Anschwimmen im Oelder Freibad

Am letzten Sonntag, den 6. Januar, wagten viele Hartgesottene den Sprung ins 5°C kühle Nass des Oelder Freibades bei 6°C Lufttemperatur. Frank Hövekamp, Betriebsleiter der Oelder Bäder, öffnete am besagten Datum das Eingangstörchen um 14.00 Uhr den ca. 15 Schwimmerinnen und Schwimmern, die bereits sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet haben. Diese unterhielten sich ausgelassen vor dem Tor und wir haben bekannte Gesichter aus den letzten Jahren wiedergesehen.



Frank öffnet den Gästen das Freibad

Die Badbesucher bogen direkt ab in die Umkleiden und einen kurzen Moment später holte sich das Viergestirn vom TRISTAR Oelde die Poleposition. Es marschierte direkt ohne Saunagang in das kalte Wasser und betrat dieses somit als Erste. Nach dem hör- und sichtbaren Eisbad ging es dann für die Männer weiter in eine der beiden mobilen Saunafässer, die bereit standen.

Stephan Braun, Peter Häßler, Alexander Böhm und Helmut Karwinkel

Applaus für Eisschwimmerin

Dass man im Alter von 84 Jahren immer noch jung bleiben kann, bewies Frau Zumhülsen aus Oelde. Als diese aus der Umkleide kam und mit ihrem Gehstock zum Beckenrand ging, waren alle Augen auf sie gerichtet. Frau Zumhülsen fackelte nicht lange und stieg zielstrebig die Stufen hinab ins Wasser und hielt es dort erstaunlich lange aus.

In dem Element Wasser….

Auf die Anfrage, ob es nicht zu kalt sei, überraschte sie uns und alle anderen Besucher mit der Antwort: „Mir macht das nichts aus. Ich mache so etwas schon sehr lange.“  Von dem Respekt und Applaus der Umstehenden begleitet, verließ Frau Zumhülsen das Wasser.

…fühlt sich Frau Zumhülsen wohl.

Schon seit dem ersten Anschwimmen dabei und auch in diesem Jahr mit von der Partie waren Martin Recker und Jürgen De Vries mit dabei. Sie erzählten uns nach dem Schwimmen das sie begeisterte Saunagänger und Eisschwimmer seien. Es gäbe eine Art Sauna-Rabatt-Heft, welches ähnlich wie das Gastrogutscheinbuch funktioniere. „Dann kann zum Beispiel eine zweite Person für umsonst mit in die Sauna.“ berichtete uns Jürgen.

Martin Recker, Jürgen De Vries und Frank Hövekamp

Coole Kids

Dass nicht nur die „Alten“ sich ins kalte Wasser trauten, bewiesen Mark, Nina, Jasmin und Giulia. Die coolen Kids zeigten den meist erwachsenen Zuschauern am Beckenrand, wie man das macht. Die die 9 – 13-Jährigen stiegen zeitgleich die Stufen hinab ins kalte Wasser.

Die Kinder haben Mumm in den Knochen

Eine Schlappe musste auch der Vater von Henk hinnehmen. Der Elfjährige wird diesen noch eine Weile verspotten, da er sich nicht ins Wasser traute und zusammen mit dem Rest seiner Familie vom Beckenrand aus zuschaute, während der Sohnemann im Wasser auf Tauchstation ging.

Henk geht auf Tauchstation

Keine Gefahr beim Eisschwimmen

„Es besteht keine Gefahr, wenn man es richtig macht. Es gibt unterschiedliche Stadien der Kälte. Das erste Stadium sei die Kälte, die nicht tief in den Körper eindringt.“ 

„Man darf nicht zu lange im Wasser bleiben, so dass die Kälte tiefer in den Körper eindringen kann. Ansonsten kann man sich eine Erkältung einfangen.“

Erklärte uns Frank Hövekamp.

Damit alle Schwimmer und Saunagänger den Tag in guter Erinnerung behalten können, überwachten die Schwimmmeister vom Bäderteam Oelde die Aktiven den gesamten Tag und gaben Anweisungen.

O-Ton

Das Anschwimmen im Oelder Parkbad ist einfach eine schöne und irre Aktion zugleich. Der Kontrast könnte vom Bild her nicht stärker sein. Man sieht Menschen, die in Badehose ins kalte blaue Wasser steigen während am Beckenrand Zuschauer in dicken Wollmützen, Jacken und Schals stehen.

Viele hielten (so wie wir auch) einmal kurz die Hand ins kalte Wasser, um diese dann wieder schnell zurück in die Jackentasche ins Warme zu stecken. Nach dem Saunagang sah man Körper dampfen auf dem Weg vom Saunafass zum Becken.

Aber nicht nur das war schön anzusehen, sondern auch wie sich die Schwimmerinnen und Schwimmer motivierten und sich Mut zusprachen, um ins Wasser zu steigen.

Unerwähnt soll auch das Ambiente nicht bleiben. In der Dunkelheit sorgten Fackeln und bunte Scheinwerferlichter für eine tolle Atmosphäre. Für das leibliche Wohl sorgte der Kiosk. Hierzu war der Kioskbereich mit Folienbahnen abgespannt und es wurde innen mit einem Gasbrenner aufgeheizt, während man sich mit Essen und Getränke versorgen konnte.




Die eiskalten Schwimmer von Oelde

Oelde. Strahlend blauer Himmel und knackige 2° Grad Außentemperatur lockten am letzten Sonntag, den 07.01.2018 viele Gäste und einige wirklich hartgesottene Eisschwimmer und Saunafreunde in das Oelder Parkbad. Alexander Boehm  und Peter Häßler vom Oelder Triathlon Verein LV TRISTAR Oelde waren die Ersten, die sich nach einem Gang in eine der beiden bereitstehenden mobilen Saunen trauten, in das bitterkalte Wasser zu springen.

Alexander Boehm und Peter Häßler

Peter Häßler berichtete uns danach mit einem Lachen, dass er eigentlich nicht so weit raus wollte.

»Als Alex aber direkt bis zur Leine schwamm, musste ich hinterher! Beim Erreichen der Leine dachte ich mir dann nur: Oha!  Der Rückweg kommt auch noch!«

Nach der Erfrischung wurden die beiden direkt vom WDR interviewt

Als Dritter wagte sich der Oelder Frank Westerwalbesloh-Achtelik ins eiskalte Nass. Dieser stand nach der Abkühlung ohne mit der Wimper zu zucken in Badehose bei 2° Lufttemperatur am Beckenrand und berichtete uns, dass einem durch das heiße Saunieren nicht kalt wäre.

»Es fühlt sich an wie Nadelstiche auf der Haut.« , berichtete Frank und ging dann wie viele andere in den Ruheraum.

Den Titel „Coolster Fahrlehrer“ verdient Jürgen De Vries aus Ennigerloh.

Der prima gelaunte Jürgen De Vries

Dieser war zusammen mit Martin Recker, welcher beim ersten Neujahrsschwimmen in Oelde vor zehn Jahren schon dabei war, mehrfach und bis in den Abend hinein ins Dampf- und Eisbad gestiegen.

Beim zweiten Sauna- und Schwimmgang machte es den Eindruck, dass der Erstschwimmer Alexander Boehm warm geworden war. Der Triathlet kraulte im kalten Wasser munter ein paar Bahnen hin und her. Ein wahrlich irrer Anblick. Der blaue Himmel und die Sonnenstrahlen konnten fast einen Sommertag suggerieren. Hielt man jedoch die Hand ins kalte Wasser, wurde man auf den kalten Boden der Realität zurückgeholt.

Die zahlreichen Zuschauer standen mit dicken Jacken, Mützen und Handschuhen am Beckenrand, während sich andere Gäste im Wasser vergnügten.

Ohne Worte und….

… wirken lassen.

Sauna, Ruheraum, Verpflegung und Ambiente

Zwei mobile Saunen standen für die Gäste nicht weit vom Wasser entfernt bereit sowie auch eine Garderobenstange, an der Bademäntel und Handtücher aufgehangen werden konnten. Der Schwimmbereich wurde mit einem Seil eingegrenzt und am Beckenrand standen Fackeln, die zu späterer Stunde entzündet wurden.

In bunten Farben erstrahlten die Wände des Freibad- und Kioskbereichs. Diese wurden durch Scheinwerfer angeleuchtet. Die Farben spiegelten sich zu späterer Stunde herrlich im Wasser.

Ein Feuerwerk der Farben zu später Stunde

Die Kiosk-Terrasse wurde mit Holzrahmen und Planen winddicht gehalten, damit sich die Gäste im Inneren bei Essen und Getränken stärken konnten. Für eine wohlige Wärme war ein Gasbrenner verantwortlich, der das Verweilen angenehm machte.

Die zahlreichen Gäste unterhielten sich, machten Scherze und erfreuten sich besonders an einem Pärchen, welches das Angebot im Adams- und Evakostüm in Anspruch nehmen wollte. Einige Zuschauerinnen und Zuschauer erfreuten sich sichtlich an dem Anblick.

Der Betriebsleiter Frank Hövekamp quittierte die Situation ebenfalls mit einem Lachen und klärte das Pärchen auf, dass es sich um eine Textil-Sauna handle.

Frank Hövekamp im weiß-blauen Trainingsanzug stellte sich vielen Fragen und gab den Gästen Auskunft

Sicherheit und das Team vom Frei- und Hallenbad Oelde

Für einen sicheren und reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten der Betriebsleiter der Oelder Bäder, Frank Hövekamp, und sein Team. Sebastian Klos, Meister für Bäderbetriebe, berichtete uns, dass man besonders auf ältere Menschen ein Auge werfen müsse und auch auf Gäste, die im Vorfeld nicht den Saunagang absolvieren.

Nicht nur junge zähe Burschen nutzten das Angebot, sondern auch Jụnggebliebene wie hier Wolfgang Heinrich aus der Polterkuhle. Sebastian Klos vom Bäderteam, rechts im Bild, überwacht die Schwimmer.

Für den Fall der Fälle, welcher hier nicht eingetreten ist, waren alle vom Bäder-Team vorbereitet. Unter der Trainingskleidung wurden u.a. extra Neoprenanzüge getragen.

Warum macht man die Schwitz-Eisbäder nicht die gesamte Wintersaison?

Frank antwortete uns, dass diese kostenfreie Veranstaltung für die Gäste nur für einen Tag angeboten werden kann, da sonst über den Fiskus hier ordentlich zur Kasse gebeten würde. Die Preise würden sich dann nicht an dem Eintritt für das Freibad orientieren, sondern an marktüblichen Saunapreisen.

Wer kommt denn für die Kosten der Saunen auf?

fragten wir Helmut Jürgenschellert von der Stadt Oelde.

Dieser antwortete uns darauf das die beiden mobilen Saunen von den Oelder Bädern bezahlt wurde.