Ein persönlicher Bericht eines Apothekenbesuchs in Oelde

Eine auseinandergezogene Schlange vor der Apotheke

Am gestrigen Mittwoch, den 18.3.2020 habe ich zum ersten Mal außerhalb meiner sonstigen privaten Handwerksarbeiten eine Staubmaske aufgesetzt. Über diese wurde ein Buff gestreift und danach habe ich noch Einmal-Handschuhe angezogen. Mit dem Rad steuerte ich mein Ziel, die Apotheke Rusche in der Geiststraße in Oelde, an. Ich musste Medizin für meine hustenden Kinder besorgen.

Aus der Ferne sah man bereits, dass viele Kundinnen und Kunden der Apotheke vor dieser draußen in einer langen Schlange standen. Sie hielten alle einen vorbildlichen Abstand voneinander ein. Ich selbst stellte mich in Höhe des Optikers an.

Während alle Wartenden immer wieder einige Schritte nach vorne machten und dabei den Abstand einhielten, liefen unverhofft zwei Jugendliche dicht an dicht an der kompletten Schlange entlang. In dieser standen unter anderem eine ältere Dame mit Rollator sowie 2-3 andere im höheren Alter.

Ein Herr mittleren Alters wurde von einem Bekannten von der gegenüberliegenden Seite gegrüßt. Beide schmunzelten aufgrund der Situation.

Mit der Zeit kamen wir dem Eingang der Apotheke näher und erblickten ein großes Hinweisschild, auf dem um Abstand und Geduld gebeten wurde. Die Kunden wurden einzeln hereingerufen.

Kurz bevor ich aufgerufen wurde, blickte ich in den strahlend blauen Himmel und fragte mich, wie ein so schöner Tag nur so gefährlich sein kann?

In der Apotheke arbeiteten die Angestellten hinter Plexiglasscheiben und ebenfalls mit Handschutz. Unter der Scheibe hindurch konnte man die Medikamente entgegennehmen und die Bezahlung abwickeln. Die Apothekerin meinte zu mir „Endlich mal jemand, der es ernst nimmt!

Als ich die Apotheke verließ, stellte sich eine Mutter mit ihrer jugendlichen Tochter in der Schlange an. Dabei aßen die beiden jeweils eine Tüte Eis.

Auf dem Rückweg führte mich mein Weg am Ende der Einkaufsstraße und dem Vikarieplatz entlang. In der Fußgängerzone war es für einen Mittwoch gegen 12.00 Uhr recht belebt. Ebenso sah man zahlreiche Menschen beim Drogeriemarkt Rossmann ein- und auskehren.

Nach der Heimkehr habe ich gedacht, dass ich der einzige verkleidete Idiot war. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend einen eindeutigen Weckruf an die Bevölkerung im Fernsehen ausstrahlte, dachte ich dann: Alles richtig gemacht!

Sie haben bis hier gelesen? Vielen Dank!

Ich hatte das Gefühl, dass viele Menschen sorglos mit der aktuellen Situation umgehen und deswegen berichte ich an dieser Stelle von den kleinen Gegebenheiten, die ich beobachtet habe. Ich wünsche mir, dass die Menschen achtsamer werden.

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