Das ultimative Sonntagsrezept: Seelachsrouladen


Alle Fotos:© Martin Bischoff

Alle Fotos:© Martin Bischoff

 

 

Dem einen oder anderen rollen sich bei dem Gedanken an ein leckeres Fischgericht die Fussnägel hoch, wir rollen hier und heute mal den Fisch auf. Und zwar zu einer leckeren Seelachsroulade mit Rosmarinkartoffeln.

Um dieses interessante Projekt anzugehen benötigen wir einige illustre Zutaten. Als da wären:

Seelachsfilets

Zitronensaft

Pfeffer

Salz

Salbei

Senf

Lauch

Oel

Durchwachsener Speck

Fleischbrühe

 

Für die Rosmarinkartoffeln:

Kartoffeln

Rosmarin

Gewürze je nach Gusto

 

Das Schwierige an diesem Rezept ist, dass der blöde Fisch sich vehement wehrt, sich aufrollen zu lassen. Da müssen wir ihn überlisten: (schon etwas abstrus – die Krönung der Schöpfung muss einen kalten Fisch überlisten …) Wir schneiden ihn einfach horizontal in zwei Hälften. Dieses funktioniert einfacher, wenn man das Filet eine Weile ins Gefrierfach legt und ein wenig anfrieren lässt, dann wehrt sich das Opfer unter dem Skalpell nicht so sehr. Intelligentere Exemplare der Krönung besorgen sich natürlich gleich tiefgefrorenen Ictus und lassen ihn antauen.

nicht ganz einfach, deshalb machts die Stefi :-)

nicht ganz einfach, deshalb machts die Stefi :-)

Wenn Stefi dann den Fisch gesäbelt hat wird erst mal der Lauch in die Pfanne gegeben und ordentlich angebraten. Daran denken, ihn vorher in kleine Scheibchen zu schneiden, sonst ragen die Enden links und rechts aus der Pfanne heraus und werden nicht gar!

vorher ordentlich schnibbeln!

vorher ordentlich schnibbeln!

Während der Lauch schmurgelt können wir uns wieder um den Fisch kümmern. Der wird zunächst mit dem Zitronensaft bespritzt, gesalzt und gepfefft, dann mit dem gehackten Salbei bestreut. Eine der sechs Seiten des Fisches, am besten die grösste, wird mit Senf bestrichen. Dann kommt etwas von dem inzwischen fertig gesottenem Lauchzeugs da drauf, er wird, mit der Salbeiseite nach innen – wie ein Teppich mit einem Entführungsopfer  drin – aufgerollt. Jetzt tarnen wir den Fisch für die Fischhasser mit einer Scheibe durchwachsenem Speck, mit dem wir die Rolle umhüllen wie Harry Potter sich mit seinem Tarnumhang. Das Ganze entweder festpieksen mit Zahnstochern, Rouladennadeln oder mit einem Faden Küchengarn umwickeln. Dann scharf anbraten, Brühe dazu und gut zehn Minuten bei schwacher Hitze ziehen lassen.

Das Opfer im Teppich :-)

Das Opfer im Teppich :-)

scharf anbraten

scharf anbraten …

und schmoren lassen

… und schmoren lassen

 

Jetzt aber ran an die Kartoffeln! Das ist ganz einfach … die rohen Kartoffeln würfeln, in eine Schüssel rein und mit Oel beregnen. Danach mit beliebigen Gewürzen beschneien und ordentlich Rosmarin dazu. Umrühren – faule Menschen nehmen eine Tupperdose und schütteln – ab aufs Backblech und durchbacken. Bei 200 Grad etwa 20 Minuten.

Rosmarinblechkartoffeln

Rosmarinblechkartoffeln

Und fertig ist das Sonntagsgericht!

Hmm, lecker

Hmm, lecker




Das ultimative Sonntagsrezept: Irish Stew

Irish Stew. Alle Fotos: ©Martin Bischoff

Irish Stew. Alle Fotos: ©Martin Bischoff

Auf unsere zahlreichen Radurlaube in Irland haben wir uns immer besonders vorbereitet: Irische Musik gehört, eben diese Lieder zur Abhärtung unter der kalten Dusche im Radler-Regenzeug gesungen, Guinness getrunken und uns einen ordentlichen irischen Eintopf gekocht: „Irish Stew“.

Irish Stew ist eigentlich nichts anderes als ein Bohneneintopf, nur mit anderen Zutaten. Statt Bohnen nehmen wir Weisskohl, Kartoffeln bleiben, durchwachsener Speck bleibt auch, und statt Schweinebauch nehmen wir Lammfleisch. Das ist in Irland echt ein Vorteil, die Lämmer stehen da an allen Ecken und Enden rum, da kann man sich schnell mal eines pflücken. Schweine wachsen dort eher selten.

Wir braten den durchwachsenen Speck erst mal ordentlich in Öl an. Dann kommt die gegulaschte Lammkeule dazu und wird ordentlich mitgeschmort. Zwei grosse, kleingehackte Zwiebeln passen auch noch mit hinein. Eine Zeit lang braten, dann kommen die gewürfelten Kartoffeln und der ganze Kohlkopf hinein. Mit Fleischbrühe auffüllen, Lorbeer dazu, salzen, pfeffern, eine Zehe (und es reicht wirklich eine) Knoblauch dazu und fein gehackte Petersilie. Alles ordentlich vermengen.

Das Ganze lassen wir, ohne weiter umzurühren, etwa 1 1/2 Stunden köcheln.

Dazu passt: Brown Bread. Das Rezept hierzu gibt es weiter unten.

 

Zutaten:

Lammkeule, etwa 1 1/2 Kilo (kleine Werbung am Rande: man bekommt prima Lammfleisch bei IPEK in Oelde)

1 Weisskohl

eine Handvoll Kartoffeln, ca 750 Gramm

gut 150 Gramm durchwachsener Speck

2 grosse Zwiebeln (alternativ 3 kleine)

eine Knoblauchzehe

Petersilie

Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt

ein guter Liter Fleischbrühe

Die Zutaten

Die Zutaten

und hier alles gehäckselt

und hier alles gehäckselt

 

Und jetzt das Rezept für das typisch irische „Brown Bread“

Wr brauchen an Zutaten:

600 Gramm Weizenvollkornmehl

180 Gramm normales Mehl Typ 405

2 Teelöffel Natron

Salz

Braunen Zucker

Olivenöl

600 ml Buttermilch

 

Das normale Mehl wird mit dem Natron (Natron ist ein Treibmittel, das Säure benötigt -daher die Buttermilch) in eine Schüssel gesiebt, damit es richtig fein aussieht. Dann schmeissen wir das Vollkornmehl, einen Teelöffel Salz und einen Esslöffel braunen Zucker hinein und vermengen alles gut. Dann 2 Esslöffel Olivenöl dazu und die Buttermilch und rühren, rühren, rühren mit dem Kochlöffel.

Jetzt wird alles in eine geölte Kastenbackform gepappt und im vorgeheizten Backkasten etwa 40 Minuten gebacken, bis es bräunlich wird.

Das Brot haben wir durch Dorfbäcker Theo Westarp überprüfen lassen, er hat zumindest nicht gesagt, dass es für den Kompost ist …

Das Brown Bread fertig

Das Brown Bread fertig

Zu diesem Gericht passt natürlich herrlich ein Guinness.

Hier noch weitere Fotos des Stews in diversen Aggregatzuständen

butzelnder Speck

brutzelnder Speck

 

Das Lamm dazu

Das Lamm dazu

mit Karoffeln

mit Kartoffeln

und der Kohl

und der Kohl

mehr geht nicht

mehr geht nicht

fertig

fertig

Mehl und Natron sieben

Mehl und Natron

 

sieben

sieben

 

Die Backmischung

Die Backmischung

ab in die Wanne

ab in die Wanne

In Backkasten

In Backkasten

fertig

fertig

und lecker :-)

und lecker :-)

Und wer den Fehler im Gericht findet, hat gewonnen 🙂




Das ultimative Pastetenrezept: Steak Pie

Leckere Steak Pie zum Neujahrstag – Vorsicht, very british! In unserer Familie gibt es seit einigen Jahren traditionell zum Silvesterabend und auch Neujahrstag eine leckere Steak Pie. Mein Mann kommt aus dem schönen Schottland und hat das Rezept seiner Familie für dieses schmackhafte Gericht mit zu uns nach Deutschland gebracht. Einige Zweifler mögen jetzt sagen, dass die Briten keine eigene Esskultur hätten, aber vielleicht finden auch diese ein wenig Gefallen an dieser Pastete.

Für eine Steak Pie benötigt man Rindfleisch und Guinness Bier als Hauptzutaten, evt kann das Guinnes auch mit einem schönen Stout ersetzt werden. Auf jeden Fall braucht man auch sehr viel Zeit und Geduld für die Herstellung.

Für vier Personen benötigt man ca. 1,5kg schönes mageres Rindfleisch und schneidet es in Gulaschgröße zurecht. Das geschnittene Fleisch gibt man in eine große Schüssel und übergießt es mit ausreichend Guinness (ca. ein Liter). Das Fleisch sollte nun mindestens 24 Stunden in dem Sud ziehen, besser noch 36 Stunden.

Der nächste Arbeitsschritt ist das Anbraten des Fleisches. Man nehme das Fleisch aus dem Sud, lasse es kurz abtropfen und lässt es normal mit ein paar Zwiebeln anbraten, wie man es vom Gulasch kennt. Den Sud bloß nicht wegschütten!!! Ist das Fleisch gleichmäßig gebräunt, wird der Sud hinzugegeben und wird ca. 12 Stunden auf kleiner Flamme geköchelt.

Während des Kochvorgangs werden weitere Zutaten zugegeben. Wir nehmen immer etwas „pickled“ dafür. Pickled ist säuerliche Paste oder Sud. Viele Leute kennen sicherlich Mixed Pickles, so etwas gibt es auch als Paste/Brotaufstrich in Großbritannien. Es nennt sich Ploughman’s Pickled oder auch Branston Pickles, leider nicht in der herkömmlichen Geschäften erhältlich. (Gott sei Dank kennen wir ein gut sortiertes britisches Spezialitätengeschäft in der Nähe) Natürlich kommen auch Gewürze wie herkömmlicher Pfeffer, Paprikapulver, Salz, etc ja nach Geschmack zum Einsatz. Außerdem darf das berühmte „OXO“ cubes nicht fehlen. OXO ist sozusagen pulverisierter Soßenfond, speziell für Rindfleisch und intensiviert den typischen Geschmack.

Während das gut duftende Gulasch ähnliche Gericht im Topf abkühlt, sollte man bereits eine passende Auflaufform vorbereiten. Die Form sollte nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein. Den Boden und die Seiten der Form legen wir nun mit Blätterteig aus, dabei darauf achten, dass etwas Teig an den Rändern überlappt!!! Nicht vergessen: Zwischendurch immer wieder mal den Sabber aus den Mundwinkeln zu wischen, weil der Duft aus dem Kochtopf den Mund ziemlich wässerig macht. Ist die Auflaufform gut mit Blätterteig bedeckt, wird nun das noch schön warme Fleisch mitsamt Soße vorsichtig  mit einer Kelle in die Form gegeben. Die Auflaufform sollte bis fast an den Rand gefüllt sein. Nun legt man vorsichtig einen Deckel aus Blätterteig darüber. Bitte darauf achten, dass nichts überschwappt!!!  Die überlappenden Seiten werden auf den Deckel zurückgeklappt und sachte angedrückt. Die Steak Pie sollte nun komplett vom Blätterteig umgehüllt sein. Je nach Belieben kann man den Deckel noch verzieren.

Die Steak Pie kann jetzt sofort oder auch erst am nächsten Tag in den Ofen geschoben werden. Bis die Pastete fertig gebacken ist, vergehen ca. 40 Minuten bei ca. 160° im Umluftofen. Wenn die Pie aus dem Ofen geholt wird, sollte man sich beeilen, sich seine Portion zu sichern. Erfahrungsgemäß ist die Pie sehr schnell auf geheimnisvolle Weise verschwunden.

Viel Spaß beim Nachkochen, guten Appetit und Happy New Year




Das ultimative Sonntagsrezept: Türkische Zwiebel-Tomatensuppe mit Schafkäse

Foto. © Stefanie Heinrich

Foto. © Stefanie Heinrich

 

 

Die folgende Suppe kommt aus der Türkei und ist ein echter Genuss.

Etwa 500 g Zwiebeln schälen und in schmale Scheiben schneiden. Knoblauch nach Gusto klein hacken. Zwei Esslöffel Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelringe sowie den Knoblauch darin glasig dünsten. Eine große Dose Tomaten mit der Gabel etwas zerdrücken und mit zwei Esslöffel Tomatenmark zu dem Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben. 400 ml Fleischbrühe angiessen und bei kleiner Temperatur 20 min. köcheln lassen. Man kann jetzt schon mal den Backkasten auf 200 ° C vorheizen.

Vier Scheiben Weissbrot würfeln und etwas in der Pfanne in Olivenöl anrösten.

Die Suppe mit Salz und Pfeffer würzen und in Suppentassen füllen. Die Brotwürfel darüberstreuen. Jetzt noch gewürfelten Schafkäse obendrauf und im Backkasten überbräunen lassen.




Das ultimative Heiligabendrezept: Heißwürstchen mit Kartoffelsalat „Oma Edith“


Traditionell reicht man in vielen Familien am Heiligen Abend Heißwürstchen mit Kartoffelsalat zum Abendessen. Im Oelder Anzeiger gibt es etwas Besonderes hierzu: Wir machen nämlich die Heißwürstchen selbst!

Zunächst fährt man zu einer nahegelegen Saitlingfarm und besorgt sich eine Handvoll Saitlinge, am besten aus biologischem Anbau. Eventuell hat dieser Bauer ja auch noch die passenden Schweineohren, denn aus diesen kreieren wir die Füllung. Zunächst waschen wir die Saitlinge ordenlich aus, dann werden sie aufgeblasen, um eventuelle Spannungen zu entfernen. Die Schweineohren werden etwa 6 Stunden in Salzwasser gekocht, bis sie schlabberig werden. Dann durch den Fleischwolf drehen. Vorsicht, die sind noch heiß! Ordentlich würzen und danach behutsam in die aufgeblasenen Saitlinge füllen. Aber aufpassen, dass die Saitlinge nicht weglaufen, sie sind sehr scheu! Wer keine Saitlinge beim Ökobauern bekommen hat kann auch welche der im Drogeriemarkt erhältlichen verwenden. Bewährt haben sich hier Saitlinge der Marken „R3“ und „Durex“.

Quatsch, alles, was oben steht, vergessen, jetzt wirds wieder ernst. Wir stellen natürlich nicht die Heißwürstchen selber her, sondern den Kartoffelsalat. So eine Pampe von Onkel Aldi kommt uns nicht auf den Tisch, sondern es gibt einen Salat nach dem Spezialrezept von „Oma Edith“.

Dazu benötigen wir:

Eine Schüssel Kartoffeln

1 Zwiebel

Essig

Öl

Salz, Pfeffer, Fondor

Fleischwurst

3-5 Gewürzgurken

Mayonnaise

4 Eier

Dosenmilch

So, jetzt gehts los. Die Kartoffeln werden gar gekocht – ich mach sie als Pellkartoffeln. In einer Schüssel bereiten wir eine Marinade aus dem Essig, dem Öl, Salz, Pfeffer, Fondor , der kleingeschnittenen Fleischwurst und den Gewürzgurken. Die gescheibelten Kartoffeln dazu, ordentlich durchmanschen und unbedingt einen Tag durchziehen lassen.

Am nächsten Tag kommt dann das Topping. In einer anderen Schüssel die Mayonnaise mit einem Ei verquirlen, und dann mit der Dosenmilch verdünnen. Wir wollen ja keine Pampe haben! Die restlichen Eier werden hart gekocht, durch den Eierschneider gejagt und untergehoben. Voila, schon ist er fertig. Wer will, streut noch Petersilie als Deko oben drauf und eventuell geviertelte harte Eier. Das treibt dann den Cholestrinspiegel noch mal richtig nach oben.

Dieser Salat schlägt jeden anderen Kartoffelsalat! Vegetarier lassen alles wurstige weg, für Veganer empfehle ich eine Version mit Solitärkartoffeln.




Das ultimative Sonntagsrezept: Nudeln mit scharfem Huhn

Foto: © Stefanie Heinrich


Das folgende Rezept haben wir uns mal selbst zusammengeschustert, da wir gerne mal etwas schärfer essen.
Wir nehmen dazu Chilli-Bandnudeln, die sind von Haus aus schon etwas scharf. Zwei Hühnerbrustfilets in mundliche Stücke schneiden, salzen und pfeffern, und in etwas Olivenöl anbraten. Zur Seite stellen. Nun 3-4 Möhren in Streichholzartige Stifte schneiden. Eine rote Paprika, ein Bund Frühlingszwiebeln,  zwei Zehen Knoblauch klein schnibbeln.

Nun kommt eine Habanero dazu. Das ist einer der schärfsten Chilis. Wir hatten uns im letzten Jahr zwei Pflanzen selber herangezogen, jetzt kommt die Ernte in unser Essen. Die Früchte sind leider nur etwa 12 Millimeter groß geworden; doch sie haben es in sich. Die Größe eines Ballends (für die wissenden Gitarristen) bzw. die Größe eines Streichholzkopfes reicht an Menge dieser Frucht aus, um heftig nach Luft zu schnappen.

Zum Schluß schmeissen wir noch eine Handvoll Zuckerschoten in die Pfanne. Alle Gemüse in der Pfanne mit Olivenöl anbrutscheln, die Möhren zuerst.  Zum Schluß schmeissen wir noch eine Handvoll Zuckerschoten in die Pfanne. Dann noch eine kleine Tasse Hühnerbrühe dazu und einen Schuß Weißwein angießen und etwas Thymian darüberstreuen. Etwa 15 min schmurgeln lassen, so dass das Ganze noch Biss hat.

Nun die Nudeln (je nach Verweildauer im Wasserbad) auf einem Teller anrichten, die Soße darübergeben und Petersilie darüberstreuen.

Falls der Mund zu sehr brennt; es hilft trockenes Brot, Milch oder irgendetwas trinken.

Für den nächsten Morgen kann ich leider keine Hilfsmittel anbieten …

Viel Vergnügen.




Das ultimative Sonntagsrezept: Mediterraner Gemüseauflauf mit Fisch

Foto: Martin Bischoff

Ich bin ein begeisterter Krimileser. Und als solcher kommt man an den Schwedenkrimis, die ja mittlerweile eine eigene Sparte in diesem Genre bilden, nicht vorbei. Einer derjenigen, der diesen Schweden-Boom mit begründet hat,  ist Henning Mankell.  In einem seiner Bücher fand ich folgendes Gericht, dass er rudimentär beschreibt und ich jetzt nachkochen möchte.

Es handelt sich um einen mediterranen Gemüseauflauf mit Fisch. Bei Mankell ist es Dorsch – mir ist es wurscht.

Ein ganz einfaches Rezept, das auch der typische Spiegeleiverbrenner hin bekommen sollte.

Man nehme zunächst eine Menge Gemüse, in der heutigen Version – man darf hier ruhig kreativ sein – ist das:

Fisch

Zucchini

Schwarze Oliven

Kartoffeln

Paprika

Tomaten

Aubergine

Ne grüne Pepperoni

Knoblauch

Olivenöl

Kräuter

Das Einzige, das etwas Aufwand erfordert, ist die Aubergine. Diese soll nämlich ausbluten. Deswegen fang ich mit ihr an. Sie wird in Scheiben geschnitten, diese werden von beiden Seiten mit Salz bestreut und weggestellt. Nach einiger Zeit fangen sie an zu weinen wie ich beim Zwiebelschneiden. Wenn sie genug geheult haben streife ich die Flüssigkeit und das Salz ab und brate sie in einer trockenen Pfanne an. Dann erst mal wieder zur Seite mit ihnen.

Alles andere wird gewürfelt. Besonders die Kartoffeln sollten recht klein werden, damit sie die Chance bekommen, durchzugaren. Ich mag keine rohen Kartoffeln. Erfahrungsgemäss übernimmt die Arbeit der Zerstückelung die Köchin, da der Koch keine Lust dazu hat. Der degustiert derweil den Wein, der zum Menu gereicht wird.

Naja, und die Oliven werden gescheibelt. Günstige Oliven gibt es übrigens bei Ipek, da kostet eine Konserve mit 350 Gramm entkernter Oliven (Abtropfgewicht) 2,19 €, besorgt man sie sich von Kattus oder so, dann verliert man schnell die Lust auf dieses Rezept.

So, jetzt kommt alles in eine Auflaufform und wird ordentlich durchgemengt. Jetzt kommt das Olivenöl zum Einsatz, und zwar nicht zu knapp. Das Zeug muss ordentlich schwimmen! (das übrig bleibende Olivenöl kann man nach dem Essen abseihen und später noch mal weiterverwenden – und da bleibt sicherlich was übrig) Kräuter aus dem Garten dazu – was halt grad so da ist und ab in die Röhre. So eine 3/4 Stunde sollte es schon brutscheln.

Dann einfach den etwas gewürzten Fisch oben drauf und noch mal brutscheln lassen, bis dieser sich windet. So circa 15 Minuten. Dann gehts ran an den Mampf.

Dazu serviere ich wieder einmal Baguette, da das das einzige Mittel ist, um dem Olivenöl auf dem Teller Herr zu werden.

Bon appetit!

Nachtrag: Der Auflauf ist gegessen und wieder einmal überrascht die geschmackliche Vielfalt. Bei jedem Kauen erfährt der Gaumen einen neuen Genuss…




Das ultimative Sonntagsrezept: „Coq au vin“

Da meine Frau Stefi und ich sehr unterschiedliche Arbeitszeiten haben, wird es unter der Woche meistens nichts mit dem gemeinsamen Kochen. So ist dann das Wochendende verantwortlich für die eine oder andere vergnügliche Stunde in der Küche – und dann darf es auch mal etwas Besonderes sein. Heute wird zubereitet:  „Coq au vin“.

So ein Hähnchen ist mittlerweile eine schnelle Sache: Donnerstags zum Lidl oder Freitags zum Rewe, da stehen diese Hähnchenrösterbuden, das schmeckt prima, geht ohne grosse Anstrengungen, und günstig ist es auch noch. Da kosten vier fertige „Halbe“ in etwa so viel wie ein Kikok auf dem Markt. Daher gibt es bei uns schon lange keinen selbstgebauten „Brathahn“ mehr. Wenn es Hahn gibt, dann als „Coq au vin“.

Die Zubereitung ist nicht schwer, nur sollte man sich darauf einstellen, bei diesem Gericht den Hahn nicht nach alter Germanenart mit den Fingern zu essen. Hier wird dem Opfer gepflegt mit Messer und Gabel zu Leibe gerückt.

Wir brauchen:

Einen Brathahn, ein paar Zwiebeln, frische Pilze, Speck oder Bacon, natürlich Rotwein, Hühnerbrühe, Knoblauch, ein paar Kräuter, Weinbrand zum Flambieren und ein wenig Mehl.

Zunächst kippe ich erst mal eine halbe Flasche Rotwein in den Koch. Dann erhitze ich Butter in einem Bräter und brutzel den Speck knusprig. Den nehme ich dann heraus und brate das gevierteilte Hähnchen von allen Seiten auf eine gesunde Mallorca-Bräune, etwa zehn Minuten sollten dafür reichen. Ich würze  vorher alles gut mit Salz und Pfeffer. Dann gehts los: Während die Dame des Hauses in den Keller geht und den Feuerlöscher holt, probiere ich den Weinbrand, muss ja was Ordentliches sein für unseren Hahn  …

Von dem Weinbrand wird ein Esslöffel über die Hähnchenteile geträufelt. Der Rest verbleibt dem Koch. Mit einem Streichholz wird das Ganze entflammt – was meistens nicht beim ersten Male klappt – aber irgendwann ist die Küche schwarz und der Hahn wird gedeckelt, um dem Brand Herr zu werden.

Jetzt kommen nach Gusto Wein und Hühnerbrühe dazu, Thymian, Lorbeerblatt und ausgepresster Knoblauch – dieser aber nach Gusto des Arbeitgebers am Montag. Etwa eine halbe Stunde darf sich der Coq in diesem Sud blubbernd ausruhen.

Derweil werden die Zwiebeln nach ausgiebigem Augenreiben in einer Pfanne in Butter geschmort. Dazu kommen Pilze, wir nehmen Champignons. Alles schmort circa zehn Minuten.

Ist der Gockel dann soweit ist, nehme ich ihn raus und stelle ihn warm. Seine Badeflüssigkeit lasse ich noch weiterköcheln, um sie zu reduzieren. In einer zweiten Pfanne wird Butter zerlassen und mit Mehl anstäubt. Dieses klebrige Gemisch kommt dann in  als Badezusatz in die Hühner/Wein-Sauce. Dann die Pilze und unseren Stargast dazu und ordentlich erhitzen und fertig ist der Mampf. Dazu gibts bei uns Baguette.

Und wer das Lorbeerblatt findet, hat einen Wunsch frei.

Guten Appetit!

Foto: Stefanie Heinrich