Konkurrenz für Amazon

Verschläft der Oelder Handel die Zukunft?

Ratssitzung am 04.06.2018 – 17:45 Uhr

In der kommenden Ratssitzung am 04.06. wird die SPD-Fraktion im Rat einen Antrag einbringen, der im Online Informationssystem der Stadt Oelde hier nachzulesen ist. [Dieses Informationssystem für uns Bürger ist eine großartige Sache, dort kann jeder ausführlich über den Rat, seine Zusammensetzung, die Ausschüsse, die Sitzungen, die jeweiligen Anträge und auch die Protokolle der Sitzungen nachlesen. Alles kostenlos und ohne Registrierung zugänglich.]

In diesem Antrag, der im Folgenden zitiert wird, geht es um die Einrichtung eines Online-Marktplatzes für Oelde:

Antrag der SPD-Fraktion für die Ratssitzung

Im Folgenden der Antrag der SPD-Fraktion

>> Sehr geehrter Herr Bürgermeister Knop,

die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Oelde beantragt, die Erarbeitung eines Konzepts für einen Onlinemarktplatz. Dieses soll in Zusammenarbeit mit dem Oelder Einzelhandel entwickelt werden. Der Onlinemarktplatz sollte im ersten Schritt den Oelder Einzelhändlern die Möglichkeit bieten, ihre Produkte online zu präsentieren und zu verkaufen. Gleichzeitig sollen weitere Serviceleistungen angeboten werden, um digital und lokal zu verknüpfen. So soll es möglich sein, Artikel online zur Abholung oder Anprobe zurücklegen zu lassen. Oder Artikel im Geschäft zu kaufen und sich anschließend bequem nach Hause liefern zu lassen.

Zuletzt hat das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) im Rahmen der „Sozialraumanlayse des Oelder Südens“ den Punkt Versorgung betrachtet. Dabei hat sich ergeben, dass der Bedarf nach einem Lieferservice, vor allem für Lebensmittel, in Oelde besteht. Die SPD-Fraktion greift den Punkt mit diesem Antrag auf und sieht zusätzlich Bedarf einer Digitalisierung des lokalen Einzelhandels, um sich im Umfeld eines zunehmenden Wettbewerbes durch Amazon behaupten zu können.

Die Attraktivierung der Oelder Innenstadt muss das erklärte Ziel der Stadtverwaltung sowie aller Fraktionen im Oelder Rat sein. In Zeiten des zunehmenden Onlinehandels, kann sich der Einzelhandel vor Ort nur durchsetzen, wenn er neben guter Beratung und Produkte auch den Komfort des Onlinehandels anbietet. Mit einem digitalen Marktplatz wird die Verknüpfung zwischen lokalen Angeboten und der digitaler Welt hergestellt. Neben einem gesteigerten Umsatz für die Einzelhändler, kann dies auch zu einer Belebung der Innenstadt beitragen. Die Plattform kann als eine Art Schaufenster dienen und die Nutzer animieren, gezielt die Oelder Innenstadt aufzusuchen.

Nach einer erfolgreichen Anfangsphase mit dem lokalen Einzelhandel, soll das Angebot entsprechend erweitert werden. Eine Möglichkeit ist es beispielsweise, Tischreservierungen für die Oelder Restaurants über die Plattform zu ermöglichen.

Die Stadt Monheim hat mit ihrem Portal „Monheimer Lokalhelden“  (www.atalanda.com/monheim-am-rhein bzw.  www.monheimer-lokalhelden.de) gezeigt, dass solche Konzepte den Handel vor Ort beleben können. Ein weiteres Beispiel für funktionierende Konzepte ist das Portal Lokaso, welches unter anderem von der Stadt Siegen genutzt wird (www.siegen.lokaso.de). <<

Hier versucht die SPD also einen Schritt in die Zukunft der Entwicklung der Stadt Oelde zu tun und eine Antwort auf die sich ständig verringernden Umsätze in den lokalen Geschäften zulasten des Online-Handels zu finden.

Was ist ein Online-Marktplatz?

Doch was ist ein Online-Marktplatz? Der Oelder Handel, und damit auch die Stadt Oelde, ist weder die erste, noch die einzige und auch nicht die letzte Stadt, die unter dem jährlich im zweistelligen Prozentsatz steigenden Umsatz der Onlinehändler leidet. Der bevh, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. mit mehr als 300 Mitgliedern, berichtet ständig von steigenden Umsätzen. Auf der Internetseite t3n.de war am 19.04.2018 zu lesen, dass der deutsche Handel insgesamt für dieses Jahr eine Umsatzsteigerung von 2,00 % bereinigt um die Inflationsrate lediglich 0,20%, prognostiziert, wobei jedoch der Onlinehandel, als Teil des gesamten Handelsumsatzes im Land mehr als 10 % Zuwachs verzeichnen dürfte.

Und da wir Kunden augenscheinlich immer weniger vor Ort einkaufen und immer mehr zum Onlinehandel tendieren bleibt natürlich die Frage, wie es um die Städte, ihre Attraktivität der Innenstädte, aber auch der Einnahmen durch Steuern etc. bestellt sein wird, wenn diese Entwicklung ungebremst fortschreitet.

Hier setzt genau das Konzept des Online-Martkplatzes ein. Dieser Marktplatz ist fast genauso wie ein richtiger Marktplatz in der Stadt, nur eben online. Der im Antrag der SPD genannte Anbieter, die Lokaso GmbH, ist selber kein Handelshaus, sondern ein Tochterunternehmen der Webagentur Billiton GmbH, welches lediglich die Plattform zur Verfügung stellt, auf der gehandelt werden kann. Analog zu eBay oder Amazon, wo jeder seine Produkte verkaufen kann. Diesem Unternehmen geht es also nicht um Oelde oder andere Städte, sondern um den möglichst flächendeckenden Einsatz ihres Produkts.

Screenshot der Händlerseite des Marktplatzes in Siegen

 

Die angebotenen Marktplätze werden, dem Franchise-System ähnlich, von Betreibergesellschaften geführt, die sowohl Ansprechpartner vor Ort, als auch auslieferndes Unternehmen sind. Für die Dienstleistung der Bereitstellung des Marktplatzes bekommt das Softwarehaus einen monatlichen Betrag vergütet, den die Betreibergesellschaft zu bezahlen hat. Diese wiederum vermietet die einzelnen Marktstände an örtliche Händler, die dadurch zum Einen die Möglichkeit haben, sich mit einem in der Stadt einheitlichen Layout immer aktuell präsentieren zu können, ohne hierfür die Infrastruktur aufbieten zu müssen und zum anderen haben die Händler eben auch die Möglichkeit, ihre jeweiligen Produkte direkt vor Ort an die Bürgerinnen und Bürger zu verkaufen und Dienstleistungen anzubieten. Hierfür bezahlt der örtliche Händler die Betreibergesellschaft. Der Einzige, der nicht direkt bezahlen soll, ist der Kunde. Lieferung kostenlos. Soweit das Konzept.

Projekt in Wadersloh und Oelde?

Im Zuge der Recherche fanden wir eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass die Oelder Druckerei R. Festge GmbH bereits im Jahr 2016 mit der Lokaso GmbH einen Vertrag über den Betrieb von 4 Internetkaufhäusern geschlossen hatte. Auf Anfrage des Oelder Anzeigers bestätigte Frau Andrea Stahnke, Geschäftsführerin der R. Festge GmbH den Vertragsabschluss, teilte aber gleichzeitig mit, dass die Vorstellung des Projektes in Wadersloh, wo ebenfalls ein Online-Marktplatz geplant war, auf sehr großes Interesse gestoßen war, sich in Oelde jedoch die Begeisterung des ansässigen Handels in überschaubaren Grenzen gehalten habe.

Die Internetseite MeinWadersloh.de berichtete am 12.04.2017 über die Vorstellung des Projektes in Wadersloh, ebenso erfolgte am 19.04.2017 eine Meldung durch den Gewerbeverein Wadersloh.

Auf diese Veranstaltung in Wadersloh angesprochen, erklärte Frau Stahnke, dass das anfängliche Interesse zwar groß gewesen sei, letztendlich aber leider ein zu geringer Anteil der Wadersloher Kaufmannschaft Bereitschaft gezeigt habe, tatsächlich online aktiv zu werden. Die Wirtschaftsförderung Waderslohs sei allerdings auch später an einer Fortführung des Projekts interessiert gewesen und habe mehrfach nachgefragt, ob es denn weitergehe.

Auch in Oelde  habe man das Projekt des Online-Marktplatzes vorgetragen, jedoch ohne ausreichende Resonanz, so dass die R. Festge GmbH sich mittlerweile von den Plänen zurückgezogen habe und nicht weiter an der Digitalisierung des Oelder Einzelhandels arbeite.

Kein Bedarf des Oelder Einzelhandels?

Ähnliches weiß Hans Preckel zu berichten. Er betreibt die Internetseite Oelde City.

Hier können Oelder Unternehmen eine kostenlose Präsentation platzieren. Seit Ende des Jahres 2016 können Oelder Unternehmen dort aber nicht nur sich selbst präsentieren, sondern auch die Nutzung eines Online-Shops ist vorgesehen, denn nach Aussage von Herrn Preckel in einem telefonischen Interview ist es das Anliegen der Internetseite Oelde-City, dem lokalen Einzelhandel aufzuzeigen, dass sich Offline- und Onlinehandel nicht ausschließen, sondern im Gegenteil ergänzen. Hier sei aber noch sehr viel Aufklärungsarbeit erforderlich, denn viele Händler, nicht nur in Oelde, sähen im Internet lediglich eine Präsentationsmöglichkeit, weniger jedoch eine Verkaufsplattform. Sein Anliegen sei es, diese Verkennung der Möglichkeiten auszuräumen und da er eine Verzahnung von Geschäftslokal in Oelde und einem Onlineshop als unverzichtbar ansähe, habe er die Plattform Oelde-City.de ins Leben gerufen. Vielfach seien einem einzelnen Händler die zusätzlichen Aufwendungen, die Kosten und die Administration eines eigenen Online-Shops zu teuer, zu komplex und zu ungewohnt, als dass er sich ausführlich damit beschäftige. Das jedoch sei keine Option um gegen Amazon, eBay, Zalando Otto und Co. zu bestehen.

Doch warum ein Antrag durch die Politik?

Freundlicherweise hat sich einer der beiden Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Oelde, Herr Florian Westerwalbesloh, bereit erklärt, dem  Oelder Anzeiger zum Antrag und dem Vorhaben einige Fragen zu beantworten.

Oelder Anzeiger: Sehr geehrter Herr Westerwalbesloh, vielen Dank, dass Sie sich als Sprecher der SPD-Fraktion bereits im Vorfeld der Einbringung Ihres Antrags in den Rat bereit erklärt haben, sich unseren Fragen zu stellen und die Bürger zu informieren. Warum stellt die SPD in der kommenden Ratssitzung diesen Antrag?

Florian Westerwalbesloh: Als SPD-Fraktion liegt uns die Entwicklung der Oelder Innenstadt am Herzen. Allerdings spüren auch wir den Wandel zum Onlinehandel. Zukünftig werden wir vor den Toren der Stadt einen Amazon Standort haben. Amazon führt bereits an einigen Standorten die Lieferung am gleichen Tag aus. Der lokale Einzelhandel muss auf solche Entwicklung reagieren und weiterhin am Markt bestehen zu können. Die Sozialraumanalyse des Oelder Südens zeigte aber auch zuletzt einen deutlichen Bedarf an einem Lieferservice für Lebensmittel auf. Ein solcher Onlinemarktplatz trägt dazu bei, örtliche Nahversorgung zu stärken und so Personengruppen mit eingeschränkter Mobilität mit Produkten lokalen Lebensmittelhändler zu versorgen.

Oelder Anzeiger: Was soll dieser Marktplatz bewirken?

Florian Westerwalbesloh: Wir wünschen uns eine Attraktivierung der Serviceleistungen der Oelder Einzelhändler. Eine weitere Möglichkeit lokal einzukaufen wie z. B. Menschen, die nicht mehr so mobil sind oder für (auswärts) Berufstätige, die nicht zu den üblichen Öffnungszeiten in die Innenstadt kommen können.

Oelder Anzeiger: Wer soll Betreiber einer solchen Plattform sein? Kommune und Handel gemeinsam, oder soll es ein Angebot der Kommune an den Handel sein, um die Attraktivität der Stadt zu steigern?

Florian Westerwalbesloh: Hier sind für uns verschiedene Konzepte denkbar. Von einer Eigenentwicklung einer Plattform (Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und der Stadt Oelde) bis zu einer Nutzung einer bestehenden Plattform eines Drittanbieters (hier hätte die Stadt eine Moderationsfunktion und würde ggf. eine Anschubfinanzierung leisten). Wir haben uns bewusst noch nicht auf eine Variante festgelegt, die verschiedenen Möglichkeiten sollen mit dem Handel erarbeitet werden.

Oelder Anzeiger: Ist ein solcher Marktplatz nicht eher eine Aufgabe für die örtlichen Händler, z. B. den Gewerbeverein der Stadt Oelde?

Florian Westerwalbesloh: Eine attraktive Innenstadt mit einem gut aufgestellten Einzelhandel ist ein Anliegen der Oelder Bevölkerung und damit auch die Aufgabe der Stadt. Es sind im Vorfeld private Versuche gescheitert eine solche Plattform in Oelde einzuführen, hier ist nun die Stadt gefragt einzugreifen. Wichtig ist uns, dass die Erarbeitung des Konzepts und auch die spätere Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit den Einzelhändlern erfolgt. Die Stadt muss aber die Aufgabe übernehmen, dieses Projekt konsequent voranzutreiben.

Oelder Anzeiger: Gab es im Vorfeld Absprachen mit den örtlichen Händlern über das Interesse an einem solchen Marktplatz?

Florian Westerwalbesloh: Es sollte zuerst ein politischer Impuls gesetzt werden, um dieses wichtige Thema auf die Agenda zu bringen.

Oelder Anzeiger: Wie Sie in Ihrem Antrag schreiben, gibt es ja bereits andere Städte, die einen Online-Marktplatz zur Verfügung haben. Haben Sie im Vorfeld Ihres Antrags mit den Kommunen über deren Erfahrungen gesprochen?

Florian Westerwalbesloh: Nicht direkt mit den Kommunen, aber zum Teil mit Nutzern von Angeboten in anderen Städten. Außerdem erfolgte eine intensive Recherche von bestehenden Plattformen.

Oelder Anzeiger: Auf der Internetpräsenz der Lokaso GmbH, dem Betreiber des Online-Marktplatzes in Siegen findet man ein Online-Magazin, aus dem hervorgeht, dass es für Oelde bereits ein Projekt gibt. Eine andere Pressemitteilung der Lokaso GmbH vom 17.02.2017, die erläutert, dass die Druckerei Festge als Betreibergesellschaft für 4 regionale Webkaufhäuser gewonnen werden konnte. Gibt es bereits Austausch mit der Druckerei Festge über die Möglichkeiten eines Online-Marktplatzes für Oelde?

Florian Westerwalbesloh: Wir wollen einen frischen Impuls setzten, der ein ergebnisoffenes Konzept als Ziel hat. Deswegen soll nicht an alte Versuche angeknüpft werden oder bereits im Vorfeld eine mögliche Lösung präferiert werden.

Oelder Anzeiger: Auf der Internetseite von MeinWadersloh.de ist in einer Meldung vom April 2017 zu lesen, dass die Lokaso GmbH auch dort bereits ihr Konzept vorgestellt hat, welches aber augenscheinlich bis heute nicht realisiert wurde. Wieso glauben Sie, dass ein derartiges Konzept für Oelde funktionieren könnte, wenn in Wadersloh z. B. seit einem Jahr nichts mehr davon zu hören ist?

Florian Westerwalbesloh: Lokaso ist nicht die einzige Möglichkeit. In Monheim wird beispielsweise die Plattform Atalanda GmbH sehr erfolgreich genutzt. Es sollen auf jeden Fall verschiedene Varianten in Betracht gezogen werden. Für Wadersloh kann und möchte ich keine Bewertung vornehme. Scheinbar machen sich auch andere Städte Gedanken und versuchen Kaufkraft vor Ort zu binden.

Oelder Anzeiger: Wie wird ein derartiges Projekt finanziert und wie hoch werden die Anlaufkosten voraussichtlich sein?

Florian Westerwalbesloh: Oft werden derartige Plattformen durch eine prozentuale Abgabe vom Umsatz durch jeden Händler finanziert. Andere Finanzierungsvarianten sind aber auch denkbar. Gerade für die Planung und die Schaffung der entsprechenden Voraussetzungen könnten aber voraussichtlich Mittel aus dem städtischen Haushalt benötigt werden. Die Art der Finanzierung ist stark vom jeweils gewählten Konzept abhängig. Wichtig ist uns aber, dass am Ende ein möglichst qualitatives Produkt (Marktplatz) steht, dessen Finanzierung natürlich wirtschaftlich sein muss.

Oelder Anzeiger: Herr Westerwalbesloh, vielen Dank für das Gespräch.

 

Abstimmung

Da die Einrichtung eines Online-Marktplatzes für Oelde ja auch von den Bürgern gewünscht und akzeptiert werden sollte, und,  nach Einrichtung eines solchen Marktplatzes, dieser auch genutzt werden muss um wirtschaftlich betrieben zu werden, möchte der Oelder Anzeiger seine Leserinnen und Leser heute ermuntern sich an der Diskussion um einen solchen Online-Marktplatz für Oelde zu beteiligen. Hierzu haben wir eine Umfrage erstellt, welche Sie unten finden. Damit eine möglichst realistische Einschätzung der Abstimmung vorgenommen werden kann, ist die Teilnahme für jeden Leser und jede Leserin nur einmal vorgesehen. Die Abstimmung ist bis zum 11.06.2018 00:00 Uhr geöffnet.

Erachten Sie die Einrichtung eines Online-Marktplatzes für Oelde als sinnvoll?
Geben Sie hier Ihre Stimme ab




mach mit Ausbildungsmesse

Frau Barbara Köß, vom Initiativkreis Wirtschaft Oelde e.V. berichtet heute über das Treffen der Aussteller, Sponsoren und Unterstützer der bekannten Ausbildungsmesse.

Die Sponsoren und Aussteller der Ausbildungsmesse mach mit, die vom 4. bis 5. Mai in Oelde stattfindet, trafen sich kürzlich im Carl-Haver-Forum, um sich bei den Organisatoren über den Stand der laufenden Planungen zur Messe zu informieren.

Klaus Liedtke vom Organisationsteam wies einleitend darauf hin, dass trotz steigender Studierendenzahlen der betrieblichen Ausbildung nach wie vor ein hoher Stellenwert zukomme. Das zeige auch die diesjährige hohe Zahl der Aussteller, die mit 70 einen Höchststand erreicht hat. „Die Messe bietet die Möglichkeit, junge Menschen in der Phase ihrer beruflichen Orientierung mit Ihnen als Anbietern von Ausbildungsplätzen zusammen zu bringen und Sie über viele interessante Berufe informieren“.

Wie in den letzten Jahren findet die mach mit wieder im Vier-Jahreszeiten-Park statt. „Aufgrund der hohen Ausstellerzahl wurde das Zelt so vergrößert, dass Sie eine ausreichende Fläche zur Verfügung haben, um eine interessante Ausstellung für ca. 1000 Schülerinnen und Schüler gestalten zu können“, erläuterte Liedtke. Das bewährte Konzept, welches die vorherige Information von Lehrern und Eltern und am Ausstellungstag selber ein umfangreiches Programm im Forumszelt umfasst, fand bei den Anwesenden Zustimmung.  Mark Broks vom Organisationsteam erläuterte den neuen Webauftritt der mach mit und freute sich, dass mit monatlich 10.000 Besuchen das Interesse am Thema groß ist. Fester Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit wird auch in diesem Jahr die umfangreiche Broschüre sein, die an alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verteilt wird. Die aufgestellte Kostenplanung für die mach mit wurde seitens der Sponsoren zustimmend zur Kenntnis genommen.

Wir gehen davon aus, dass wir auch den mach-MINT-mit -Fördertopf, über den bereits im letzten Jahr fünf kleinere Schul-Projekte gefördert werden konnten, weiterführen können“, freute sich Klaus Liedtke.

Auch das Forscherfest, welches am Sonntag 6. Mai von 14:00 – 18:00 Uhr im Vier-Jahreszeiten-Park stattfindet, wird wieder ein umfangreiches Programm zum Forschen und Experimentieren für Kinder und Familien aufweisen. Neu ist in diesem Jahr, dass die Preisverleihungen zu den Wettbewerben „Technik aus Oelde“ und „you@work“ an diesem Tag um 13.30 Uhr, vor dem offiziellen Start des Forscherfestes, stattfinden. Informationen rund um die mach mit sind zu finden unter: www.mach-mit-ennigerloh.de/

Sponsoren und Aussteller der Ausbildungsmesse „mach mit“ informierten sich kürzlich im Carl-Haver-Forum über den Stand der Planungen

Die Sponsoren der mach mit zeigten sich mit den Planungen zurfrieden. (Von links: Mark Broks, Jascha Kolter, Ralf Beckamp, Jens Reimann, Claudia Eink-Broermann, Heinz-Josef Westbomke, Christian Reich, Michael Dilla, Frank Hengstermann, Melanie Westerbeck, Dr. Reinhold Festge)




Pioniergeist in der Bultstraße

Werner Schubert

Werner Schubert

Einige Oelder werden sich gefragt haben, was in der Bultstraße 21 in der Vergangenheit vor sich ging. An dem alten Haus hat sich vieles verändert in der letzten Zeit. Ein neues Dach hier, Handwerksgeräusche dort und letzten Endes eine breite Hebeschiebetüre direkt zum Gehweg mit Einblick in einen Büroraum. Auf dem Gehweg stehen geparkte Elektro-Roller und im Büro andere Fahrzeuge. Dies weckte beim OELDER ANZEIGER natürlich die Neugier und wir haben kurzerhand Termine vereinbart, dem später ein weiterer folgen sollte, wo wir auf unser Kosten kommen konnten.

Werner Schubert hat uns dabei das erste Mal bereits im Sommer empfangen. Freundlich, locker und ehrlich kam uns Werner daher. Der jung gebliebene Mann zeigte uns in kurzer Hose und T-Shirt mit einer Fluppe im Mundwinkel direkt vor seinem Gehweg worum es bei ihm geht. Ebert-Technology steht für Elektrofahrzeuge verschiedenster Bauarten und Typen. Umweltschonend und dabei vor allem kostengünstig mobil sein steht für Werner im Vordergrund.

Locker drauf

Locker drauf

Die Chinesen sind den Deutschen bei der Elektromobilität noch weit voraus.

erzählte uns Werner von seinen vielen Reisen nach China. Er hat dort nicht nur einen zweiten Wohnsitz, sondern auch wichtige geschäftliche Kontakte. Die Fahrzeuge wie Roller, Segways und Dreiradflitzer sowie Antriebe und Akkus bezieht Werner aus Fernost.

O. k., also Plastikschrott!? Mal schauen was das wird? Denken wir uns im ersten Moment.

Werner gibt Marcel Stevens eine Einweisung

Werner gibt Marcel Stevens eine Einweisung

Testfahrer Ingo Rohde

Testfahrer Ingo Rohde

Minuten später, stehen wir selber auf einem seiner Segways. Zu dem sonnigen Termin gesellten sich an dem Tag noch die beiden Testfahrer Marcel Stevens und Ingo Rohde. Die beiden Testpiloten und unser einer drehten dabei viele lustige Runden auf einem großen freien Platz. Der Segway ließ sich bei der Testfahrt nicht von meinem hohen Gewicht beeindrucken. Im Gegenteil, das Gefährt reagierte präzise und vor allem schnell. Die Verarbeitung kommt robust daher und wirkt hochwertig. Weiter ging es mit einer Testfahrt auf einem Elektro-Roller der vergleichbaren Klasse 49ccm.

Eine kleine aber feine Flotte

Wer selber einen 50er Verbrennungsmotor-Roller fährt, wird wahrlich wie wir irritiert sein im ersten Moment. „Ist der jetzt schon an?“, fragen wir Werner Schubert, der uns lachend bestätigt das alles o.k. sei und wir los düsen können. Ein wahrlich merkwürdiges Gefühl ohne den Motorenlärm und die Vibrationen.

Also fuhren wir los und genossen eine Tour durch Oelde. Genauso angenehm und überrascht wie wir selber über die lautlose Technologie waren auch die zahlreichen Passanten, die sichtlich staunten, als wir diese mit der Hupe warnten. Die Roller haben sogar jeweils einen Hupknopf auf der linken und der rechten Seite des Lenkers.

Der zweite Termin

Einleitend haben wir von zwei Terminen gesprochen. Der Grund lag darin, dass Werner Schubert zum einen die Geräte erst auf Herz und Nieren testen wollte und zum anderen musste er noch viele behördliche Hürden überwinden, obwohl alle erforderlichen Zertifikate CE, FCC und ROHS für die Geräte vorlagen. Er berichtete uns unter anderem von überforderten Zulassungsstellen, Versicherungen und anderen Behörden, die mit dem Kategorisieren der Elektrogefährte ihre Schwierigkeiten hatten.

„Das ist nun erledigt.“ sagte uns Werner bei unserem letzten Termin. Versicherungen und Zulassungen sind nun vorhanden und dem Elektro-Spaß steht nichts mehr im Wege.

Touren und Verkauf

Werner möchte nun anfangen und Segway-Touren durch Oelde und Umgebung anbieten. Er bietet einen Schnupperkurs sowie ein Fahrsicherheitstraining an, wenn die Kunden die Segways ausleihen wollen. Im Verkauf sind viele, individuell auf die Kundenwünsche abgestimmte Geräte verfügbar. Verschiedene Akku- und Motorleistungen. Eine City-Indoor-Version, welche bestens auch geeignet ist für den innerbetrieblichen Personaltransport, eine Offroad-Version, ein Golf-Caddy oder auch eine Security- und Polizei-Version mit Seitenboxen und Blaulicht können erworben werden.

Kontakt

Wer nun die wirklich leise und vor allem umweltfreundliche Mobilität ausprobieren möchte, sollte mit Herrn Werner Schubert sprechen.

Telefon:  02522 / 60520

Mobil:     01523 / 45 105 14

E-Mail: wsbert@ebert-germany.de




Neueröffnung der „Blumenzeit“

Frau Yvonne Bauersachs eröffnet am kommenden Samstag und Sonntag 06. + 07.02.2016 im Oelder Norden das Blumengeschäft „Blumenzeit“.

„Feiern Sie mit mir bei „Sekt und Selters“ und lassen Sie sich von den ersten Boten des Frühlings und floristischen Kreationen inspirieren.“ heißt es auf der Einladung.

Frau Bauersachs hat die ehemaligen Räumlichkeiten der Fahrschule Stuckenschnieder, Zum Sundern 30c, bezogen. Vor neugierigen Blicken schützen aktuell auf den Fensterscheiben aufgeklebte Papierbahnen, welche zur Eröffnung weichen werden.

Blumenfreunde können sich am Samstag ab 09.00 Uhr – 16.00 Uhr, und am Sonntag von 10.00 – 16.00 Uhr einen eigenen Überblick verschaffen.

Wir wünschen der „Blumenzeit“ viel Erfolg.




Koch- Werkstatt eröffnet

Der OELDER ANZEIGER war heute bei der Eröffnung von der „Koch- Werkstatt BURGERSCHMIEDE“ an der Warendorfer Str. 58 anwesend. Diesmal haben wir uns nicht nur einen Eindruck gemacht, sondern direkt gekostet.

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Viele Oelder kennen den alten Imbiss unter dem Namen „Ruths Imbiss“, welcher zuletzt von Ulrich Altmiks betrieben wurde und einige Monate leer stand.

Das junge Ehepaar Cupic aus Beckum hat in den letzten Wochen renoviert und dem alten Imbiss eine Erfrischungskur verpasst. Eine breite freundliche Holztheke, ein Holzkohlegrill und neu wirkende Gastronomiegeräte kann der Gast erblicken. Ebenfalls fällt einem auf, dass die Karte für einen Imbiss schlank daher kommt.

2015-08-05-Koch Werkstatt 008

Sascha Cupic ist gelernter Koch und kann 17 Jahre Erfahrung vorweisen, während seine Frau Aleksandra aus dem Service- Bereich kommt und ebenfalls auf 7 Jahre Praxiserfahrung zurückblicken kann.

Das Paar wirkt frisch und jung wie auch die Speisen, die wir entdeckt haben. Auf die Burgerfreunde wartet frisch zubereitetes Rinderhack, welches der Koch vom Fleischer Dohle aus Beelen bezieht.

Wir verwenden keine Tiefkühlware.

, berichtet uns Frau Cupic, die die Gastronomie durch ihren elterlichen Betrieb „Zur Pumpe“ aus Beckum kennt.

Unseren bestellten Burger bereitete der Koch mit Hygienehandschuhen zu, was in Oelde ein seltenes Bild ist. Der Burger sowie der Salat waren hervorragend im Geschmack.

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Die selbstgemachten Dressings und Soßen zeigten somit ihre Wirkung. Das „Burger-Paar“ will erst ohne große Werbung starten, damit sie sich in der neuen Küche einarbeiten können.

Wir möchten unseren Kunden frische und schmackhafte Waren anbieten.

,erzählte uns Aleksandra und bittet vorab die Kunden um Verständnis.

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2015-08-05-Koch Werkstatt 010

Das Telefon ist noch nicht aktiviert

Auf der Karte finden Kunden aber nicht nur Burger, sondern auch Schnitzel. Wöchentlich soll es hierzu abweichend von Zigeuner- , Wiener und Jägerschnitzel noch eine zusätzliche Soße geben. Hacksteaks, Cevapcici, Bremsklötze und andere Speisen, werden den Gast bestimmt weiter anlocken.

An dieser Stelle bitten wir sie als Leser um faire und konstruktive Kritik.




Alles sauber und gewinnen mit Easy-Clean

Nicht nur sauber, sondern rein werden Kraftfahrzeuge aller Preisklassen beim Unternehmen Easy-Clean. Der OELDER ANZEIGER hat sich mit Petra Lingnau getroffen und sich mit ihr über ihre Leidenschaft und ihr Unternehmen unterhalten. Als Resultat können Easy-Clean und der OELDER ANZEIGER ein Gewinnspiel anbieten, bei dem es um das liebste Stück der Deutschen geht.

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Nachdem Petra Hand angelegt hat, erstrahlt der Ford ST im neuen Glanz © meine-fotografie24.de

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Motivation

Im ersten Moment wird sicherlich ein jedermann verdutzt sein, wenn man auf die mittelgroße, zierliche Oelderin trifft in ihrer Fahrzeughalle, Am Landhagen 20, in Oelde. Diese Halle ist ca. 10 x 3,5 Meter groß und beherbergt allerlei an Poliermaschinen, Spezialreinigern und vor allem eine gute Beleuchtung. Einigen ängstlichen Herren der Schöpfung hilft Petra beim Rein- und Rausfahren der Fahrzeuge in ihre Halle, wenn diese um ihre Nobelschlitten Angst haben.

Petra erzählte uns im Interview, dass sie bereits seit dem sechsten Lebensjahr ihr Taschengeld aufbesserte mit dem Reinigen von Autos. Die hauptberufliche Bürokauffrau verkaufte später Autowäschen bei einem Unternehmen in Rheda und lernte dort die Praxis der Autopflege. Durch Lehrgänge erhielt sie ein perfektes Fachwissen über Lacke, Oberflächen und Polituren. Nachdem sie erkannte, wie man mit der professionellen Reinigung von Fahrzeugen Geld verdienen kann, wagte sie den nächsten Schritt in die Halb-Selbstständigkeit.

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Problembereich vorher und nachher © meine-fotografie24.de

„Ich war schon immer PS-geil.“, entnimmt man nicht nur der Aussage von Petra, sondern auch dem Funkeln in ihren Augen, wenn sie über ihre große Leidenschaft spricht.

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Nur wenn es Spaß macht, geht Petra ans Werk. © meine-fotografie24.de

„Wenn ich keinen Bock habe, nehme ich keine Aufträge an. Meine Arbeit soll nicht nur den Kunden 100% befriedigen, sondern auch mich.“

Damit die Kunden zufrieden sind, bietet Petra verschiedene Reinigungs- und Servicepakete an wie: Kunststoffpflege, Polituren, Lackreinigung, Teerentfernung sowie eine Fahrzeugaufbereitung. Dabei ist es egal, ob der Kleinwagen oder der Luxusschlitten eine Maniküre erhalten soll. Für ganz große Angsthasen hat Petra Lingnau extra die Versicherungssumme auf 200.000 € aufgestockt für den Fall der Fälle.

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Ein jeder, der nun auch seinem liebsten Stück etwas Gutes tun möchte, kann an unserem Gewinnspiel teilnehmen.

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Vorreinigung © meine-fotografie24.de

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Ein Unterschied wie Tag und Nacht © meine-fotografie24.de

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Licht sorgt für gute Arbeitsbedingungen

Der erste Platz erhält eine Premium-Innenreinigung im Wert von 50 €. Diese beinhaltet die Reinigung der Sitzschienen, Pedale, Tankdeckel, Armaturen (keine Himmel- und Polsterreinigung).

Mit dem zweiten Platz kann man sich über eine Außenwäsche mit Glanzversiegelung freuen im Wert von 30 €.

Eine Scheibenversiegelung winkt dem dritten Platz.

Sendet eine E-Mail an: Redaktion@Oelder-Anzeiger.de

Stichwort: Easy-Clean

Der Einsendeschluss ist der 28.Februar 2015

Teilnahme nur ab 18 Jahren. Eine Auszahlung ist nicht möglich. Einzulösen innerhalb von sechs Monaten. Dabei bindend ist eine Vorher- / Nachher- Fotografie des Fahrzeugs.




IG Metalls first strike in Oelde

IG MetallAm Donnerstag, den 29.01.2015 hatte die IG Metall  in Ahlen, Beckum, Neubeckum, Ennigerloh, Dreinsteinfurt und auch in Oelde die Kolleginnen und Kollegen zu Warnstreiks aufgefordert. Der OELDER ANZEIGER mischte sich unter die Demonstranten und verfolgte das Geschehen.

Nachdem die Arbeitgeber ein Angebot unterbreitet hatten, die Löhne lediglich um 2,2 % anzuheben, ging nun die IG Metall zum ersten Warnstreik über. Die Gewerkschaft fordert 5,5 % mehr Lohn für die Arbeitnehmer. Hierzu marschierten diese u. a. von der GEA Westfalia Separator vom Werk in Oelde aus Richtung Hermann-Johenning-Platz mit Polizeieskorte, wo weitere Beschäftigte der Firmen wie Haver & Boecker aus Oelde sowie Beumer aus Beckum und Polysius aus Neubeckum dazu stießen.

IG Metall

Eskortiert von der Polizei ging es sicher durch die Stadt

IG Metall

Die Polizei sperrte die Straßen ab

IG MetallInsgesamt waren ca. 150 – 200 Leute an der Demonstration beteiligt. Landesweit legten somit über 22.000 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Auf dem Hermann-Johenning-Platz wurden die Protestler von Livemusik begrüßt. Auf einem Bühnenwagen samt Rednerpult und Tonanlage gab der Oelder Gitarrenlehrer & Musiker Martin Bischoff der Aktion musikalischen Rückenwind.

Brezeln, Kaffee und Tee stärkten die Teilnehmer des Warnstreiks und halfen gegen die Kälte.IG MetallIG Metall

Bevor es auf dem Platz richtig zur Sache ging, platzierten sich mutig vorweg die JAVs  (Jugend- und Auszubildendenvertreter) auf der Bühne der GEA Westfalia Separator, um auf die Rede von Gewerkschaftssekretär Robert Bange einzustimmen.

Die Azubis machten es kurz und klar:

Kann man Bildung kaufen?

5,5 % – Wir haben es verdient!

Ist Fortbildung wirklich ein Fortschritt?

Müssen wir arbeiten bis zum Umfallen?

IG Metall

Robert Bange (Gewerkschaftssekretär der IG Metall Gütersloh-Oelde), den wir hier teilweise zitieren, übernahm nun unter dem Beifall der anwesenden Metaller das Mikrofon.

IG Metall

Stellt Euch vor, die Enterprise landet hier auf dem Platz. Die Besatzung, nach vielen Jahren im All, hört das Klagen der hiesigen Arbeitgeber:

Mangelnde Ausbildungsreife, akuter Facharbeitermangel, steigende Ausfälle wegen psychischer Belastungen und bestenfalls durchwachsene Geschäfte in Europa.

Dann hören sie die Forderungen der IG Metall:

Bildungsteilzeit, Altersteilzeit und mehr Geld für alle!

Ja, super, würde Captain Kirk vermutlich sagen. Das sind doch die passenden Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit. Da kommen die Tarifparteien sicher schnell zusammen.

IG Metall

Weit gefehlt. Wie in allen Tarifrunden zuvor, beginnt das Wehklagen der Arbeitgeber. Auch diese Tarifforderungen, wie alle zuvor, ruinieren die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit. Wenn sie zudem verlauten lassen, sie sehen ein großes Facharbeiterproblem, täten ansonsten aber mehr als genug für Aus- und Weiterbildung, bleibt festzustellen: entweder nehmen sie bewusstseinstrübende Drogen oder haben sich wahrlich dumm und dämlich verdient.

Liebe Arbeitgeber, entspannt euch. Wir wollen gar nichts von euch.

IG Metall

Klartext gab es von Robert Bange

Was wir wollen ist unser. Wir wollen unseren fairen Anteil von dem Kuchen, den wir gebacken haben. Ohne unserer Hände und Köpfe Arbeit läuft der Laden nämlich gar nicht.

Diese simple Wahrheit machen wir heute bewusst. Daran erinnern wir heute mit unserer ersten, kleinen Warnung: unserem Warnstreik!IG Metall

Gegen die Dummheit und Arroganz der Macht setzen wir heute unsere solidarische Stärke! Darum sind wir heute hier!!

Die Einleitung von Robert Bange wurde mit großem Applaus belohnt. Der kalte Wind, der den Teilnehmern um die Ohren wehte, war plötzlich nicht mehr so scharf.

Im weiteren Verlauf der Rede, die unter anderem auch Radio WAF sowie „Die Glocke“ auf den Plan riefen, ging Bange auch auf Punkte ein wie:

– Flexible Übergänge in die Rente

– Nein zur Rente mit 67

– Nein zu allen Gedankenspielen mit 70+

– Gesicherten tariflichen Anspruch auf Weiterbildung für alle

– 5,5 % mehr Geld für alle (Anmerkung der Redaktion: Die EZB hat ihr offizielles Inflationsziel auf 2% angesetzt, was bereits bei Kritikern als zu wenig gehandelt wird.)

– Beendung des Lohndumpings

IG Metall

Dunkle Wolken am Himmel

Mit den Worten:

Wenn die Arbeitgeber am 6.2. kein verhandlungsfähiges Angebot machen, legen wir noch eine Schüppe drauf. Aber wir verhandeln nicht bis zum St. Nimmerleinstag. Wenn die Arbeitgeber Wind säen, werden sie Sturm ernten. Wir haben nichts zu verlieren, aber ein Leben zu gewinnen. Es ist unser Leben!

beendete Robert Bange seine Rede.




2.000 Schüler zocken an der Börse

Die Sparkasse Münsterland-Ost sucht junge Finanzexperten für Ihr virtuelles Börsenspiel: Pläne schmieden – Börse leben

Frau Maike Schürmann von der Sparkasse Münsterland OST informierte den OELDER ANZEIGER über das „virtuelle Zocker-Spiel“, das von dem Geldinstitut angeboten wird. Dabei geht es  nicht nur – wie bei vielen anderen Computerspielen – um das Spielen, sondern  um eine realitätsnahe Börsensimulation.

Bis 18-jährige Schüler aus Oelde, Münster und Ahlen sollen dabei in Teams mit Risiken, Kursverläufen und anderen wichtigen  Eigenarten des Börsengeschäfts konfrontiert werden. Treffen die Schülerteams die richtigen Entscheidungen, winken satte Gewinne. Wird falsch entschieden, fahren Sie ihr Team virtuell an die Wand.

Jedes Team erhält ein virtuelles Startkapital von 50.000 €. Es gewinnt das Team, das am besten wirtschaftet. Auf die Schüler kommen hier bis zu 175 Aktien, Fonds und Anleihen zu.

Bei dem Börsenspiel stehen während der gesamten Zeit Auszubildende der Sparkasse Münsterland-Ost zur Seite. Sie helfen den Schülern bei Fragen rund um das Spiel.

Die Auszubildenden Johannes Francke (links), Pia Lohmann und Fabian Jägers (rechts) unterstützen die Schüler. Unterstützung gibt Roland Klein ( zweiter von links ) als stellvertretendes Vorstandsmitglied.

Alle Schüler, die jetzt denken:

Wozu der ganze Stress? Da spiele ich lieber GTA V

sollten nun genauer lesen. Als finaler Höhepunkt treten die zehn besten Teams bei einer „Brokers Night“ gegeneinander an. Auf diese warten Geld- und Sachpreise (unter anderem ein iPad mini). Das Sahnestück ist aber der Gewinn eines zweiwöchigen Praktikumsplatzes der Sparkasse der somit auch eventuell ein Türöffner für einen kommenden Ausbildungsplatz sein könnte.

Interessierte können sich bis zum 6. November beim Orgateam melden. planspiel@sparkasse-mslo.de