Weihnachtsausstellung Pit Weber

2014-12-01-Pit Weber FarbkastenDer OELDER ANZEIGER hatte die Gelegenheit genutzt, um der Adventsausstellung vom Kunstförderverein Pit Weber beizuwohnen. Das in Oelde bekannte Haus bot Kunstfreunden eine Vielzahl unterschiedlicher selbstgemachter Geschenke passend zur Weihnachtszeit.

Beim Betreten des Ateliers wurde ich wie andere Besucher auch mit den freundlichen Worten „Hallo und komm doch rein. Deine Jacke kannst du hier gerne an der Garderobe aufhängen.“ begrüßt.

Die Spitze eines Kunst-Laien in meiner Person und der damit verbundenen Furcht vor dem wahren Kunstwissenden war so mit einem Schlag gebrochen.

In dem gesamtem Haus hatten viele unterschiedliche Künstler ihre Werke ausgestellt. Einige von den Künstlern waren anwesend und erzählten uns über ihre Arbeiten, doch dazu später mehr.

In einem großen Raum waren Skulpturen, Schalen und Engelsfiguren von der Künstlerin Elisabeth Thüner-Loges aus Oelde ausgestellt.

2014-12-01-Pit Weber Figuren

Auf einer Staffelei konnte man viele kleinformatige Werke vom Künstler Det Schmitt, Jahrgang 1967, sehen, der seit 2004 hauptberuflich Künstler ist. Die „Kunstquadrate“ waren auf ferromagnetische Träger aufgezogen und konnten binnen Sekunden via Magneten z.B. befestigt werden.

2014-12-01-Pit Weber Staffelei 2014-12-01-Pit Weber Ferritkunstplatte

Die kleinen quadratischen Blechschilder wurden mit vielen abgefahrenen Farben, Glasuren und Texturen versehen, die neugierig machten.

Die Goldschmiedin Simone Reinker aus Warendorf bewahrte ihre Schmuckstücke in einer Vitrine sicher auf. Ohrringe, Ketten und Armbänder wurden unter anderem gezeigt.

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2014-12-01-Pit Weber KinetixDer Künstler Jörg Eicken aus Korbach zeigte die sogenannten Kinetix-Objekte, die durch Falttechniken erstellt werden. Eicken studierte an der Hochschule für bildende Kunst in Kassel.

Dekorationsartikel für den Christbaum gab es am Stand von Rainer Brüggenkamp. Hier gab es z.B. Engel, Elche und Sterne aus Holz.

2014-12-01-Pit Weber Dekoartikel Baum

Mechthild Berkenheide aus Oelde-Lette stellte unter anderem tolle Handtaschen, Kuscheltiere, Schals und Mützen aus.

2014-12-01-Pit Weber Filz

Die Oelderin Elisabeth Lewanschkowski stellte ihre Scherenschnitte aus. Es gab z.B. Postkarten mit der bekannten Szene vom Oelder Wind. Frau Lewanschkowski führte uns live vor, wie sie die Scherenschnitte herstellt.

2014-12-01-Pit Weber Lewanschkowski 1

2014-12-01-Pit Weber Lewanschkowski 1Dabei nutze sie eine kleine, sehr scharfe Papierschere, womit sie die Konturen eines Christbaums ausschnitt. Feinere kleine Bereiche schnitt sie mit dem Cuttermesser heraus.

Der Scherenschnitt, welcher pechschwarz ist, wird dann gegengleich auf einem weißen Papierträger angebracht. Das Ergebnis der Karten kann sich sehen lassen und bietet somit wirklich einmalige und individuelle Gruß-, Motiv- Anlass- oder Ansichtskarten von Oelde. Besonders schwer bei dem Scherenschnitt sind die Motive z.B. von Oelder Gebäuden. Hier muss man spiegelbildlich an die Arbeit herangehen, damit die authentischen Szenen auch dem Original entsprechen, erklärte uns die Scherenkünstlerin.

2014-12-01-Pit Weber Heinisch 1Viel Zeit hatte sich Martina Heinisch für den Oelder Anzeiger genommen. Im Atelierraum, dem Treppenhaus, dem Flur und in der oben liegenden Bibliothek stellte diese fantastische Malereien aus.

Die Künstlerin aus Oelde hatte unter anderem Bilder zu Rengays ausgestellt. Ein Rengay ist ein japanisches Kettengedicht aus mehreren Strophen, in dem eine Person eine Strophe vorgibt und ein anderer Künstler dieses Gedicht mit weiteren Strophen füllt. Zwischen den einzelnen Versen wechseln sich die Künstler mit dem Schreiben ab.

Die Künstlerin malte zum Gedicht nach dessen Fertigstellung ein Bild, welches zum Textinhalt passt. Drei von ihren sechs Rengay- Kunstwerken hatte Frau Heinisch ausgestellt. Die Schreiber und Künstler aus Fernost würden ihre Werke für nicht gut befinden, da diese im Gedicht und im Kunstwerk nicht dem japanischen Style entsprechen. Wir sind nun mal keine Japaner und mir fiel eben dieses ein zu meinen Werken, sagte uns Heinisch.

2014-12-01- Pit Weber Rengay

Das Rengay „Gewundene Gasse – neue Wege und Werte finden “ möchten wir hier vorstellen.

Kopfsteinpflaster-

nach der gewundenen Gasse

ein kleiner Hafen


Pfad der Muße und Erkenntnis-

die Schirmeiche umrunden


Brenn-Nesseldickicht

in den Brombeerschatten

langen


Richtung Garz-

Am Ende des Blättertunnels

blinzelt die Sonne


Im Kletterwald-

Von Westen der neue Mond


An den letzten Stufen

umschauen- die Weite

über den Königsstuhl


Martina Heinisch Strophe 1, 3, 5 / Claudia Brefeld Strophe 2, 4, 6

Aber nicht nur auf Rengay-Kunst hat sich die Oelderin spezialisiert, sondern auch auf viele andere Malereithemen.

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Die Kunstausstellung bot noch weit mehr. Eine wundervolle Handarbeit einer Krippe mitsamt Figuren konnte bestaunt und erworben werden. Woll- und Filzmützen, Kindersocken, Kissen, Nikolausfiguren, Tragetüten aus Stoff, Fensterlichter und vieles mehr würden diesen ohnehin schon vollen Artikel zum Bersten bringen.

2014-12-01- Pit Weber Krippe 12014-12-01- Pit Weber Krippe 22014-12-01- Pit Weber Tüte2014-12-01- Pit Weber Filz2014-12-01- Pit Weber Strick2014-12-01- Pit Weber Nikolaus2014-12-01- Pit Weber Magnettafelbild Heinisch2014-12-01- Pit Weber Tonschmuck

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4 thoughts on “Weihnachtsausstellung Pit Weber

  1. Danke für den tollen, ausführlichen Bericht. Schade, dass die Ausstellung schon vorbei ist.
    Nächstes Mal sollten wir das im Vorfeld realisieren.
    Danke, dass Du geschrieben hast, dass man keine Angst vor „Kunst“ bei uns haben muss, dem ist wirklich so.
    Gruß Friederike

    • Hallo Friederike,

      ja die Zeit rennt leider immer viel zu schnell durch die Finger. Vieleicht kann der Kunstförderverein demnächst mit Texten und Informationen aushelfen?

      Vieleicht sind bereits Ausstellungsstücke bekannt und könnten vorab gezeigt werden usw. ?

      LG
      Torsten

  2. Hallo Torsten, danke für dein Interesse an unserer Ausstellung und den tollen Bericht hier im Oelder Anzeiger. Da du auch ein Rengay erwähnst, möchte ich dazu für Interessierte noch etwas Info beisteuern. Das Rengay wurde 1992 von dem US-Amerikaner Gary Gay in Anlehnung an die japanische Renku-Dichtung entwickelt. „Ren“ bedeutet wie im japanischen Wort Renku „verbunden“, das Suffix „gay“ entstammt Gary Gays Nachnamen. Im Unterschied zum japanischen Renku mit seiner strengen Form und dem nicht leicht zu verstehenden Regelwerk ist das amerikanische Rengay einfach konzipiert. Es besteht aus 6 drei- bzw. zweizeiligen Versen und wird von mehreren Teilnehmern im Wechsel geschrieben. Weitere Info findet man unter http://www.deutschehaikugesellschaft.de. Herzlichen Dank an das Team des Oelder Anzeigers, Gruß Martina

    • Hallo Martina, danke und gerne gemacht 🙂
      Vielen Dank auch für die ausführliche Erklärung zu dem Thema Rengay. Ich als Laie habe mich doch selber dabei erwischt, wie ich die Zeilen mehrfach gelesen habe und immer wieder auf das Bild geschaut habe.

      Wo findet man im Bild welche Stelle aus dem Text. Hat was 🙂
      LG
      Torsten

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