Galerie Oelde öffnet seine Pforten

Das ehemalige Herz- und Schandstück der Oelder Innenstadt, das alte Kaufhaus, wurde für einen Neuanfang abgerissen. Unter den Namen Kaufhaus Oelde Mitte, Dornheim und Schulze oder B&O war das Objekt in den vergangenen Jahrzehnten bekannt. Was bringt der Neuanfang für Oelde, wie sieht es die Geschäftswelt?Das neue Einkaufszentrum „Galerie Oelde“ befindet sich auf der Zielgeraden. Am 1. Oktober öffnen sich die Türen für die Kunden.

Am 1. Okober öffnen sich die Pforten zum neuen Konsumtempel in Oelde

Doch bis zu diesem Punkt war es ein weiter Weg. Das alte Gebäude stand bereits seit  Jahren leer. Eine Suche nach einem Investor hatte viel Zeit in Anspruch genommen und als dann letztendlich die Baupläne genehmigt waren, konnte der alte Bau abgerissen werden.

Das alte Gebäude wurde platt gemacht

In vielen Arbeitsstunden, samstags sowie sonntags, entstand nun das neue Gebäude, das auf den Namen „Galerie Oelde“ hören wird. Der OELDER ANZEIGER war während der letzten Bauarbeiten vor Ort und konnte erste Aufnahmen von dem Innenleben einfangen.

Viele ältere Einwohner werden sich zurückversetzt fühlen, wenn diese über die Rolltreppe in den ersten Stock gelangen können.

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Back to the future bald dank Rolltreppe wieder in Oelde

Das alte Kaufhaus war ebenfalls mit einer dieser Rolltreppen ausgestattet. Für mobilitätseingeschränkte Menschen oder Familien mit Kinderwagen, hilft einem der Fahrstuhl rauf und wieder runter.

Der Lift und der Kabelsalat aus der Decke

Die Aufnahmen zeigen weite leere Räume. Viele Kabel hingen aus den Decken herunter, Lampen fehlten noch und es sah zu dem Zeitpunkt wirklich nicht so aus, als ob die Baustelle  rechtzeitig fertig wird.

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180° Blick ins Obergeschoss

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Links sieht man das Dach, wo einst das Parkdeck war, rechts einen Blick von oben herab auf die Lange Straße

Ab 1. Oktober beherbergt das neue Kaufhaus  C&A,  ROSSMANN,  Ernstings Family sowie einen „Frisör der kleinen Preise“. Ebenfalls kann man dem Tabakkonsum und dem Glückspiel frönen im Lottogeschäft Ormeloh.

Noch lag Sand vor den Türen

Ein kleiner Sparkassenbereich versorgt die Kunden mit frischen Banknoten und letztendlich zieht der Mobilfunkanbieter Base  ins Gebäude ein. In dem angrenzenden Gebäude begrüßt der Discounter Netto seine Kunden.

Die Qual der Wahl

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn den NETTO-Markt zieht jetzt auch die Bäckerei Großerode ein, womit wir  beim leider unschönen Teil angelangen. Wie man der Lokalzeitung  entnehmen konnte, zieht die Bäckerei Großerode nicht mit ins Kaufhausgebäude ein, sondern in den angrenzenden NETTO-Discount. Das Ganze sei aufgrund von Vertragsmissverständnissen mit dem Investor HBB und der Bäckerei Großerode entstanden. Somit steht leider bereits zur morgigen Eröffnung ein kompletter Geschäftsraum leer. Wenn man sich die Firmenseite der HBB und deren Geschichte anschaut, ist es  merkwürdig, dass bei einem Profiunternehmen wie diesem, eine wichtige Vertragsangelegenheit  nicht sauber abgestimmt wurde.

Der OELDER ANZEIGER hat einige Bürger befragt, wie Sie zu dem neuen Kaufhaus stehen. Die Bürger freuen sich darauf, dass bald wieder mehr Leben in die Innenstadt kommt. Alleine durch den neuen Drogeriemarkt versprechen sich viele Leute und Kaufleute in Oelde wieder eine stärkere Belebung der Innenstadt.

Wir haben Geschäftsleute gefragt, wie sie dem neuen Kaufhaus gegenüber stehen. Das Sporthaus Diekemper sowie der Gewerbeverein freuen sich  über das neue Kaufhaus, bemängeln aber die allgemeine schlechte Parkplatzsituation in Oelde. Karina Diekemper hatte dem OELDER ANZEIGER berichtet, das der Hermann-Johenning-Platz, der auch als „Steinwüste“ bekannte Platz vor der Bücherei, sinnvollerweise für zusätzliche Parkplätze ausgebaut werden sollte.

Unter der Woche ein stets selten genutzter Platz

Hierzu gab es in der Vergangenheit bereits eine Ratssitzung  der Stadt Oelde, die den Antrag des Oelder Gewerbevereins abgelehnt hatte. Unter der Woche wird der Platz als überdimensionaler Gehweg genutzt und bei der Stadtkirmes wird regelmäßig das Pferdereiten auf dem Platz aufgebaut. Wie man aber nun der Lokalzeitung am 27. September entnehmen kann, sieht  das beauftragte Planungsbüro Pesch und Partner, den Platz als wichtiges Schlüsselprojekt zur Entwicklung der Innenstadt.

Der EDEKA-Lebensmarkt Junkerkalefeld in der Innenstadt Oelde, vertreten durch den Marktleiter Herrn Hooge, sieht dem NETTO-Discounter gelassen entgegen. Er sagte dem OELDER ANZEIGER , dass sein Unternehmen bereits seit mehreren Monaten einen Service anbietet, die ein Discounter nicht leisten kann. Zusammen mit dem Pizzadienstfahrzeug der Pizzeria ROMA wurde ein Lieferdienst eingerichtet. Ältere, kranke oder  Menschen ohne PKW können bequem beim EDEKA-Markt telefonisch, via Fax etc. ihre Lebensmittelbestellung aufgeben. Das Lieferfahrzeug bringt am Folgetag die Lebensmittel direkt dem Kunden ins Haus. Wegen des  großen Sortiment eines Discounters versichert Herr Hooge, das der Lebensmittelmarkt Junkerkalefeld genau die gleiche Menge an Produkten anbietet wie NETTO.

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Nicht nur mit frischen Gemüse sondern mit knackigen Ideen erreichen Herr Hooge und sein Team vom Edeka Junkerkalefeld den Kunden

Ebenso freuen sich die Angestellten des Modegeschäft „die 5“ darüber, dass bald  wieder mehr Besucher am Carl-Haver-Parkplatz parken und somit durch die Stadt schlendern. Somit erhoffen sich die Angestellten, dass doch der ein oder andere zusätzliche Kunde   in den Laden findet.

Auf mehr Leben in der Innenstadt freuen sich die Einzelhändler

Der OELDER ANZEIGER wünscht der Galerie ein gutes Gelingen und Beständigkeit für die Zukunft. Den Arbeitern, die vor Ort rund um die Uhr geackert haben, zollen wir unseren Respekt.

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