Eislauf mit Beigeschmack im Vier-Jahreszeiten-Park

Seit dem 14. Dezember findet zum siebten Mal in Folge im Vier-Jahreszeiten-Park das Event der Eisbahn statt. Groß und Klein kann hier bis zum 6. Januar vergnügt Schlittschuh fahren.Auf der ca. 500 m² großen Eisfläche können sich Schlittschuhbegeisterte dem Gleiten hingeben.

Dabei sind Jugendliche Freitagsnachmittag ab 15:00 Uhr zur „Disco on Ice“ eingeladen. Die Jugendlichen können hier Ihre Musikwünsche äußern und dazu auf dem Eis „abzappeln“. Eine Familienhitparade folgt am Sonntag. An den zwei Donnerstagen erfolgt die Beschallung mit dem Besten aus den 70er und 80er Jahren. Eishockeyfans kommen mit drei Spielzeiten am Abend auf ihre Kosten.

In einem Zelt wird für das leibliche Wohl gesorgt. Schlittschuhe können ausgeliehen werden.

Wermutstropfen an der eigentlich schönen Aktion ist der Eintrittspreis. Besitzer der Parkkarte 2012 müssen zusätzlich Eintritt bezahlen. Die Glücklichen, die bereits 2012 Ihre Parkkarte für 2013 erworben haben, können kostenfrei auf die Eisbahn. Ganz nach dem Motto: Doppelt gemoppelt hält wohl besser!

Für finanzschwächere Familien oder Kinder ist das eine unschöne Angelegenheit. Die Tageskarte kostet 5,- €. Dies ist alles nachzulesen in der Sonderbeilage von der Tageszeitung: Die Glocke. Diese Sonderbeilage liegt unter anderem auch beim Forum Oelde aus.

Hierzu war der OELDER ANZEIGER, vertreten durch Torsten Schwichtenhövel, vor Ort und hat die Besucherinnen und Besucher um Meinung gefragt.

Herr Fetter, Opa von Julia und Alex Fetter, findet, dass es eine Sauerei sei, wenn man trotz des Besitzes der Parkkarte 2012 noch extra Eintritt zahlen muss. „Wir sind doch noch in 2012 und noch nicht in 2013“ war die Aussage.

2012-12-21-Eisbahn Fetter

Von links: Julia, Alex und Vater Fetter
Foto: © Torsten Schwichtenhövel

Die jugendlichen Damen Franziska, Leonie, Katja und Lisa im Alter von 15 – 16 Jahren berichten, dass es mit dem Taschengeld eng wird, wenn man zweimal fahren will. Eine Eiszeit und dann noch das Ausleihen der Schlittschuhe sprengt sehr schnell ihren Taschengeldrahmen. Dieser beläuft sich auf 25 – 35 €. Es sei unfair, dass 2013-Kartenbesitzer kostenfrei fahren dürfen. Oft bleibt dann nur der Platz an der Bande als Zuschauer übrig. Weiter wurde bemängelt, dass an einem Freitagabend um 20:00 nix mehr los sei.

Herr Mimmo Vicari mit seinen Kindern Anna, Dennis und Miray findet es ungerecht, dass man gezwungen ist, sich die Karte 2013 schon im Vorfeld zu kaufen um so Geld zu sparen. Die zehnjährige Anna findet dies ebenfalls doof. Herr Vicari würde eine Regelung vom 1.1 – 31.12. vorziehen und für gerechter halten.

Von links: Dennis, Anna, Miray und Herr Mimmo Vicari

Von links: Dennis, Anna, Miray und Mimmo Vicari
Foto: © Torsten Schwichtenhövel

Andreas Lücke, Jeremias Bernts, Jan Jörner, Alexander Iwanek und Dominic Elliott finden die Parkkarte OK. Andreas geht bereits arbeiten und kauft sich die Karte. Die anderen bekommen sie von den Eltern geschenkt oder bekommen das Eintrittsgeld. Die Karte fürs Jahr sehen sie als OK an, da Sie diese auch zum Schwimmen nutzen.

2012-12-22-Eisbahn Jungen Herren

Von rechts: Dominic, Alexander, Jan, ohne Namen, ohne Namen, Andreas.
Foto: © Torsten Schwichtenhövel

Diese jungen Herren können sich glücklich schätzen. Sozial schwächere Familien und oder Kinder sind eventuell nicht mit einer Familienkarte gesegnet.

Die Herren Ralf Westphal und Ingo Krüger sowie Frau Claudia Thoelma mit Ihren Töchtern haben hier noch interessante Ansätze: Sie schlagen eine Jahreskartenregelung vom ersten November bis ersten Dezember vor. Da sei schließlich auch die Parksaison vorbei und der Erwerb der Karte 2013 wäre somit fairer. Das könne doch ähnlich sein, wie die Kartenregelung für die Bundesliga.

2012-12-22-Eisbahn Krueger Westphal Tholema

Von links: Ingo Krüger, Claudia Tholema, Ralf Westphal sowie die Töchter
Foto: © Torsten Schwichtenhövel

Ralf Westphal kritisiert, dass der Eintritt ohne Karte für groß und klein gleich sei. Hier sollte es für die Kinder günstiger sein. Ingo Krüger ist der Ansicht, dass fünf Euro nicht zu viel sind. Die Technik, die Bahngröße und das Drumherum sei einfach toll. Oelde kann sich glücklich schätzen, so eine Bahn zu haben. Dies müsse auch alles bezahlt werden. Wenn seine Kinder dann noch Hunger oder Durst haben, bekommen diese für die Verköstigung extra Geld mit.

Herr Westphal verweist auf finanziell schwächere Familien, die nicht in Lohn und Brot stehen. Diese wollen doch auch auf der Eisbahn fahren und keinen Stempel bekommen mit der Aufschrift „sozial schwach“.

Schließlich konnten wir den Lebenspartner von Schauspielerin Rhea Harder, Jörg Vennewald, zu der Thematik interviewen. Er findet es unfair, wenn Besitzer der Parkkarte 2012 zusätzlich zahlen müssen, während die glücklichen Besitzer von 2013 kostenfrei aufs Eis dürfen. Sein Vater, Günter Vennewald, vertritt die gleiche Meinung und sieht es als unfair an.

2012-12-22-Eisbahn Rhea Harder

Schauspielerin Rhea Harder auf Oelder Eisbahn
Foto: © Torsten Schwichtenhövel

Rhea Harder, bekannt als Polizistin aus der Serie Notruf Hafenkante oder Gute Zeiten, Schlechte Zeiten, hat auf der Eisbahn das Schlittschuhfahren genossen, während die Familie zuschaute. Der OELDER ANZEIGER durfte die Oelde-Besucherin fotografieren.

OELDER ANZEIGER zieht ein Resümee

Die Eisbahn mit dem vielen Drumherum, Licht, Tonanlage und Verköstigung sowie ihre Größe ist toll! Hier verweisen wir auf unseren Anzeiger TV Kanal. Natürlich entstehen hier Kosten, die gedeckt werden müssen.

Wenn wir aber einige Jahre zurückdenken an den Mühlenteich, wo jeder, der das Eisvergnügen suchte, einfach auf den zugefrorenen Teich ging, ist dieses ein knappes Jahrzehnt später nur einem zahlungsfähigen Kreis vergönnt. Vielleicht hat Mutter Natur ja ein Einsehen und segnet uns mit winterlicher Kälte, so dass auch finanzschwächere Familien ihre Eislauferfahrungen auf einem zugefrorenen Tümpel sammeln können. So wie es früher einmal war.

Nachtrag:

Auf Basis der guten Kritik von Herrn Frank Ossenbrink hier im Anzeiger , veröffentlichen wir hier nun den Gesprächsinhalt des Telefonats von Meik Libor, Bürger aus Oelde, und dem Forum Oelde. Der Oelder Anzeiger darf Meik Libor Zitieren.

Ich habe dort angefragt, ob es richtig ist, dass es den vergünstigten Eintritt nur mit der Parkkarte 2013 gibt. Dies wurde mir von Herrn Rettig bestätigt. Es war in den Vorjahren immer so. Darauf habe ich gefragt ob dies in den Geschäftsbedingungen oder wo anders geregelt ist. Dies ist wohl nicht der Fall. Darauf meinte ich dann, dass die Karte 2012 doch bis zum 31.12. auch für die Eisbahn gelten müsse, da der Park doch auch bis dann mit der Karte nutzbar ist. Das ist aber nicht der Fall da man das irgendwann so entschieden hätte. Meine Sichtweise wäre bestimmt nicht falsch, das Vorgehen vom Forum ist aber auch korrekt, da man die Parkkarte 2013 ja fördern will und die Besitzer der Karte 2012 ja letztes Jahr die Möglichkeit der frühen Nutzung hatten. Darauf entgegnete ich, aber nur wenn man auch schon frühzeitig im Besitz der Karte sei. Darauf erhielte ich die Antwort: Stimmt.
Es war ein sehr freundliches Gespräch, aber ohne einen zufriedenstellenden Konsens, da das Forum offenbar nicht vor hat hieran etwas zu ändern.

Der Oelder Anzeiger dankt Herrn Libor für die Berichtserstattung.

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6 thoughts on “Eislauf mit Beigeschmack im Vier-Jahreszeiten-Park

  1. Ich finde den Artikel ein wenig unausgewogen. Ich hätte es schöner empfunden wenn auch jemand vom Forum die Gelegenheit gehabt hätte Stellung zu nehmen warum die Preise so sind und die Jahreskarte als Saisonkarte (gibt es ja faktisch seit Jahren, solange die Eisbahn kommt) verkauft wird. Meiner Meinung nach sollte der Park eh für alle zugänglich sein. Dann müßten Freibad und Eisbahn von jedem bezahlt werden und würden nicht über die Parkkarte und den Oelder Haushalt (Forum Haushalt) subventioniert.

  2. Hallo Frank, Danke für die Kritik. Diese nehmen wir natürlich an und haben bereits nachgebessert durch die Informationen von Meik Libor.

  3. Ginge man strikt nach dem Datum, würde sich wohl jeder Schlittschuhläufer genötigt sehen, zwei Parkkarten für die Eisbahn-Zeit zu kaufen. Eine Karte (Jahreskarte 2012) für die Zeit vom 14.12. – 31.12.2012 und eine weitere (Jahreskarte 2013) für die Zeit vom 01.01.-06.01.2013 ! Die zweite Karte wäre sicher ein schönes Weihnachtsgeschenk, aber nur für finanziell stärkere Familien.
    Dann ist es doch gut, dass man nur eine Karte pro Eisbahn-Zeit kaufen muss. Man weiß ja nie, ob man die neue Karte auch im nächsten Jahr nutzen wird/kann!

    • Hallo Bene,
      vielen Dank für Ihr Kommentar. Das Argument “ Man weiß ja nie, ob man die neue Karte auch im nächsten Jahr nutzen wird/kann!“ bringt es auf den Punkt.

      Was ist zum Beispiel mit Abiturienten oder Auszubildenden die aus Oelde zum Studiums- oder zum Arbeitsplatz von Oelde Anfang/ Mitte 2013 wegziehen?

      Diese können dann eine Tageskarte kaufen weil die neue Jahreskarte sich nicht mehr Rechnen wird? Bekommen die 2013er Karte geschenkt weil das Geld in der Familie ist? Oder stehen an der Bande und schauen zu? Kratzen Ihr Taschengeld zusammen um ein- zweimal dabei zu sein wie die jungen Damen aus dem Interview?

      Geregelt vom 1.1.2012 – 31.12.2013 oder wie die beiden Herren aus dem Interview, Herr Krüger und Herr Westphal vorgeschlagen haben es ähnlich wie bei der Bundesliga zu machen, wäre fairer.

      Für die Margeriten- Kirmes kauft man schließlich nicht auch einen Monat zuvor die Fahrkarten für den Autoskooter oder den Musikexpress! Dies stelle ich hier nun zum Schluss mal so hin.

      Nochmals vielen Dank für Ihr Kommentar.

  4. Da wir einen angespannten Haushalt haben, frage ich mich, ob die Eintrittskosten und die Verleihgebühren die Kosten (samt Strom, etc.) komplett decken! Wenn es nicht so sein sollte, bitte die Eisbahn entweder abschaffen, oder die Gebühren erhöhen! Denn es kann nicht aus dem Stadtsäckel zugeschossen werden, wenn eigentlich gespart werden müßte! Warum ist die Bücherei sonst Freitags nachmittags geschlossen? Sparen tut weh, muss aber sein. Wann fängt Oelde endlich an?

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