Haus Nottbeck bringt unveröffentlichten Briefwechsel zu Gehör

Bernd Rauschenbach

Bernd Rauschenbach

„Ich kann doch denken, was ich will!!!“ – Gespräche der beiden Geistesgrößen Arno Schmidt und Hans Wollschläger stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung des Literaturmuseums im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde. Mit einer Lesung der Rezitatoren Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten wird die Ausstellung am Sonntag, dem 18. Oktober 2015, um 16 Uhr eröffnet. Gemeinsam lesen sie aus dem unveröffentlichten Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger und zeichnen dabei ein lebendiges Bild der beiden unterschiedlichen Schriftstellerpersönlichkeiten.

Sie waren eines der eigentümlichen Gespanne der deutschen Literaturgeschichte. Auf der einen Seite der berühmte, ja, von vielen vergötterte Arno Schmidt, der mit vielen Preisen ausgezeichnete Sprach-Experimentator und Schöpfer des epochalen Werks „Zettels Traum“. Auf der anderen Seite der 21 Jahre jüngere Schriftsteller Hans Wollschläger. Er war Schmidts bedeutendster Schüler, der später durch seine genialen Übersetzungen von James Joyce „Ulysses“, seinen experimentellen Roman „Herzgewächse oder der Fall Adams“, als Essayist und Karl May-Forscher von sich reden machte. Nach einer schwierigen, nicht konfliktfeien Anlaufphase lernten sich beide schätzen und vereinbarten eine literarische Zusammenarbeit. All dies ist in Briefen niedergelegt, die bislang noch unbekannt waren.

Arno Schmidt

Arno Schmidt

Die Ausstellung „Ich kann doch denken, was ich will!!!“ spürt dieser außergewöhnlichen Autorenfreundschaft nach und macht die Beziehung im Spannungsfeld zwischen wechselseitigem Einfluss und radikaler Eigenständigkeit erfahrbar. Beide Autoren treten – in Form einer Hör-Collage – in einen Dialog, der auf ihrem noch unveröffentlichten Briefwechsel fußt. Das umfangreiche Material bietet kurzweilige Begegnungen, angereichert durch O-Töne der Autoren, Erstdrucke und den Blick auf Gemeinschaftsprojekte, unter anderem eine Edgar Allan Poe-Werkausgabe.

Hans Wollschläger

Hans Wollschläger

Die Ausstellung „Ich kann doch denken, was ich will!!!“ – Arno Schmidt und Hans Wollschläger im Gespräch über Karl May, James Joyce und Edgar Allan Poe – ist vom 18.10.2015 bis zum 17.1.2016 im Museum für Westfälische Literatur zu sehen und zu hören.

SO 18.10.2015 | 16.00 Uhr

Lesung zur Ausstellungseröffnung

Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten lesen aus dem Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger.

Eintritt: VVK 9,00 EUR / 7,00 EUR; AK 10,00 EUR / 8,00 EUR

Kartenvorverkauf:

www.adticket.de, Ticket-Hotline (Tel. 0180-6050400)

Die Glocke – Kartenservice (Tel.: 02522-73300)

Forum Oelde (Tel.: 02522-72800)

Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590)

www.kulturgut-nottbeck.de

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