude nicht auskennen, zu Irritationen führen mussten.

Diese sind teilweise  auf dem Dach und  in den verbliebenen Treppenhausabschlüssen gemacht worden und zeigen Stockflecken an den Decken. Hier handelt es sich um gesperrte Baustellenbereiche. Die Treppenhausköpfe sind bei den Abrissarbeiten naturgemäß in Mitleidenschaft gezogen worden und werden bei Aufstockung des Gebäudes abgerissen. Sie dienen derzeit nur noch als  Abschluss und Witterungsschutz der darunter befindlichen Treppenhäuser. Derzeit präsentiert sich das Gebäude mit einem abgedichteten Flachdach, auf das später ein Staffelgeschoss aufgesetzt wird.

Die Vorgehensweise, soweit dies im Rahmen einer Baumaßnahme möglich ist, auf schulische Belange Rücksicht zu nehmen, ist für alle am Projekt beteiligten Bauverantwortlichen selbstverständlich, führt aber dazu, dass dies die Maßnahme naturgemäß in die Länge zieht, was für Außenstehende den Eindruck einer Dauerbaustelle erwecken kann.

Insgesamt wird ein mit der Schulleitung der Gesamtschule abgestimmtes Sanierungsprogramm  verfolgt und schrittweise, gleichzeitig mit dem Einlaufen eines jeden zusätzlichen Jahrgangs der  Gesamtschule, umgesetzt.

Ende der Mitteilung

Sie haben eine persönliche Meinung oder Erfahrung? Wir würden diese gerne in den Kommentaren lesen.

 




Landesregierung stärkt Grundschulen

gruene_transparent-184aEs folgt eine ungefilterte Pressemitteilung von Bündniss 90/Die Grünen vom Kreisverband Warendorf. Diese Meldung ist ebenfalls für Oelder interessant.

Es schreibt Herr Ali Bas.

Landesregierung stärkt Grundschulen, Sprachförderung und Inklusion

Schulministerin Löhrmann hat eine höhere Besoldungsstufe für die Schulleiterinnen und Schulleiter von Grundschulen durchgesetzt. „“Wir wissen um die Bedeutung der Arbeit der Kolleginnen  und Kollegen. Und deshalb war es im im Vergleich zu den anderen Schulformen Zeit die Höherstufung. Sie ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, sie soll auch die Attraktivität der Position steigern“, freut sich Ali Bas, grüner Landtagsabgeordneter aus Ahlen über die Ergebnisse der Haushaltsverhandlungen im Düsseldorfer Landtag.

„Weiter schafft das Schulministerium 300 neue Stellen für die Sprachförderung, das sind etwa fünf für den Kreis Warendorf. Damit investieren wir in die Zukunftschancen unserer Kinder und leisten einen wichtigen Beitrag für die Integration von Menschen, die zu uns geflüchtet sind“, setzt Bas fort. Eine weitere Maßnahme zur Stärkung der Bildung von Kindern sind die Schaffung von 6.860 Plätzen mit sonderpädagogischer Unterstützung für die Offenen Ganztagsschule in NRW. Damit erhält nahezu jeder zehnte der 307.600 Plätze in der Offenen Ganztagsschule in NRW einen erhöhte Förderung für die Inklusion.

„Damit haben wir den Haushaltsspielraum durch Mehreinnahmen in hohem Umfang für die Bildung unserer Kinder investiert“, erläutert Ali Bas. 30 Milliarden Euro des Landeshaushaltes von 72 Milliarden Euro fließen damit im Jahr 2017 in die Bereiche Kinderbetreuung, Schulen und Hochschulen.

Ein weiteres Personalpaket komme dem Kampf gegen Terrorismus und Cyberkriminalität zu Gute. Hier werden 175 zusätzliche Stellen in Polizei und Verfassungsschutz des Landes neu geschaffen.




50 Jahre in der SPD Oelde, Ehrung beim Gänsebrustessen

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50 Jahre in der SPD Oelde, die Jubilare Annelen Mombaur und Manfred Lellek

Es folgt eine ungefilterte Pressemitteilung der Oelder SPD.

„Ich würde mir mehr Menschen wie euch wünschen, die eine Meinung haben und so der Politikverdrossenheit und rechten Populisten entgegenwirken“, merkt Achim Berkenkötter gleich zu Beginn anlässlich der Ehrung von Annelen Mombaur und Manfred Lellek an. Beide sind 1966 in die SPD eingetreten und wurden im würdigen Rahmen während des jährlichen Gänsebrustessens der Oelder Genossen im für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Glückwünsche gab es mit der Urkunde ebenfalls von Hannelore Kraft und Sigmar Gabriel.
„Das war aber wirklich sehr feierlich“, entgegneten die zwei Jubilare später in einer „ruhigen Minute“ am Rande der Veranstaltung.

Lokalpolitische Themen standen natürlich auf der Agenda des Abends, „denn davon gibt es bei uns genug“, so Berkenkötter.

Der wenig zufriedenstellende Zustand der Gesamtschule, Wohnungsbau, Pflege, Regenwassersituation im Oelder Norden, aktuelle Haushaltslage und die nach wie vor feste Absicht der Partei zur Umstrukturierung des Oelder Vier-Jahreszeiten-Parks wurden von Francisco Rodriguez und Achim Berkenkötter in ihren Reden thematisch gestreift, setzten sich aber an den Tischen über den gesamten Abend fort.

Eingestimmt wurde schon auf die Anfang 2017 stattfindenden Klausurtagung des gesamten SPD Vorstands- und Fraktionsteams, denn Oelde muss sich vor allem gerecht, sozial und klientelunabhängig weiterentwickeln.




Neunter November 1938

judenstern-zeichnung-torsten-schwichtenhoevelAm 9. November 1938 kam es im gesamten Deutschen Reich zu massiven Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und jüdische Einrichtungen. Angehörige von SS (Schutzstaffel) und SA (Sturmabteilung) zerstörten Wohnungen, Geschäfte, Gemeindehäuser und Synagogen. Bei diesen Ausschreitungen und Misshandlungen kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Die Hintergründe der Verfolgung waren der staatlich angeordnete Antisemitismus und Rassismus, die per Gesetz geforderte Arisierung und die vorgesehene Zwangsenteignung von jüdischem Eigentum. Damit sollte auch die deutsche Aufrüstung mitfinanziert werden.

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Die Zeichnung von Norbert Löbbert zeigt die alte Synagoge in Oelde, Ruggestraße 10

Übergriffe in Oelde

Auch in Oelde kam es zu organisierten Übergriffen. Die Synagoge auf der Ruggestraße wurde verwüstet, Geschäfte und Wohnungen ausgeräumt oder beschädigt. Die jüdische Bevölkerung in Oelde wurde verhöhnt, geschlagen und in Schutzhaft genommen.

Verantwortlich für diese Taten waren angeblich SA-Leute aus Ahlen, doch mit reger Beteiligung der Oelder Parteigenossen, darunter viele stadtbekannte Bürger.

Die Verfolgung der Juden endete im Holocaust und die Alliierten befreiten Deutschland im Mai 1945 vom nationalsozialistischen Terror.

Stolpersteine in Oelde

An die Übergriffe vom 09.11.1938 erinnern heute auch in Oelde eine Anzahl von Stolpersteinen, mit denen der Künstler Gunter Demnig europaweit an das Schicksal der verfolgten, deportierten und ermordeten Juden erinnern will.

2016-11-08-stolpersteine

Von diesen Stolpersteinen findet man viele in Oelde. Sie stehen dafür, dass an dieser Stelle Menschen lebten, die entweder im KZ ermordert wurden, deportierten oder die Flucht ergriffen. Foto Torsten Schwichtenhövel

Die Stolpersteine findet man unter anderen in Stadt Oelde in folgenden Straßen:

Jüdischer Friedhof in Oelde

Jüdischer Friedhof in Oelde
Foto: Heinz-Werner Drees

Lindenstraße 23

Lange Straße 45
Ruggestraße 2
Wallstraße 18

Auch Walter Tillmann erinnert mit seinem Buch „Ausgegrenzt-Anerkannt-Ausgelöscht“ an den Untergang der jüdischen Bevölkerung in Oelde.

Das Kriegsende und die Befreiung vom Nationalsozialismus war allerdings nicht das Ende dieser menschenverachtenden Ideologie. Die Liste der rechten Parteien in Deutschland nach 1945 ist lang, dazu gehören die Sozialistische Reichspartei, Nationaldemokratische Partei Deutschlands, die Republikaner und die Deutsche Volks-Union.

Die Gefahr, dass sich die Geschichte wiederholt, zeigt sich erneut.

Heute erleben wir wieder ein Erstarken von rechten Parolen und rechtsradikaler Gewalt. Menschen werden auf Grund ihrer Hautfarbe und Religion unter Generalverdacht gestellt. Asylbewerberheime gehen in Flammen auf. Wachsende Fremdenfeindlichkeit, offener Rassismus und eine gesteigerte Aggression gegenüber Menschen die eine andere Meinung haben, sind an der Tagesordnung. AfD, Pegida und selbst ernannte Wutbürger bedienen sich dabei eines Vokabulars, das an die Nazizeit erinnert. Begriffe wie völkisch, Altparteien und Lügenpresse sind nur einige Beispiele, die direkt aus dem „Völkischen Beobachter“ stammen könnten. (Der Völkische Beobachter war bis April 1945 das publizistische Parteiorgan der NSDAP.)

Sinne schärfen

So sollten uns die fürchterlichen Ereignisse vom 9. November 1938 nicht nur eine mahnende Erinnerung sein, sondern sie sollten auch unsere Sinne schärfen gegen Unrecht, Gewalt und Rassismus.

Am 16. November 2015 versammelten sich tausende Oelder zu einer Gegendemonstration einer Ausländerfeindlichen Gruppierung Foto: Torsten Schwichtenhövel

Am 16. November 2015 versammelten sich tausende Oelder zu einer Gegendemonstration einer Ausländerfeindlichen Gruppierung
Foto: Torsten Schwichtenhövel




Löschzug Menninghausen quittiert den Dienst

Der Löschzug Menninghausen lässt wahrlich nichts anbrennen. Nach der Bekanntgabe durch den Oelder Bürgermeister, dass die Fusion der Löschzüge Lette und Menninghausen eine „1-A Lösung“ sei, haben von 15 Freiwilligen und einem Berufsfeuerwehrmann 15 Freiwillige gekündigt.

Die Kollegen gaben am Mittwoch, dem 30.06.2016, alle Kleidungsstücke und Gerätschaften am Gerätehaus ab.

Das Gerätehaus am Landhagen

Das Gerätehaus am Landhagen

Laut den uns vorliegenden Informationen vom Löschzug Menninghausen wurde am letzten Dienstag, dem 28.06.2016,  über das Gutachten und das Gutachten des Löschzugs  bei einer Sitzung debattiert. Die freiwilligen Helfer sind die Strecken abgefahren und haben die Zeiten gestoppt. Hier gab es laut Aussage Abweichungen zum Gutachten der Stadt Oelde. Eine erhoffte Wende für die freiwilligen Feuerwehrleute konnte dennoch nicht herbeigeführt werden.

Hintergrund.

Der OELDER ANZEIGER deckte am 14.06.2016 auf: Der Löschzug Menninghausen mit Standort am Landhagen in Oelde steht vor der Auflösung. Ein Gutachten (beauftragt durch die Stadt Oelde) aus dem letzten Jahr soll ergeben haben, dass in Lette ein neues Gerätehaus gebaut werden müsste. Der ideale Standort soll hinter der WBV zwischen Lette und Oelde liegen.

Sollte dieses Gerätehaus errichtet werden, würde dies gleichzeitig das Ende für den Löschzug Menninghausen bedeuten. Wir trafen uns mit den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten des Löschzugs und fingen die Stimmung ein. 

Eigentlich sollte während unseres Besuches die wöchentliche Übung der freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer des Löschzugs 3 stattfinden. Stattdessen war die gesamte Mannschaft im Besprechungsraum mit wahrlich langen Gesichtern versammelt. Grund der schlechten Stimmung war die Ungewissheit über die Zukunft des Löschzuges, berichtete uns Löschzugführer Dirk Buttermann.

Dirk Buttermann, Löschzugführer Menninghausen

Ernste Gesichter beim Löschtrupp

Irgendwo zwischen Lette und dem Landhagen soll lt. Gutachten ein geeigneter Standort für das Letter Gerätehaus sein. Quelle: Google Maps

Viele fürchteten, dass das neue Gerätehaus an den Standort Lette kommen würde und damit die Geschichte des 95-jährigen Löschzugs Menninghausen beendet sei. (Anmerkung der Redaktion: Am Samstag, den 11. Juni 2016, feierten sie diesen). Einige der Feuerwehrleute stehen dort bereits in der dritten Generation ihren Mann. Ein Marionettenspiel einer möglichen Personal-hin-und-her-Schieberei der freiwilligen Helfer stößt hier dermaßen bitter auf, dass die Kameraden, wenn es so kommen würde, kollektiv die Arbeit bei der Feuerwehr beenden wollten. Somit wäre Oelde um 16 aktive Kameraden ärmer.

Es waren nicht alle Kameraden anwesend. Dies sollte jedoch eins der letzten Gruppenfotos darstellen.

Warum ein Ausstieg?

In dem Gespräch mit den Kameraden wurde uns schnell klar, dass es sich beim Löschzug Menninghausen nicht nur um eine Gruppe handelt, sondern eher um eine Familie. Die Art, wie untereinander gesprochen wird, zeugt von Vertrautheit.

Nach Umbau eines Fahrzeuginnenraums

Mit einem lachenden und einem traurigen Auge berichteten uns die Männer, wie sie selber Fahrzeuge reparierten oder speziell umbauten. Der Abbruch der Stimmung und die Quittierung des Dienstes könnte jedenfalls nachvollzogen werden. Jahrzehntelang wurde hier ehrenamtlich der Brandschutz betrieben.

Übungen am PkW

Stimmen der Kameraden

Würde gemäß dem Gutachten Menninghausen aufgelöst, werde der gesamte Löschzug auseinander gerissen, so Herr Buttermann. Ein Teil würde nach Lette gehen müssen und ein anderer Teil zur geplanten neuen Stadtwache.

Ein Kamerad wirft ein, wenn die Wache aus der Stadt zum neuen Standort an der Wiedenbrücker Straße zöge, die Personalstruktur nach Aussage des Gutachtens umverteilt werden müsste. Kollegen aus den Gebieten Nienkamp, Overbergstraße, Westring, Stadtzentrum müssten gemäß Gutachten wahrscheinlich auf den Löschzug Ahmenhorst verteilt werden. Dies ist aktuell bei dem Gutachten überhaupt nicht berücksichtigt worden.

Die letzten Jahre ist es bisher immer so gewesen, dass wir hier am Standort Menninghausen mit 16 Aktiven die Arbeiten gut erledigt haben. Laut dem Gutachten sollten es nun aber 26 sein, um effektiv arbeiten zu können.

Würde im Vorfeld eine objektive Bereinigung der Wohnorte der Feuerwehrleute in Oelde stattfinden, würden bereits viel mehr Kameraden dem Standpunkt Menninghausen angehören, so eine Kameradin.

Ersthelferlehrgang

Ein anderer Feuerwehrmann legte am Beispiel der Anfahrt dar, wenn Kollegen auf den eventuellen neuen Standort in Lette verteilt werden, diese sehr wahrscheinlich mit überhöhter Geschwindigkeit erst nach Lette eilen müssen (womöglich noch am Brand vorbei), um dann von Lette wieder zurück nach Oelde zu fahren, um dort zu löschen.

An dem besagten Termin hofften die Kameraden/innen auf eine gute Lösung, damit der Löschzug Menninghausen weiter bzw. oder komplett als Team bestehen bleiben kann.

Erst vor kurzem hat der Löschzug Menninghausen eindrucksvoll gezeigt, dass er innerhalb von 7 Minuten nach der Alarmierung bei dem PKW-Brand in der Delpstraße noch vor der hauptamtlichen Feuerwehr vor Ort war.

Die Geschichte geht nicht gut aus

Dirk Buttermann berichtete dem OELDER ANZEIGER am 13.06.2016 im Telefonat, wie er am selbigen Datum zum Bürgermeister geladen wurde. Dieser hatte das besagte Gutachten zusammen mit dessen Ersteller noch einmal erörtert und Herrn Buttermann seinen Standpunkt vermittelt.


Der Löschzugführer berichtete uns weiter, dass er gemeinsam mit den anderen Löschzugleitern in Oelde über das Gutachten informiert wurde. Der Bürgermeister stehe voll und ganz hinter diesem, so Buttermann.

Alle meine Einwände wurden nicht gehört, man konnte sagen was man wollte. Selbst die Einwände der anderen Löschzugführer prallten ab! Diese prangerten ebenfalls die dann nicht mehr haltbare Alarm- und Anrückeordnung an,

teilte uns Dirk Buttermann mit.

Hier der Löschtruppführer fröhlich vor der traurigen Nachricht am Gerätehaus

Somit steht für den Löschzug Menninghausen fest, dass es hier sich sehr wahrscheinlich nur noch um eine Formsache handelt, bis die Auflösung offiziell verkündet wird.




Löschzug Menninghausen vor dem Aus?

Der Löschzug Menninghausen mit Standort am Landhagen in Oelde steht vor der möglichen Auflösung. Ein Gutachten (beauftragt durch die Stadt Oelde) aus dem letzten Jahr soll ergeben haben, dass in Lette ein neues Gerätehaus gebaut werden müsste. Der ideale Standort soll hinter der WBV zwischen Lette und Oelde liegen.

Sollte dieses Gerätehaus errichtet werden, würde dies gleichzeitig das Ende für den Löschzug Menninghausen bedeuten laut Gutachten. Wir haben uns mit den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten des Löschzugs getroffen und haben die Stimmung eingefangen. (Siehe Ende des Berichts)

Eigentlich sollte während unseres Besuches die wöchentliche Übung der freiwilligen Feuerwehr-frauen und -männer des Löschzugs 3 stattfinden. Stattdessen war die gesamte Mannschaft im Besprechungsraum mit wahrlich langen Gesichtern versammelt. Grund der schlechten Stimmung war die Ungewissheit über die Zukunft des Löschzuges, berichtete uns Herr Buttermann.

Dirk Buttermann, Löschzugführer Menninghausen

Ernste Gesichter beim Löschtrupp

Irgendwo zwischen Lette und dem Landhagen soll lt. Gutachten ein geeigneter Standort für das Letter Gerätehaus sein. Quelle: Google Maps

Viele fürchteten, dass das neue Gerätehaus an den Standort Lette kommen würde und damit um den Fortbestand des 95-jährigen Löschzugs Menninghausen (Anmerkung der Redaktion: Am Samstag, den 11. Juni 2016, feierten sie diesen). Einige der Feuerwehrleute stehen dort bereits in der dritten Generation ihren Mann. Ein Marionettenspiel einer möglichen Personal-hin-und-her-Schieberei der freiwilligen Helfer stößt hier dermaßen bitter auf, dass die Kameraden, wenn es so kommen würde, kollektiv die Arbeit bei der Feuerwehr beenden würden. Somit wäre Oelde um 16 aktive Kameraden ärmer.

Es waren nicht alle Kameraden anwesend. Dies sollte jedoch eins der letzten Gruppenfotos darstellen.

Warum ein Ausstieg?

In dem Gespräch mit den Kameraden wurde uns schnell klar, dass es sich beim Löschzug Menninghausen nicht nur um eine Gruppe handelt, sondern eher um eine Familie. Die Art, wie untereinander gesprochen wird, zeugt von Vertrautheit.

Nach Umbau eines Fahrzeuginnenraums

Mit einem lachenden und einem traurigen Auge berichteten uns die Männer, wie sie selber Fahrzeuge reparierten oder speziell umbauten. Der Abbruch der Stimmung und die Quittierung des Dienstes könnte jedenfalls nachvollzogen werden. Jahrzehntelang wurde hier ehrenamtlich der Brandschutz betrieben.

Übungen am PkW

Stimmen der Kameraden

Würde gemäß dem Gutachten Menninghausen aufgelöst werden, würde der gesamte Löschzug auseinander gerissen werden, so Herr Buttermann. Ein Teil würde nach Lette gehen müssen und ein anderer Teil zur kommenden neuen Stadtwache.

Ein Kamerad wirft ein, dass wenn die Wache aus der Stadt zum neuen Standort an der Wiedenbrücker Straße zieht, die Personalstruktur nach Aussage des Gutachtens umverteilt werden müsste. Kollegen aus den Gebieten: Nienkamp, Overbergstraße, Westring, Stadtzentrum müssten gemäß des Gutachtens wahrscheinlich auf den Löschzug Ahmenhorst verteilt werden. Dies ist aktuell bei dem Gutachten überhaupt nicht berücksichtigt worden.

Die letzten Jahre ist es bisher immer so gewesen, dass wir hier am Standort Menninghausen mit 16 Aktiven die Arbeiten gut erledigt haben. Laut dem Gutachten sollten es nun aber 26 sein, um effektiv arbeiten zu können.

Würde im Vorfeld eine objektive Bereinigung der Wohnorte der Feuerwehrleute in Oelde stattfinden, würden bereits viel mehr Kameraden dem Standpunkt Menninghausen angehören, so eine Kameradin.

Ersthelferlehrgang

Ein anderer Feuerwehrmann legte am Beispiel der Anfahrt dar, wenn Kollegen auf den eventuellen neuen Standort in Lette verteilt werden, diese sehr wahrscheinlich mit überhöhter Geschwindigkeit erst nach Lette eilen müssen (womöglich noch am Brand vorbei), um dann von Lette wieder zurück nach Oelde zu fahren, um dort zu löschen.

An dem besagten Termin hofften die Kameraden/innen auf eine gute Lösung, damit der Löschzug  Menninghausen weiter bzw. oder komplett als Team bestehen bleiben kann.

Erst vor kurzem hat der Löschzug Menninghausen eindrucksvoll gezeigt, dass er innerhalb von 7 Minuten nach der Alarmierung bei dem Pkw-Brand in der Delpstraße noch vor der hauptamtlichen Feuerwehr vor Ort war.

Die Geschichte geht nich gut aus

Dirk Buttermann berichtete dem OELDER ANZEIGER am 13.06.2016 im Telefonat, wie er am selbigen Datum  zum Bürgermeister geladen wurde. Dieser hatte das besagte Gutachten zusammen mit dessen Ersteller noch einmal erörtert und Herrn Buttermann seinen klaren Standpunkt hierzu vermittelt.


Der Löschzugführer berichtete uns weiter, dass er gemeinsam mit den anderen Löschzugleitern in Oelde über das Gutachten informiert wurde. Der Bürgermeister stehe voll und ganz hinter diesem, so Buttermann.

Alle meine Einwände wurden nicht gehört, man konnte sagen was man wollte. Selbst die Einwände der anderen Löschzugführer prallten ab! Diese prangerten ebenfalls die dann nicht mehr haltbare Alarm- und Anrückeordnung an,

teilte uns Dirk Buttermann mit.

Hier der Löschtruppführer fröhlich vor der Nachricht am Gerätehaus

Somit steht für den Löschzug Menninghausen fest, dass es hier sich sehr wahrscheinlich nur noch um eine Formsache handelt, bis die Auflösung offiziell verkündet wird.




Klimaschutzwoche in Oelde

Während viele Oelder Party-Bürger eher der Veranstaltung May Day am kommenden Wochenende entgegenfiebern, um Live-Musik zu hören, sollte ein Event mit Zukunft nicht außer Acht gelassen werden. Am Sonntag, den 05.06.2016, startet die Klimaschutzwoche parallel zum verkaufsoffenen Sonntag und vielen anderen konsumgelenkten Aktionen in der Oelder Innenstadt.

Bei der Klimakonferenz in Paris 2015, haben sich  alle Staaten der Erde entschlossen, die Erderwärmung auf unter 2°C zu beschränken. Somit sollten die CO2 ausgestoßenen Gase im Jahr 2050 fast auf null geschrumpft sein.

Viele Leser werden sich nun bestimmt fragen was wir in unserem kleinen Städtchen Oelde daran überhaupt ändern können, bzw. überhaupt gegensteuern können und machen wie gewohnt weiter.

Genau hier greift jedoch das Klimaschutzkonzept an und macht in einer Woche voller Aktionen in und um Oelde sichtbar und verständlich, wo es Ansätze gibt, etwas zu verbessern.

Foto © Stadt Oelde http://www.oelde.de/page.php?p=19526

Stefanie GröneFoto © Stadt Oelde http://www.oelde.de/page.php?p=19526

Frau Stefanie Gröne, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Oelde, hat hierzu zusammen mit anderen Kommunen ein ausführliches Programm aufgestellt, wovon wir nun den Oelder Bereich vorstellen.

In der Stadtbücherei Oelde kann man sich am Medientisch zu den Themen Klimaschutz, energetische Gebäudesanierung und erneuerbare Energien informieren zu den gewohnten Öffnungszeiten.

Am 04.06.

geht es dann sportlich und ohne CO2- Ausstoß auf die Klima-Radtour Oelde / Auftakt zum Stadtradeln 2016. Der ADFC Oelde (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) bietet den Teilnehmern eine geführte Radtour rings um Oelde mit Besichtigungen von Anlagen zur Erzeugung von Energien an. Die Tourlänge beträgt ca. 25 km und führt durch die Bauernschaften. Ein Abschluss ist ebenfalls mit eingeplant.

Zeit: 14.00 Uhr – 18.00 Uhr, Treffpunkt Rathaus Innenhof Oelde

Anmeldung unter: Stefanie.Groene@Oelde.de

Telefon: 02522 / 72463

Solaranlage in der Bauernschaft Bergeler

 

Am 05.06.

Beispiel von Werner Schuberts Elektro-Fahrzeugen

wird der Oelder Marktplatz in der Zeit von 13.00 – 18.00 Uhr zur Klimaschutzzone erklärt. Es wird Informationen zu erneuerbaren Energien, Energieeinsparungen und die Mobilität von morgen kann erprobt werden.

Werner Schubert wird Interessierte seine Elektro-Fahrzeuge probefahren lassen und ebenfalls beratend zum Thema E-Roller und Segways bereitstehen.

Am 06.06.

Auf dem Gelände der Gesamtschule in Oelde geht es dann weiter mit anschaulichen Modellen zu alternativen Energien wie Wind, Solar, Brennstoffzelle und Holz.

2016-05-29-Muehlrad Park

Eine der ältesten Energielieferanten in Oelde kann am Klipp Klapp-Museum gesehen werden

Zeit: 08.00 Uhr – 14.00 Uhr

Anmeldung unter: Stefanie.Groene@Oelde.de

Telefon: 02522 / 72463

Am 07.06

Gerade erst wiedereröffnet, mischt das Kindermuseum Klipp Klapp auf dem Gelände des Vier-Jahreszeiten-Parks ebenfalls kräftig mit. Bei der Klimaschutzwoche wird jungen Forschern und Entdeckern erklärt, wie das Wetter funktioniert und was Wind- oder Wasserkraft ist. Dabei werden die Kinder nicht nur medial berauscht, sondern aktiv gefordert auszuprobieren.

Zeit: 14.00 – 18.00 Uhr im Vier-Jahreszeiten-Park

Wie Biogas aus Wildpflanzen entsteht, erfährt man am gleichen Tag auf der Wildpflanzenwiese des Hofes Müller, Zum Kranenfeld 16, Oelde-Keitlinghausen

Zeit: 18.00 Uhr

Anmeldung unter: Stefanie.Groene@Oelde.de

Telefon: 02522 / 72463

Am 08.06

geht es um die Altbausanierung anhand eines Sanierungsbeispiels. Dieser Termin sollte für alle interessant sein, die gerade ein Haus gekauft haben oder planen eins zu kaufen.

Anmeldung unter: Stefanie.Groene@Oelde.de

Telefon: 02522 / 72463

Am 09.06

geht es um die Solarenergie an einem Informationsabend für alle Hauseigentümer, Handwerker und Gewerbetreibende. Die EVO und Herr Hantmann (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.) berichten über aktuelle Techniken und Möglichkeiten.

Treffpunkt: Oelder Brauhaus

Zeit: 20.00 Uhr

Anmeldung unter: Stefanie.Groene@Oelde.de

Telefon: 02522 / 72463

Die Sonnenenergie lässt nicht nur Getreide wachsen

 

Am 10.06

Zusammen mit der EVO gibt es einen Informationsstand zum Thema Solarpotenzialkataster (hier ein Beispiel der Gemeinde Ostbevern) auf dem Oelder Wochenmarkt. Hier können Oelder Bürger erfahren, wie viel Energie aus Sonne sich auf ihrem Hausdach produzieren lässt.

Ende der Energiewoche am 11.06.

Die Energiewoche wird mit einer gemeinsamen Radfahrt zum Sassenberger Feldmarksee beendet. Dabei begleitet wieder der ADFC Oelde. Die Fahrt wird von ca. 10.00 – 18.00 Uhr dauern. Eine Mittagspause ist eingeplant und der Abschluss wird im Oelder „Zum Geisterholz“ (in gewissen Kreisen auch Hui Buh genannt) sein.

Treffpunkt Radstation Oelde

Anmeldung unter oelde@adfc-ms.de




Oelde bekennt Farbe – Stimmen aus der Bevölkerung

Mit den Worten: „Ich bin stolz auf meine Stadt, wir haben gezeigt das rechte Parolen in unserer Stadt keinen Platz haben. Die Rechten können hier abziehen!“ beendete Florian Westerwalbesloh die Gegenaktion „Oelde steht auf“ am 16. November 2015 auf dem Carl-Haver-Parkplatz in Oelde. 

Hans-Jürgen Netz und Florian Westerwalbesloh

Hans-Jürgen Netz und Florian Westerwalbesloh

Oelde zeigte sich auf der Veranstaltung in bislang einzigartiger Vielfalt von der bunten Seite. Mehr als zweitausend Bürger, Vereine, Fraktionen, Vertreter der Kirchen und Gruppen hatten sich trotz Dauerregens nicht davon abhalten lassen, auf dem Carl-Haver-Platz ein Zeichen zu setzen für ein offenherziges und vorurteilsfreies Oelde unter dem Tenor „Oelde steht auf“.

Oelde steht auf Oelde steht auf

Die Aktion wurde untermauert mit Reden vom Bürgermeister Karl-Friedrich Knop, Pfarrer Karl Kemper, Pfarrerin Melanie Erben, die allesamt deutliche Worte fanden gegen die parallel verlaufende Kundgebung der von Rechtsextremen unterwanderten AfD.

Melanie Erben und Karl Kemper

Melanie Erben und Karl Kemper

 

Zwischen den Reden wurde ein bunter Mix von Musik geboten. Der Stromberger Gospelchor, Trefoil, Malcolm Holmes, das Ambrosius-Haus unterstützten mit ihrer Kunst die Oelder Aktion.

Trefoil spielte vor 2000 Menschen

Trefoil spielte vor 2000 Menschen

Viele Teilnehmer äusserten sich gegenüber dem OELDER ANZEIGER. Einige Stimmen seien hier wiedergegeben.

Die Oelder Stimmen

Sascha Adams: Ich finde es gut, dass sich deutlich mehr Menschen versammelt haben, um für Demokratie und Menschlichkeit zu demonstrieren.

Buntes Oelde

Buntes Oelde

Farid Wagdy: This demonstration shows me that the good people and the people who understand the asylum situation and what we are facing in our countries are more than the people who are against asylum and this gives me personally more confident. It’s really great to accept each other and to work together for better life for everyone.

Oelde steht auf

Das Ambrosius-Haus Oelde machte Stimmung

Frank Handschuhmacher: Oelde ist und bleibt bunt, friedlich haben tausende Bürger unserer Stadt gezeigt, wo sie im wahrsten Sinne des Wortes stehen. Rechter Populismus findet bei den meisten Oelder Einwohnern kein Gehör. Menschen unterschiedlicher Herkunft haben den Afd-Demonstranten lautstark die Stirn geboten. Die Oelder sind friedlich zu Hause geblieben, die Afd-Anhänger wurden in Bussen wieder nach Hause gefahren.

Frank mit Cappi und Farid stehen zusammen und Unterhalten sich

Frank mit Cappi und Farid mit Brille und längerem Haar stehen zusammen und Unterhalten sich

Mesut Mercan: Ich fand die Aktion richtig super. Am besten aber fand ich, dass die Anhänger von der AFD nicht so zahlreich erschienen sind. Auch gut war, dass alles friedlich abgelaufen ist. Oelde hat ein Super-Zeichen gesetzt, da wir mit mehr Leuten da waren. Ich hoffe dass die gemerkt haben, dass wir solche Leute hier nicht tolerieren.

Klartext

Klartext

Elisabeth Libor: Ich war schon sehr beeindruckt, wieviele Oelder sich trotz des Regens auf den Weg gemacht haben, um für ein buntes Oelde Präsenz zu zeigen, und ich bin froh und stolz, ein Teil von ihnen gewesen zu sein.

Oelder Borussen gegen Rechts

Oelder Borussen gegen Rechts

Damian Ehlhardt: Ich war schon zu Beginn begeistert, wie viele Menschen sich für „Oelde steht auf“ versammelt hatten und wie bunt der Carl-Haver-Platz an jeder Ecke strahlte – egal ob durch Scheinwerfer, Knicklichter oder Kerzen. Die Stimmung war durchweg sehr positiv und friedlich und es war ein tolles Gefühl, dass so viele Menschen gemeinsam für Toleranz & Vielfalt einstehen! Außerdem war ich wirklich sehr angetan von den wohl überlegten, verständnisvollen und motivierenden Reden auf der Bühne – vor allem die des Bürgermeisters Herrn Knop hat mich sehr begeistert – er hat einfach genau die passenden Worte gefunden! Ich denke & hoffe, dass wir ein klares Zeichen setzen konnten und bin mit einem absolut zufriedenen, gemeinschaftlichen Gefühl gestern nach Hause gegangen!

Oelde steht auf

Melanie Ferrigno: ich fand es wunderschön zu sehen, dass in Oelde noch die Menschlichkeit zählt! Gemeinsam waren wir gestern stark und haben ein deutliches Zeichen gesetzt! Das werden wir so schnell nicht vergessen!

Oelde steht auf

Dimitros Pitsoukas: Oelde hat gezeigt, dass wir zu Europa und der Welt gehören … trotz schlechtem Wetter war Oelde bunt und offen. Ich fand es gut, dass verschiedene Vereine und Kulturen zusammengekommen sind und ein Fest daraus gemacht haben.

Es war gerammelt voll

Es war gerammelt voll

Malcolm Holmes: “I have always fought for what is right. I have always known what is right and what is wrong. My Grandfather fought against fascism in WW 2. When the call came to demonstrate against AFD (Alternative für dumme) I had to go.

However, I’ve been living here for 34 years working for Westfalia Separator and demonstrating has not been one of Oeldes strengths. It was of course pouring down with rain so my hope of it being a success was declining. Then I arrived at the event and I found myself saying “WOW” yes I said WOW.

I was sssooo moved by the passion and determination regardless of the weather. The team who organized the event did a top job, so too the police. I felt that those on the car park were all one body. All with the same intension not to let fascism get a foot hold in Oelde.

I met many friends at the event as we stood shoulder to shoulder. Then my friends from Trefoil jumped on the stage and then followed by myself (wasn’t really planned and I think I got on the nerves of the organization team because I really wanted to do something). I chose to sing “You’ll never walk alone” acapella, which I thought would best suit such an event. 2015-11-16-Demo 199It was so moving to have the crowd singing it with me. I was deeply moved.”

As I mentioned before I sung. I am English and very proud to be but, I am just as proud to be an Oelder.”

Malcolm Holmes

Malcolm Holmes

Renate Ohl: Ich war auf der Demo und fand es höchst erfreulich, dass sich so viele Menschen trotz des scheußlichen Wetters eingefunden haben. Ich habe im Bekanntenkreis einige Leute, die sich sehr kritisch über Flüchtlinge äußern – und so wenige sind das gar nicht – und diese als angebliche „Angst“ dargestellte Ablehnung finde ich bedenklich. Ich sehe nicht, wieso wir hier in Oelde Angst haben müssten. Nach den schrecklichen Attentaten in Frankreich fängt man allerdings an nachzudenken.

Oelde steht auf

Torsten Hemkemeier: Ich fand es eine rundrum gelungene Veranstaltung, die gezeigt hat, dass Oelde es sich nicht gefallen lässt, wenn die AFD sie zu Ihrer Bühne machen möchte. Am meisten hat mich beeindruckt, dass hier alle Parteien und kirchlichen Organisationen nebeneinander gestanden haben. Wenn es wichtig ist, ziehen doch alle an einem Strang!