Cross Rennen Vellern

Nur 1 Meter entfernt vom Start der Motocross-Bikes am Schonefeld-Ring schoss mir die Frage durch den Kopf, was ich machen soll. – Foto oder Video? Video oder Foto? – während die aufjaulenden Maschinen der Bikes am Start mein Gehör an die Belastungsgrenze trieben. Ein Gefühlsmix zwischen leichtem Schmerz im Ohr und purer Begeisterung. Später war ich froh, für das Video entschieden zu haben. Die Cross-Fahrer ließen mich Dreck und Staub fressen, während diese über die ersten Hügel sprangen. „Geil!!“ dachte ich, „alles auf Video!“.

Autocross Vellern

Auf Einladung von Dirk Aufderheide vom A.C. Vellern e.V. im ADAC waren wir am 26. August auf dem Schonefeldring zwischen Oelde und Vellern. Bei dem Motorsportevent vom A.C. Vellern gingen Serientourenwagen (Fahrzeuge mit geringfügigen Veränderungen) sowie Super-Tourenwagen und Spezial-Crossfahrzeuge mit den oben genannten Motocross-Bikes an den Start und absolvierten Rennen auf der Acker-Piste.

Die Piste

Die Strecke wirkte auf uns als Laien ohne Rennfahrzeuge im Betrieb eher unspektakulär. Die Strecke auf dem Ackerfeld bot einige Kurven, Schikanen, Anstieg- und Abfahrtsstellen sowie Sprunghügel für die Motocross-Räder. 

Als Oelder Anzeiger kamen wir in den Genuss, hinter die Absperrungen gehen zu dürfen. Zuvor gab es hierzu bei der Rennleitung eine Sicherheitseinweisung, eine Warnweste und einen speziellen Presseausweis.  So nah dran kommen sonst nur die Sanitäter, Löschfahrzeuge und Streckenposten.

Muffensausen

Wie bereits oben beschrieben, durfte ich hinter die Absperrungen gehen, um von dort aus fotografieren zu können. Ungefähr 20 Meter hinter einer Linkskurve am unteren Streckenteil positionierte ich mich dann aber doch noch hinter mehreren dicken Strohballen. Oben auf dem Ring kündigten bereits die dröhnenden Motoren der Cross-Fahrzeuge an, dass bald wieder die Fetzen fliegen würden. Mit lautem Getöse schossen dann auch schon die ersten Boliden den Berg hinunter  durch die Links-Rechts-Schikane, um dann durch die besagte Linkskurve zu fliegen.

Die Fahrzeuge brettern durch die Schikane

Mit dem Blick durch den Sucher der Kamera bekam ich bereits beim ersten Fahrzeug leichtes Muffensausen. Dieses schoss aggressiv quer durch die Kurve, die Räder voll eingeschlagen und dann wieder voll gegengelenkt zum Drift. Die groben Stollen des Fahrzeugs rissen dabei Staub und Dreck auf, der durch die Luft wirbelte.

Driften gegen die Fliehkraft

Die Fliehkraft trug das Fahrzeug dabei sehr weit an den Streckenrand, dass ich dann doch lieber den Blick vom Sucher der Kamera entfernte, diese aus dem Handgelenk so gut es ging gerade hielt, um mit beiden Augen ein eventuelles Ausbrechen des Fahrzeugs schneller erkennen zu können.

Somit mutierte die zuerst unspektakulär wirkende Rennstrecke zu einem Adrenalin-Kick.

Verwöhnt von der Formel Eins

Aber auch die anderen Rallye-Faher geizten nicht mit dem Bleifuß. Umgebaute BMW´s, Mercedes und andere dickere Schlitten bretterten über die Piste und schenkten sich nicht einen Millimeter beim Rennen.

Wer verwöhnte Formel Eins-Manöver erwartete, war hier fehl am Platz. Die Konkurrenten ließen wie bei Judah Ben-Hur die Wagen auch mal aneinanderkrachen, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Technik und Camping

Nach den Rennen haben wir uns ausgiebig im Fahrerlager umschauen können. Aus nächster Nähe konnten wir den Piloten und Mechanikern bei der Arbeit über die Schulter schauen, wie diese die Fahrzeuge fürs nächste Rennen wieder fit gemacht haben.

Marcel Jonas mit seinem 200 PS und 800 kg leichten Seat-Rallye-Fahrzeug

Dass es nicht nur ums Rennen ging, sondern auch um das Zusammensein, wurde uns beim Blick ins Lager schnell klar.

Für das leibliche Wohl der Zuschauer war rund um die Rennstrecke bestens gesorgt.

In eigener Sache

Da ich hiermit als Schreiber des Artikels zu dieser Art von Sport-Event meinen Debüt-Bericht abgeliefert habe, bitte ich den ambitionierten oder Profi-Rennsportler um Nachsicht. Die Rennsport-Szene oder auch gar die Champs davon sind mir leider nicht geläufig. Somit habe ich mich dazu entschlossen, einen Bericht über meine Erlebnisse zu schreiben.

Um das Event gebührend kurz zusammenzufassen, zitiere ich meine Kinder, die mich (natürlich im Sicherheitsbereich) begleitet haben:

»Papa, wir wollen auch mal so fliegen auf dem Motorrad!«

Alle Fotos ©Torsten Schwichtenhövel / Oelder Anzeiger

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