Colorados: 500,- Euro für den Zirkus

Die Colorados Revival Band aus Oelde hatte ein Konzert für den guten Zweck veranstaltet. Der OELDER ANZEIGER berichtete über die in Not geratene Zirkusfamilie. Richy Brüggenkamp, Gitarre/Saxophon/Gesang berichtete uns, dass das kleine Porzellan-Sparschwein fast geplatzt wäre.

Somit ging die Rechnung einer eintrittsfreien Veranstaltung auf. Die Zirkusfamilie Trumpf kann sich über eine 500,- € Finanzspritze zu den Feiertagen freuen.

Im Café Ulithi selber war es so voll, dass man nicht groß Angst haben musste, wenn man mal fallen würde. Das Publikum klatschte, tanzte und sang bei den Liedern aus den 60ern, 70ern und vielen weiteren Jahrzenten mit. Der Wiedererkennungswert der Stücke war einfach grandios. Es reichten nur einige Millisekunden aus, um z.B. den Song Johnny be good von Chuck Berry herauszuhören.

Viele Freunde des guten Musikgeschmacks sind eingetroffen

Die Band selber hatte ein Wahnsinns-Equipment aufgefahren. Scheinwerfer, Gitarren, Schlagzeug, Keyboard, Saxophon, Kontrabass, Nebelanlage… sowie eine komplette Tontechnik sorgten für den richtigen Rums im Saal.

Zwischendurch wurde immer wieder das Sparschwein mit den roten Herzen gefüttert. Richy als Front(schwein)mann rührte zwischendurch immer ordentlich die Werbetrommel.

Habt keine Angst, kommt nach vorne und packt was in das Schwein rein.

So können wir uns auch mal etwas näher kommen.“

Das lockte natürlich den Leuten die Scheine aus den Taschen.

Ein prüfender Blick, ob das Schwein auch ordentlich gefütter wird, erfolgte im Vorbeigehen von Theo Druffel.

Die Zirkusfamilie selber hatte an dem Abend einen feurigen Auftritt hingelegt.  Somit gab es zur Musik auch ordentlich etwas fürs Auge. Leider haben wir keine Aufnahme von der Feuershow, aber der Geruch vom Parrafin lag noch deutlich in der Luft.

Eine richtig gute Zeit hatten die Gäste

 

Richy mit Saxophon im Getümmel

Wieder einmal mehr haben die Colorados ihre Talente unter Beweis gestellt für den guten Zweck. Richy Brüggenkamp erzählte dem OEDLER ANZEIGER im Interview, dass sich die Band immer wieder freut, armen Menschen mit ihrer Musik helfen zu können. Und so lange bei allen Bandmitgliedern die Gesundheit im wahrsten Sinne des Wortes „mitspielt“, so Richy, werden sie dies auch mit aller Power weitermachen.

 

 

 

 

 




Rock´n´ Roll-Zirkus im Ulithi

2013-11-26-Ulithi 002

Samstag gehts ab im Ulithi

Am 30. November ab 21:00 Uhr, spielt die Colorados- Revival Band im Café Ulithi für den guten Zweck. Der Zirkus Trumpf hatte durch einen starken Herbststurm Ende Oktober  das Zirkuszelt verloren. Nun soll Geld gesammelt werden!

Theo Richy Theo

Samstag Rocken die Colorados für den Zirkus

Die Colorados- Revival Band macht das, was sie am besten kann: Musik. Wenn ein Auftritt dann noch für den guten Zweck ist und der gesamte Erlös einer in Not geratenen Zirkusfamilie, gespendet wird, umso besser. An dem Abend wird kein Eintritt verlangt, aber ein Spendenhut wird umgehen. Somit steht einem erfolgreichen Spendenabend nichts mehr im Wege. Damit die Zuhörer aber auch wissen, warum und wofür sie ordentlich spenden sollen, hat der OELDER ANZEIGER der Zirkusfamilie einen Besuch abgestattet.

Auf dem Schotterparkplatz an der Von-Büren-Allee, der einst als Park & Ride-Parkplatz zur Landesgartenschau diente, ist der Winterquartierplatz der Artistenfamilie angesiedelt.

2013-11-26-Quatierplatz Zirkus

An der markierten Stelle überbrücken die Artisten die Winterzeit

Beim Betreten des Parkplatzes sieht man vom weiten die Wohnwagen und Hänger. In einem eigenen Zelt sind die Tiere untergebracht. Lichter blitzen. An Fahrzeugen und Wohnanhängern leuchtet bereits die Weihnachtsdekoration.

Auf dem Schotterplatz verbringt die Familie den Winter

 

Zirkusdirektor Silvano Trumpf gab dem OELDER ANZEIGER Auskunft auf unsere Frage, ob es keinen festen Stand- oder Quartierpunkt gäbe für die Winterzeit. Silvano berichtet uns vom Zirkusleben.

Wir besitzen kein Land oder Grundstück. Alles, was wir haben, steht  hier auf dem Platz.

Silvano erzählt uns, wie schwer es für Zirkusbetriebe ist, einen Quartierplatz für die Wintermonate zu finden. Er hat die bittere Erfahrung gemacht, dass man nicht immer mit offenen Armen empfangen wird, sondern oftmals mit Voreingenommenheit. Dann muss die Familie wieder weiterziehen und einen Ort mit unbefangenen Menschen suchen.

Umso mehr freut sich die Familie Trumpf darüber, dass die Stadt Oelde den leer stehenden Platz zur Verfügung gestellt hat. Der in Oelde geborene Zirkusdirektor hat sich nicht nur einen guten Geburtsort ausgesucht, sondern auch einen guten Winterquartierplatz. Anno 1983 ist Silvano Trumpf nämlich in Oelde zur Welt gekommen als die Zirkusfamilie hier Halt machte.

Campen auf dem Parkplatz

Wenn es mehr Städte oder Gemeinden wie Oelde gäbe, könnten die wenigen Zirkusbetriebe, die es noch gibt, gut über den Wintermonate kommen, berichtet Silvano. Das Angebot der Stadt Oelde, den Parkplatz nutzen zu dürfen, ist eine Besonderheit. Obendrauf wurde eine Wasser- und Stromleitung  verlegt zur Versorgung der Wohnanhänger.

Kassenwagen und Wohneinheit in einem

Bei dem Gespräch mit dem Zirkuschef hört man heraus, dass ein Zirkusleben kein Zuckerschlecken ist. Als konsumverwöhnter, an einem festen Standort ansässiger Otto Normalbürger sollte man sich mal die Frage stellen, wie es wohl sein mag, auf einem Schotterplatz in einem Wohnwagen den Winter zu verbringen. Dabei mit mehreren kleinen Kindern (die alle gut versorgt sind) auf engstem Raum das ganze Jahr miteinander zu leben, verlangt mir als Familienvater Hochachtung ab. Wenn dann noch Vorurteile mit ins Spiel kommen, und einem schließlich noch das existentiell wichtige, Arbeit und Geld einbringende Zelt zerstört wird, ist es für die Familie ein hartes Los.

Ein Sanitärwagen

„Alles was glänzt und funkelt ist teuer“, sagt  Herr Trumpf und deutet dabei auf den Fuhrpark. Sind die Fahrzeuge nicht ordentlich in Schuss, würden die Gäste sofort ausbleiben. Alles muss instand und sauber gehalten werden, da das Auge immer mit isst. Auch für die Tiere ist gut gesorgt. Diese haben einen Platz in einem großen Zelt. Alles entspricht den behördlichen Vorschriften und wird regelmäßig durch Veterinäre überprüft.

Die gute Nachricht ist aber, dass ein neues Zelt bereits angeschafft werden konnte. Dieses wird die Zirkusfamilie auf dem Schotterplatz im Frühjahr gebührend einweihen.

Auf unsere Frage, ob es noch an anderen Dingen fehlen würde, erhielten wir die Aussage, dass weiterhin Stroh und Heu für die Tiere benötigt wird. Wer also seinen Heu- oder Strohboden zum Bersten gefüllt hat, würde hier einen dankbaren Abnehmer finden. Wer kein Heu oder Stroh hat, ist natürlich am Samstag beim Konzert der Colorados ein gern gesehener Gast im Ulithi und kann der Familie mit seiner persönlichen Spende helfen. Bei dem Konzert werden von der Zirkusfamilie einige Kunststücke vorgeführt.

Wir wünschen den Colorados und dem Ulithi einen rappelvollen Saal und allen einen schönen Abend.

Fotos © Torsten Schwichtenhövel